Zurüruck zum Inhalt

Ein Ort mit Liebe, Verständnis und Umarmung

Die Entscheidung, zu Al-Anon zu gehen, fiel mir sehr schwer. Ich war schon oft an Al-Anon verwiesen worden, aber ich hatte Angst, dass andere herausfinden könnten, was in unserer Familie vor sich ging. Ich schämte mich, es war mir peinlich und ich hatte große Angst.
Bei dem ersten Meeting, zu dem mein Mann und ich gemeinsam gingen, war nur eine Person anwesend. Sie war wunderbar und tröstete meinen Mann und mich, aber sie hatte keine Erfahrung damit, Vater oder Mutter eines Alkoholikers zu sein. Sie versicherte uns, dass wir, wenn wir immer wieder kämen und verschiedene Meetings ausprobierten, eines finden würden, das für uns geeignet sei.
Es dauerte ein paar Versuche, aber schließlich fand ich es. Als das Meeting begann, konnte ich meine Gefühle kaum zurückhalten. Nach der Begrüßung hörte ich den Ersten Schritt: “Wir haben zugegeben, dass wir Alkohol gegenüber machtlos sind und unser Leben nicht mehr meistern konnten”, ich begann zu schluchzen. Ich wusste, dass mein Leben nicht mehr zu managen war. Ich schluchzte das ganze Treffen hindurch, und danach umarmten mich all diese wunderbaren Mitglieder und hielten meine Hände.

Wie konnte ich nicht zurückkommen? Es gab dort Menschen, die mich verstanden. Sie verurteilten mich nicht, sie fragten nicht nach Details und stellten meine Art der Bewältigung nicht infrage. Sie versicherten mir, dass alles, worauf ich mich in diesem Moment konzentrieren musste, war, dass ich den Alkoholismus meines Kindes nicht verursacht hatte, dass ich ihn nicht kontrollieren und nicht heilen konnte.
Die Mitglieder waren einfach mit Liebe und Verständnis für mich da, hielten meine Hand und umarmten mich. Ich bin so froh, dass ich der Empfehlung gefolgt bin, es mit sechs Meetings zu versuchen. Die Menschen, die mich bei diesem Treffen umgaben, sind inzwischen gute Freunde geworden. Ich komme immer wieder, weil ich weiß, dass ich immer einen geliebten Menschen, ein Familienmitglied oder einen Freund haben werde, der mit Alkoholismus oder Sucht zu kämpfen hat.
Ich möchte auch, dass das Programm für Neue immer verfügbar ist, so wie es das für mich war. Auch ich möchte in der Lage sein, diese Person zu umarmen oder ihre Hand zu halten und sie wissen zu lassen, dass sie nicht allein ist. Ich komme auch weiterhin, weil ich das Programm auf viele Aspekte meines Lebens anwenden kann.
Al-Anon hat mir geholfen, ein besserer Mensch zu werden. Ich weiß, dass ich ohne die Unterstützung dieses Programms nicht da wäre, wo ich heute bin.

Von Mary H., Minnesota
Das Forum, November 2023 Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von The Forum, Al-Anon Family Group Headquarters, Inc. in Virginia Beach, VA.

2 Kommentare

  1. Helen schrieb:

    Hallo,
    auch für mich ist das Meeting der Ort mit Liebe und Verständnis und Umarmung.
    Ich werde wieder regelmäßig teilnehmen:
    Für mein eigenes Wohlergehen, denn Liebe, Verständnis und Umarmung gibt es innerhalb der Familienkrankheit Alkohol viel zu wenig. Zu viel gibt es krankhafte Manipulationen: mit Alkohol-Mittrinken-dürfen/eigentlich sollen und ‚Schnapsideen‘ toll finden dürfen/eigentlich sollen.
    Ich kann das alles nur Loslassen Gott überlassen, ins Meeting gehen und selber leben,
    mit dem Verständnis, der Liebe und den Umarmungen dort und meinem Dienst zum Aufrechterhalten unserer Al-Anon-Gruppe.
    Gute 24 Stunden! Helen

    Montag, 12. Februar 2024 um 10 | Permalink
  2. Heike schrieb:

    Danke! Wie immer wieder hifreich ich das Programm, die Texte, die Menschen hier finde. Als Elternteil fällt es mir manchmal immer noch schwer, auch hier die „drei Begriffe“ anzuwenden – ich habe es nicht verursacht, kann es nicht kontrollieren und nicht heilen … schließlich habe ich dieses Kind auf diese Welt gebracht.
    Dank Al-Anon habe ich gelernt, dass ich in der Erziehung das Beste gegeben habe, was mir mit meinen damaligen Mitteln möglich war. Die Erkrankung ist nicht meine Schuld. Mit der Schrittearbeit übernehme ich die Verantwortung für mich, leiste Wiedergutmachung wo immer möglich und versuche zu leben und leben zu lassen. Das Verhältnis zum erwachsenen Nachwuchs ist heute viel ehrlicher und reifer.
    Meetings regelmäßig zu besuchen und Dienste zu übernehmen rettet weiterhin mein Leben. Ich möchte meine Hand ausstrecken, falls jemand, so wie ich damals, Hilfe sucht.

    Mittwoch, 14. Februar 2024 um 16 | Permalink

Einen Kommentar schreiben

Ihre Email wird NIE veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *
*
*
Wir benutzen Cookies, um die Benutzungsfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.