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Al-Anon hilft 1.Teil

Foto abgesägter BaumstammAl-Anon hilft mir seit fast 22 Jahren. Wie tut es das?

Anfangs ging ich in Meetings, hörte zu und teilte. Es tat so gut! Das erste Mal in meinem Leben war ich nicht mehr allein und fühlte mich verstanden, akzeptiert, gesehen und gehört. Meine Hoffnung begann zu wachsen.
Im „Courage to Change“ (“Mut zur Veränderung“) las ich nur die Zitate von berühmten Leuten, mehr war erstmal nicht drin. Zu viel des Guten konnte ich nicht ertragen.
Nach einem Umzug in eine andere Stadt ließ ich die Meetings und Literatur zeitweise links liegen, denn ich hatte wichtigere Sachen zu tun. Irgendwann kam ich zurück, es ging mir nicht gut. Ich ging sporadisch in Meetings, die Leute dort beklagten sich viel, ich fühlte mich nicht immer besser, aber die Meetings waren nicht zu weit weg von meiner Wohnung.
Irgendwann ging ich in ein Meeting, wo die Leute positiver und glücklicher waren. Obwohl es weiter weg war, begann ich, Dienste zu machen, d.h. verbindlich zu sein und Kaffee zu kochen. Kaffee kochen konnte ich (und hatte trotzdem Angst, es nicht gut genug zu können), aber verbindlich sein? Ich kam aus einer Familie, in der es mal Hü, mal Hott ging. Die Idee der Verbindlichkeit kam einem Gefängnis gleich. Aber ich blieb und diente. Und begann langsam aber sicher zu genesen. Ich besuchte unterschiedliche Meetings, in der die Schritte und Traditionen behandelt wurden.

Nach insgesamt vier Jahren „hü und hott“ in der Gemeinschaft und vielen schmerzhaften Erfahrungen war ich endlich bereit, von meinem eigenen Willen loszulassen, Verantwortung zu übernehmen, mich im Spiegel zu betrachten und den Vierten Schritt zu schreiben. Ich hatte den Mut aufgebracht, eine Frau zu bitten, meine Sponsorin zu werden. Ich weiß nicht, wovor ich mehr Angst hatte, dass sie zusagen würde, oder mich ablehnen würde, aber sie sagte zu und mein Leben begann langsam aber sicher seine Richtung zu ändern. Ich begann zu mir zu finden, und kann heute ein eigenes, wunderbares Leben leben, das immer noch im Wandel begriffen ist. Ich fand eine Höhere Macht, der ich voll und ganz vertraue, und die meinem Leben einen Sinn und eine Richtung gibt.
In meinem ersten Meeting dachte ich, dass ich für ein paar Monate kommen würde, bis ich die Alkoholiker in meinem Leben geändert hätte. Die Tatsache, dass Leute 10, 20 Jahre im Programm waren, und immer noch kamen, empfand ich eher als ein Zeichen der Schwäche. „Kann ja nicht funktionieren, wenn die alle immer noch hier sind“, dachte ich.
Heute bin ich diesen Leuten extrem dankbar. Was wäre aus mir geworden, wenn sie nicht dort gewesen wären, mit ihrer inneren Ruhe und der Wärme, die sie ausstrahlten? Sie sprachen nicht nur von einer neuen Lebensweise, sie lebten sie vor.
Ende 1. Teil

Pia H. aus H.   Teil 2 folgt

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