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Wie sich mein Leben veränderte, Teil 2

Foto eines BlumenbeetesFortsetzung:

Ich habe so sehr gehofft, Ratschläge zu bekommen. Statt dessen sprach da jemand von Krankheit und Machtlosigkeit. Von Selbstachtung, von Höherer Macht und Gelassenheit. „Ratschläge sind auch Schläge“, sagte jemand, den ich nicht verstand. Erst nach einigen Meetings habe ich den Sinn erkannt. Dort sagte niemand: tue dies oder lass dies ruh’n. Jeder kann sich selbst entwickeln, um dann das Richtige zu tun.

Ich hörte von Zwölf Schritten, den Slogans, den Traditionen. Kein leichter Weg, o nein, jedoch er sollte sich lohnen.
Erst unfähig, Entscheidungen zu treffen oder überhaupt weiterzuleben und meinem schwerst geschädigtem Kind Stütze und Halt zu geben, lernte ich in winzig kleinen Schritten laufen, mal vor, mal zurück.
Zu Al-Anon zu finden, das war mein und meines Sohnes Glück. „Kein Mensch darf zulassen, dass ein anderer Mensch sein Leben zerstört!“ Wieviele Schlüsselsätze habe ich immer wieder gehört. Es war unendlich schwer, ich war oft ausgelaugt, ohne Mut und Energie. Ein Meetingsabend. Endlich, plötzlich wusste ich wie……..

Dann die Erkenntnis: „Wenn ich ein Problem loslassen kann, bieten sich oft ganz andere Möglichkeiten an.“ Oder im Heute zu leben, und nicht gestern und nicht morgen. Zuerst um’s eigene Wohlbefinden sich zu sorgen. Die Einsicht, dass alles durch mein Verhalten bestimmt werden kann. Damit fängst man sehr oft wieder von vorne an.

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Machtlosigkeit und Klarheit

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109)Eines schönen Tages saß ein Mann unter einem Baum. Ihm fiel gar nicht auf, dass dieser voller Tauben war. Bald taten die Tauben, was Tauben am besten können. Der Mann schimpfte auf sie, als er davon stürmte. Er ärgerte sich über die Tauben wie über ihren Dreck, aber dann erkannte er, dass die Tauben nur taten, was Tauben tun, weil sie eben Tauben sind, und nicht, weil er gerade dort war. Der Mann lernte daraus, Bäume auf Tauben zu untersuchen, bevor er sich hinsetzte.

Alkoholiker sind Menschen, die trinken. Sie trinken nicht deinet- oder meinetwegen, sondern weil sie Alkoholiker sind. Was ich auch tue, ich werde daran nichts ändern, nicht, indem ich Schuld zuweise, schreie, bettele, ablenke, Geld, Flaschen oder Schlüssel verstecke, lüge, drohe oder argumentiere. Ich habe den Alkoholismus nicht verursacht. Ich kann ihn nicht kontrollieren. Und ich kann ihn nicht heilen. Ich kann immer weiter kämpfen und weiter verlieren. Oder ich kann zugeben, dass ich Alkohol und Alkoholismus gegenüber machtlos bin.

Ich kann zulassen, dass Al-Anon mir hilft, indem ich die Energie, die ich darauf verwendet habe, diese Krankheit zu bekämpfen, wieder darauf richte, von ihren Auswirkungen zu genesen.

Überlegung für Heute
Es ist nicht leicht zuzusehen, wie jemand, den ich liebe, immer weiter trinkt, aber ich kann nichts tun, um ihn oder sie davon abzuhalten. Wenn ich mir ansehe, wie unkontrollierbar mein Leben geworden ist, kann ich zugeben, dass ich dieser Krankheit gegenüber machtlos bin. Dann kann ich wirklich anfangen, mein Leben besser zu gestalten.

„Es ist logisch, dass eine Veränderung in uns eine Kraft zum Guten ist, die der ganzen Familie helfen wird.“

 Broschüre 216: Wie kann ich meinen Kindern helfen?

Quelle: Mut zur Veränderung – 14. März – Seite 74

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
www.al-anon.de

Wie sich mein Leben veränderte, Teil 1

Foto eines BlumenbeetesMein Leben war Chaos, Verzweiflung und Wut. Ich fühlte mich oft hilflos, ohne Kraft, ohne Mut. Der Alltag wurde beherrscht von Streit und Geschrei, von Gefühlswechselduschen genauso wie vom täglichen Einerlei.

Von Selbstmitleid, Unsicherheit und großen Sorgen. Mit dem Schrecken von gestern und der Angst vor dem Morgen, mit dem Unwissen und der ständigen Frage: Warum tut er das und verschlimmert ständig unsere Lage? Mit der verzweifelten Frage des Sohnes: „Wann hört das endlich auf ?“
Dann seine Resignation. Er nimmt alles in Kauf für einige Stunden Frieden und Ausgeglichenheit. Ein ständiges Festhalten wollen der kurzen, guten Zeit. Angepasst leiden Kinder unsäglich, ohne sich zu wehren. Sind voll dabei, wenn wir alles unter den Teppich kehren, glauben dem Versprechen des Vaters, dass er nichts mehr trinkt. Wie viele Male Drohungen von mir und Versprechen von ihm? Um dann zu erkennen, es hat keinen Sinn.

Der Alkohol beherrschte unser Fühlen, Handeln und Denken. Versuche, dies Leben in andere Bahnen zu lenken, schlugen stets fehl und kosteten unendlich viel Kraft, um resigniert zu erkennen, ich oder wir haben es wieder nicht geschafft.
„Ich trinke nie mehr!“ – und es ist dann doch gleich am nächsten Tag passiert. Dann wurde in der Schuldumkehrung perfekt agiert: „Wenn du und der und die und das nicht so, sondern anders wären, dann wäre Alkohol kein Thema mehr“!!! …weiterlesen …

Wunden der Alkoholkrankheit

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109)Es wird Zeit, dass ich anfange, netter zu mir selbst zu sein. Die Stimmen in meinem Kopf, die mir einreden, ich sei nicht gut genug, sagen nicht die Wahrheit; sie spiegeln lediglich das angeschlagene Selbstwertgefühl wider, das aus einem Leben mit Alkoholismus herrührt. Wenn ich diese Tatsache erkenne, kann ich den Stimmen befehlen zu schweigen! Ich will nicht mehr auf sie hören!

Genesung in Al-Anon hat mir freundlichere und liebevollere Gedanken gegeben. Sie erinnern mich daran, dass ich liebenswert bin und lernen kann, mich selbst zu lieben. Wenn ich mich genügend öffne, um diese Botschaft zu empfangen, kann ich beginnen, all die anderen schönen Klänge des Lebens zu hören, und die beleidigenden Gedanken verschwinden.

Überlegung für Heute
Mich mit Freundlichkeit und Achtung zu behandeln hilft mir, meine Selbstkritik herauszufordern. Heute will ich besonders auf jede Stimme achten, die liebevoll spricht.

„Wir müssen lernen zu leben, uns auf etwas Gutes oder Nützliches in unserem Leben zu konzentrieren und den Rest der Welt sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern zu lassen.“

Wie kann ich meinen Kindern helfen?

Quelle: Mut zur Veränderung – 29. März – Seite 89

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
www.al-anon.de

Al-Anon im job

Foto einer Topfpflanzeich bin ein freundlicher, netter, kooperativer, kommunikativer, verträglicher, offener und herzlicher mensch. meine flügelchen blitzen schon durch die winterjacke, lach
aber wehe im psychologendeutsch ich wurde “getriggert”……..ich konnte ausrasten ohne ende. nicht vor wut leider, sondern vor verzweiflung, schmerz und angst. meist verlustangst. angst nicht gesehen zu werden.

ich schrie rum, war gemein, sehr gemein……denn auch ich kenne die roten knöpfe meiner angehörigen, war hysterisch und habe den beistelltisch samt obstschüssel nach meinen partner geschmissen und ihn getroffen…. die anschliessende scham über mein verhalten hat mir dann den rest gegeben, so das ich kaum danach in der lage war, meinen alltag zu leben.

ich hatte das alles vergessen, ist das nicht toll, denn ich bin schon ewig nicht mehr ausgerastet. zusätzliche therapeutische hilfe und mein regelmäßiges teilen haben mir sehr geholfen. dadurch baut sich in mir erst gar nichts ungutes auf und die dinge sortieren sich.

ich erfuhr im meeting, ich muss mich nicht schämen, ich werde nicht verurteilt, ich bin kein aussätziger, andere fühlen und handelten ebenso wie ich in ihrer verzweiflung oder teilten mit mir ihre konstruktiven erfahrungen.
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Ich konnte mein Leben nicht mehr meistern?

Foto gelbe Blüte mit HummelIch erkannte lange Zeit nicht, dass ich mein Leben nicht mehr meistern konnte. Zum einen war ich so erzogen, dass ich immer zu funktionieren hatte und für andere da zu sein hatte. Was ich wollte oder brauchte, meine Bedürfnisse, Wünsche, all das war unwichtig und so kannte ich nicht, was mir fehlte usw.
Zudem war ich überzeugt, dass ich mein Leben perfekt meisterte, ich ging ja zur Arbeit, brachte das Geld heim und versorgte uns, zahlte Miete, Rechnungen und vieles mehr.
Dass ich oft Migräne hatte, erschöpft war, beleidigt war, wenn ich es mal wieder gut meinte und dies dann abgelehnt wurde und noch vieles mehr, das alles schob ich auf andere Dinge. Ich erkannte nicht die Ursachen.

Als ich dann ins Meeting kam, ärgerte ich mich oft über das, was ich las, denn ich wollte ja Tipps, wie ich den Alkoholiker in meinem Leben trocken legen konnte oder noch schlimmer, wie ich ihn bestrafen konnte. Er schädigte mich ja schließlich. All das bekam ich im Meeting aber nicht zu hören. Eines Tages lernte ich eine Al-Anon Freundin kennen. Sie erzählte mir, was sie alles für sich tat und was sie vor Al-Anon getan hatte.
Es dauerte aber immer noch lange bis ich erkannte, dass ich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig krank war. Mir das einzugestehen war für mich sehr hart. Ich erkannte dann aber, dass ich einem anderen nicht helfen konnte, solange ich selbst so krank bin.

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Frei werden

Foto einer bunten CollageJa, ich bin ein Mensch, der langsames und sanftes Entwickeln braucht…wie es für mich ganz wunderbar gleich zu Beginn in unserem Buch „In all` unseren Angelegenheiten“ geschrieben steht.
Kein „zack zack“ oder „stell` dich nicht so an“. Es hat gedauert, bis ich das überhaupt wahrnehmen konnte. Ich darf mir Zeit lassen. Es ist mein Leben und nur ich bin dafür verantwortlich. Durch Al-Anon, das Verständnis und die Liebe der Mitglieder in den Meetings und meiner Sponsorin finde ich ein solch genesungsvolles Umfeld, wie sonst nirgends.

Ich arbeite im Programm und übernehme Dienste. Ich wachse in meinem Tempo und das ist genug. Die Verbindung zu einer Höheren Macht, wie ich sie verstehe, habe ich durch Al-Anon gefunden und spüre immer öfter, ich bin geliebt und richtig so, wie ich bin; mit meinen Fehlern und Schwächen, wie jeder andere Mensch auch. Ich arbeite an der Entwicklung meiner Persönlichkeit, kann besser in der Realität leben und fühle mich heute oft frei von dem Druck, etwas richtig oder perfekt machen zu müssen. Ich mache es so gut, wie es mir heute möglich ist und ich darf mein ganzes Leben weiter lernen.
Welch Geschenk… dank` Al-Anon!

Ein dankbares Mitglied

Mein Umgang mit Rückfällen

FotoSeit unser Großer 18 Monate ist, hat mein Mann nicht mehr auf dem Badezimmerläufer vor der Toilette übernachtet. Ich erinnere mich an einen Abend mit den Saufkumpanen, von dem er sturzbesoffen heimkam. Er stand mit Blumenstrauß vor der Türe und lallte mich an: “Schatzi, ich habe dir was mitgebracht.” Ich haute ihm in meiner Wut die Blumen um die Ohren und veranstaltete ein riesen Drama. Hat es was bewirkt? – Natürlich nicht.

Genau so erfolglos wie seine Grenzübertritte mit Aggression zu quittieren blieben die Strategien Kofferpacken, mit dem Auto wild durch die Gegend fahren und ähnliche Dummheiten, die ich im Gefühlsrausch veranstaltete. Auch mehrere Umzüge waren nichts weiter als Fluchten vor der Realität. Unsere Probleme nahmen wir mit. Erst als ich anfing, ihn sachlich mit seinem Problem zu konfrontieren, kam Bewegung in die Sache.

Die Kiste Bier verschwand aus unserer Garage. Ich dachte juhu, das Thema ist durch. ICH habe das super hin bekommen.
Dann kam der erste Rückfall und ich fiel tief. Ich litt zuerst erbärmlich unter seinem Vertrauensbruch. Ich empfand es als Betrug, dass er nun heimlich trank. Ich musste mir nochmal bewusst machten, dass ich dem Alkohol gegenüber machtlos bin und, dass mein Mann nicht trinkt um mich zu ärgern oder weil er willensschwach ist, sondern weil er krank ist und es gerade nicht besser kann. Im Prinzip wurde ich nochmal auf den Ersten Schritt zurückgeworfen.

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Was kann ich tun, wenn mich das Trinkverhalten einer anderen Person beeinträchtigt?

Einladung zum MeetingIch hatte ein Problem mit dem Trinkverhalten meines Mannes. Ich liebe ihn, aber bin dadurch krank geworden, in „meinem Verhalten“!

Ich beobachtete das Trinken, die Menge des Alkohols und war wütend, enttäuscht, fühlte mich hilflos. Fing an zu schimpfen, zu betteln, unsinnige Ultimaten zu stellen, den Alkohol zu suchen und auszugießen. Außenstehenden gegenüber beschönigte, verharmloste, entschuldigte ich das Verhalten des Trinkenden.
Kam nach Hause und ließ die Scham, Angst, Wut, die ich während dessen empfand an dem Trinkenden durch Vorwürfe aus. Ich fiel dadurch unangenehmer auf, als die trinkende Person.

Ich sah mich nicht so! Ich empfand mich im Recht so zu handeln, bedauerte mich, aber fühlte mich nie dabei wohl!

Ich verlernte zu lachen, das fiel anderen auf! Ich verlernte mir Zeit für mich zu nehmen, da ich mit registrieren, kontrollieren, in Ordnung bringen…..beschäftigt war. Ich hatte mich isoliert! Ich war frustriert, hoffnungslos, erschöpft und ängstlich.

Ich habe meiner Wahrnehmung nicht mehr getraut. Wenn der Trinkende getorkelt ist und gelallt hat, warf ich es ihm vor. Daraufhin wurde die trinkende Person wütend und warf mir vor „immer alles zu dramatisieren“! Ängste um die Gesundheit, den Arbeitsplatz, etc. lähmte mich!

Eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen lehnte ich ab, da ich mit meinem christlichen Glauben meinte genug tägliche Hilfe zu bekommen…. Als ich meinen persönlichen Tiefpunkt erlebte und eine Freundin mich zu Al-Anon begleitete, erfuhr ich die Atmosphäre von „Erfahrung, Kraft und Hoffnung“!

Al-Anon löst nicht meine Probleme, aber hilft mir mein Leben wieder lebenswert zu machen. Al-Anon erteilt mir keine „Ratschläge“, denn die können wie Schläge wirken! Al-Anon bietet mir die Erfahrungsberichte von Menschen, die durch das Trinkverhalten eines Menschen, den wir lieben, schätzen, mögen genauso krank geworden sind wie ich!

Denn Alkoholismus ist eine Familienkrankheit! Alle Personen werden dadurch in ihrem Verhalten in Mitleidenschaft gezogen. Sie ist generationsübergreifend!

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Blogbeiträge abonnieren leicht gemacht.

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Update: Das Kontaktformular musste leider entfernt werden, weil es zu viel SPAM darüber gab.

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