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Al-Anon hilft 2.Teil

Foto abgesägter BaumstammWie hilft mir Al-Anon heute? Ich habe eine neue Lebensweise, ich bete und meditiere, ich mache nicht mehr alles mit mir selbst ab, sondern tausche mich mit Sponsor und anderen aus. Ich wende die Schritte und Traditionen in allen meinen Angelegenheiten an und ich bin Sponsorin für einige Frauen, von denen ich auch viel lerne.
Aber das wichtigste von allem sind für mich immer noch die Meetings. Dort höre ich immer genau das, was ich hören muss, nicht nur das, was ich hören will. Die Weisheit meiner Höheren Macht, die sich in den unterschiedlichen Beiträgen von Erfahrung, Kraft und Hoffnung wiederspiegelt, ist für mich
lebensnotwendig. Es gab Zeiten, in denen ich jeden Tag ging, und es half mir. Es gibt auch Themen, die nicht zu Al-Anon gehören und für die ich woanders (professionelle) Hilfe finden kann.
Ein Symptom meiner Krankheit ist die Isolation. Alles alleine machen kann ich, aber um Hilfe zu bitten, in persönlichen Kontakt gehen, jemanden anlächeln oder umarmen, oder etwas machen, obwohl ich GAR KEINE Lust habe, das ist manchmal immer noch eine Herausforderung. Auch meine Meinung zu sagen, habe ich mit Hilfe des Programms gelernt.
Und jetzt kommt eine Meinung:
Ich erlebe es immer öfter, dass sich niemand findet, um Dienst zu machen. Oft ist der Grund „Ich muss jetzt erst mal an mich denken.“ Aus meiner heutigen Perspektive hat Genesung mit Balance zu tun, ich musste erstmal richtig egoistisch werden, um den Fokus auf andere loszuwerden. Aber solange ich (aus Trotz) von einem Extrem ins andere verfalle, übernehme ich noch keine Verantwortung für mein Handeln. In der Genesung stellt sich für mich die Frage: Wo ist meine Mitte?Immer öfter gehen Menschen in Online oder Telefonmeetings, aber für mich sind die Erfahrungen dort nicht mit einem persönlichen Gespräch und schon gar nicht mit herkömmlichen Meetings zu vergleichen. Aus eigener Erfahrung kann es online leicht zu einer Form der Exklusivität und Cliquenbildung kommen, die in meinen Augen der Gemeinschaft Al-Anon schaden kann.
Besonders in Gegenden, wo es genug herkömmliche Meetings gibt, betrachte ich Online oder Telefonmeetings eher als ZUsatz, aber nicht als ERsatz für herkömmliche Meetings. Ich bin vielleicht altmodisch, aber mit allem Positiven, das das Internet und Online Communities mit sich bringen, sie haben auch die Tendenz, die Illusion von Gemeinschaft vorzugaukeln. Und vorgaukeln hat für mich nichts mit Genesung zu tun, sondern eher mit meiner Krankheit.
Meetings brauchen richtige Menschen mit Erfahrung, Kraft und Hoffnung, die das Programm an Neue weitergeben, mit Diensten, Verbindlichkeit, Wärme, Lächeln, Umarmungen. Mit Prinzipien über Persönlichkeiten. Das ist was ich brauche, und deswegen gehe ich da hin.
Pia H. aus H.

Ein Kommentar

  1. Angela schrieb:

    Was für ein schöner Artikel, vielen 1000 Dank! 🙂 und ich hab mich sehr wiedererkannt… 🙂

    Mittwoch, 9. Oktober 2019 um 18 | Permalink

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