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Sich von Anfang an sicher fühlen

Ich war nervös, als ich zu meinem ersten Al-Anon Treffen ging, aber ich spürte, ich hatte nichts zu verlieren. Ich hatte meinen emotionalen Tiefpunkt erreicht und verlor langsam meinen gesunden Menschenverstand.

Die meiste Zeit meines Lebens war ich unglücklich, ich trug Scham in mir und litt unter einem niedrigen Selbstwertgefühl, das vom Alkoholismus und Drogenmissbrauch meiner Eltern herrührte. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich nicht gut genug war. Als Kind fühlte ich mich zudem als eine finanzielle Last. Meine Großmütter unterstützten meine Mutter und mich, und sie kümmerten sich um mich, wenn meine Mutter dazu nicht in der Lage war.

Da ich zu jung war, um all das zu verstehen, gab ich mir die Schuld für die Abwesenheit meines Vaters in meinem Leben. Warum schickt er kein Geld für sein Kind?, fragte ich mich. Ich fühlte mich von Natur aus nicht geliebt. Ich trug diese Gefühle der Unzulänglichkeit und Scham ins Erwachsenenalter und war nicht in der Lage, positive Beziehungen zu Männern zu haben.
Ich kämpfte mit Angst und Depressionen von Jugend an. Schließlich heiratete ich und hatte selber Kinder, fühlte mich aber nie «ganz» und war nicht in der Lage, wirklich glücklich zu sein.

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Die Zukunft meines Sohnes gehört ihm – nicht mir

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109)„Er lebt sein Leben nicht für mich“, dachte ich, als ich in die kalte Küche schlurfte. Es war nachts um drei und ich war auf der Suche nach einem Tagestextbuch von Al-Anon.
Mein Sohn, mein einziges Kind, den ich mehr als sonst irgend jemanden liebte, wurde verhaftet. Er verbrachte die Nacht im Gefängnis und hatte mehr Ärger, als ich mir jemals hätte vorstellen können. Ich hätte niemals gedacht, dass mein Kind, das ich durch das College gebracht und für das ich viele Stunden nachts gewacht und mir eine verheißungsvolle Zukunft vorgestellt hatte, sich jemals in solch einer Situation befinden würde.
Doch alles änderte sich, als die Familie von seiner Abhängigkeit erfuhr. Seit diesem Moment nahm ich beständig an Meetings teil, manchmal viermal pro Woche. Ich nahm mir eine Sponsorin, leitete und teilte in Meetings und meldete mich als Sprecherin eines Al-Anon Meetings in einem Frauengefängnis. Die Zukunft meines Sohnes war auch meine Zukunft. Ich redete mir ein, dass meine Anstrengungen für die Genesung für uns beide seien. Tief in mir nahm ich an, dass meine Genesung letztendlich auch seine Genesung garantieren würde. In meinem Herzen glaubte ich daran, dass die Liebe, die wir in unseren Programmen Al-Anon und A.A. teilten, das Rettungsboot wäre, welches er zu seiner Genesung bräuchte. Ich war seine Mutter. Ich konnte es möglich machen.

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Eine Reise der Selbstentdeckung

Foto rostige LokIch erinnere mich, dass ich in meinem ersten Al-Anon Meeting jemand sagen hörte: “Sei dir selbst treu”. Das war verwirrend für mich, denn ich dachte, ich sei ein ehrlicher Mensch, der sich selbst so gut kennt und aufrichtige Motive hat. Je mehr ich an Al-Anon Meetings teilnahm und die Literatur las, desto mehr entdeckte ich, dass ich eigentlich gar nichts über mich wusste – nicht einmal meine Lieblingsfarbe, meine Lieblingsspeise, meine Lieblingsfreizeitbeschäftigung, meine Lieblingsmusik, ob ich lieber auf dem Land oder in der Stadt lebe, und die Liste ging weiter. Manchmal fragte ich mich sogar, ob ich überhaupt zur menschlichen Rasse gehöre!

Nachdem ich mit Alkoholismus aufgewachsen war und mein Leben mit einem Alkoholiker nach dem anderen fortgesetzt hatte, wurde mir klar, dass ich mich selbst überhaupt nicht kannte. Ich war das, was der Alkoholiker von mir wollte (zumindest dachte ich das). Diese Erkenntnis war der Punkt, an dem mir klar wurde, dass ich die Zwölf Schritte von Al-Anon gehen musste, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen – was bedeutete, mir selbst treu zu sein.

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Vergebung

Foto einer SpieluhrIch habe eine Familie, die ich liebe, aber ich war nicht immer glücklich. Ich habe mich mein ganzes Leben lang nach der Liebe und Anerkennung meiner Mutter gesehnt, ohne dass ich viel Erfolg hatte. Immer wieder ging ich zu ihr zurück, nur um bestraft zu werden, mich zu schämen oder mich schuldig zu fühlen.

Jedes Mal fühlte ich mich verletzt und manchmal auch wütend, was den eigentlichen Schmerz nur überdeckte. Ich fragte mich: Warum tut sie das? Was habe ich getan, um das zu verdienen? Wann wird sie mir sagen, dass ich eine wunderbare, liebenswerte Tochter bin und dass sie stolz auf mich ist?”

Ich war jahrelang in dieser Situation gefangen – ein ewiges Opfer. Ich bin zur Therapie gegangen, habe mit meinem Partner darüber gesprochen, ich habe darüber Tagebuch geführt und alle möglichen Strategien ausprobiert, um mit meiner Mutter ins Reine zu kommen. Das alles hat zwar ein wenig geholfen, aber was mir wirklich geholfen hat, war Vergebung. In Al-Anon habe ich gelernt, Mitgefühl mit dem Alkoholiker zu haben – die Person von ihrem Verhalten zu trennen und ihr zu vergeben.

Ich habe entdeckt, dass Vergebung kein großmütiger Akt ist, der andere von ihrer Verantwortung entbindet. Es geht um mich und mein gesundes Leben!

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Mir Freude bereiten

Foto mit HundIn diesen Zeiten der Pandemie und besonders jetzt in den grauen Tagen versuchen sich doch einige meiner alten Themen wieder in den Vordergrund zu drängen. Viele Unternehmungen und Begegnungen sind immer noch nicht oder eingeschränkt möglich, Hobbies können teilweise noch nicht ausgeübt werden oder fallen immer noch aus.
Abstand halten, Maske tragen usw. verlangen ständiges ausbalancieren in meinem Inneren, dass ich nicht auch zu mir selbst wieder in den  Zwang, die Isolation, den Abstand gehe…Funktionieren, Bravsein für Liebe, nur nichts spüren…einige der hartnäckigsten Überlebens-Muster aus meiner Kindheit und meines erwachsenen Lebens.
Ich erinnere mich an unsere früheren Haustiere, besonders unseren Hund, der immer spielen wollte. In den schweren Jahren half er mir, die Existenz von Freude nicht ganz zu vergessen. Damals spielte ich zwar auch mit meinen Kindern und versuchte, mir in all dem alkoholkranken Chaos mit Mal- und Bewegungskursen „etwas Gutes zu tun“…doch war ich bereits so zwanghaft mechanisch und fast leblos, dass ich all das wie ein Roboter ausführte. …weiterlesen …

Al-Anon ist ein Lebensprogramm für alle meine Angelegenheiten

Foto Hängebrücke über d FlussWas mache ich eigentlich am Ende eines Tages wie diesem?

Wir haben die Unwetter der letzten Woche gut überstanden. Der Sturm hat nichts kaputt gemacht, nur ein bisschen durcheinandergewirbelt. Das ist alles wieder zu richten. Der Bach ist trotz starker Regenfälle in seinem Bett geblieben.

Die gesundheitlichen Einschränkungen sind kleiner geworden und damit ist auch das tägliche Miteinander wieder einfacher.

Wir haben uns gemeinsam mehr Kontakt durch Handwerker und Besucher zugemutet, Gespräche geführt, uns fachlichen Rat geholt. Eigentlich nichts großes, aber für mich ein Stück Sicherheit und Klarheit.

Jeden Abend reflektiere ich darüber, was so am Tag positiv oder auch mal nicht so gut gelaufen ist und was mich/uns beschützt. Mein Dank geht regelmäßig an meine Höhere Macht, die ich auf einem langen Weg durch das Programm annehmen durfte.

Danke für den Tag.

Danke für das (trockene) Leben.

Danke, dass die Schmerzen wieder vergangen sind.

Danke für diesen friedlichen Tag….

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Die Maske ablegen

KunstfigurenBeim Durchsehen meiner Fotos aus früheren Zeiten fiel mir auf, wie sehr sich mein damaliger Aufbruch in ein neues Leben auf mich ausgewirkt hat.

Viel zu jung hatte ich geheiratet, einen Mann, der damals schon mehr trank als die Männer aus meinem Umfeld. Die Bilder der Vergangenheit zeigen einen Verfall an unserer beider Körper und sogar die seelischen Qualen sind deutlich sichtbar. Eine eigentlich so gut situierte junge Familie zeigt zunehmend den Abstieg in die Hölle. Mein Ehemann starb letztendlich an den Auswirkungen des Alkoholismus.
Als junge Mutter mit Kleinkind war mir nicht bewusst, dass auch wir großen Schaden genommen hatten. So stark wie ich mich gegeben hatte und anhand der Aussagen der Familie und Freunde, kam mir nie die Idee, dass diese Krankheit auch große Auswirkungen auf die Angehörigen hat.

Ehrliche Rückmeldungen über meinen Umgang mit mir selbst, meinem Kind und mit anderen Menschen kamen von einem Freund, einem trockenen Alkoholiker. Er empfahl mir Al-Anon.

Voller Scham ging ich damals zu diesem ersten Meeting im festen Glauben, dass ich die einzige Frau sei, die ihren Mann durch den Alkohol verloren hatte. Sehr schnell wurde mir klar, dass dem nicht so war. Viele der Anwesenden erzählten Teile meine Geschichte, obwohl sie mich gar nicht kannten. Langsam wurden Scham und Schuld kleiner. …weiterlesen …

Meine Reaktion auf den Rückfall meines Sohnes

FotoMein Sohn hatte einen Rückfall und ich auch. Ich habe reagiert, so wie ich es vor Al-Anon getan habe. Ich hatte Mitleid mit mir und wünschte, mein Sohn wäre anders.

Ich dachte besessen darüber nach, was ich ihm sagen oder was ich tun könnte, was ihm das Leben leichter und die Dinge besser oder einfacher machen würde. Ich wollte die Uhr zurückdrehen. Ich wollte ganz alleine herausfinden, wie ich ihn wieder in Ordnung bringen könnte.
Diese alten Verhaltensweisen hielten nicht lange an, und dafür bin ich dankbar. Dank Al-Anon bat ich meine Höhere Macht um Hilfe, die mir durch das tägliche Lesen in der Literatur antwortete. Meine Sponsorin akzeptierte mein Bedürfnis, meine Gefühle zu mailen. Später telefonierten wir und mussten nicht mehr alles in das Gespräch packen. …weiterlesen …

Die Erlaubnis zu Erblühen

Foto DalienblüteZu meiner Anfangszeit in Al-Anon dachte ich noch, mein Hauptthema sei die damals gerade geschiedene Ehe mit einem Mann mit Alkoholproblemen. Mit Hilfe des Programms und den Meetings kam ich tatsächlich mit meiner Entwicklung zu einem besseren Leben ein Stück weiter.

Ich wusste, dass mein Vater auch ganz gerne trank, doch das Ausmaß und die Auswirkungen auf mein Leben entdeckte ich erst langsam. Ja, ich bin in einer Familie mit Alkoholproblemen aufgewachsen und meine Eltern ebenso. Auch die Generationen davor sind betroffen. Dies vom Kopf her zu „wissen“ ist eine Sache. Doch es für mich in der Tiefe anzunehmen, meine Geschichte zu betrachten, persönliche Inventur zu machen, die Vergangenheit loszulassen und heute ein glückliches Leben führen zu dürfen ist für mich harte tägliche Arbeit.

Meine Eltern sind nun alt und Themen wie Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit stehen an. Als einziges Kind ist es für mich extrem herausfordernd, erwachsen und in bester Selbstfürsorge immer wieder zu prüfen, ob und wie ich Unterstützung geben kann, ohne in meine alten selbstschädigenden Verhaltensweisen zurückzufallen. …weiterlesen …

Beeinträchtigt vom Alkoholismus, Genesung in Al-Anon

FotoAls Kind, das mit einem Alkoholiker aufwuchs, verkroch ich mich oft in die Ecke meines Bettes, verstopfte meine Ohren und machte mich „unsichtbar“, womit ich die Gewalt in unserem Haus abschaltete.
Ab meiner Teenagerzeit musste ich mich nicht mehr verstecken und meine Ohren verstopfen. Ich war inzwischen ein Experte darin, Dinge auszuschalten und unsichtbar zu sein.
Mit meiner Mutter, meinen Brüdern und meiner Schwester habe ich nie darüber gesprochen, was passiert ist. Wir haben eigentlich über gar nichts gesprochen. Wir schauten fern und flohen zu unseren Freunden, wo wir auch nicht über die heimische Situation sprachen.
Irgendwann engagierte ich mich in  Jugendgruppen und hatte „gesunde“ Kinder in meinem Leben. Ich wollte auch gesund sein, also nahm ich ihren Glauben und ihre Lebensweise an. Ich versteckte die Verunsicherung tief in meinem Inneren. Ich heiratete, hatte zwei Kinder, wurde geschieden, und ich heiratete wieder. Mein Mann war mein bester Freund, mein Seelenverwandter. Er machte mich  wertvoll und sicher. Dann beherrschte ihn wieder die Krankheit Alkoholismus. Er veränderte sich, und ich zitterte in mir, wie in den Tagen meiner Kindheit.
Mein Arzt und mein Anwalt empfahlen mir Al-Anon.
Es erforderte viel Mut, zu meinem ersten Treffen zu gehen, aber schließlich lernte ich, meine Geschichte mit diesen Leuten zu teilen, da sie mich verstanden. Ich lernte den Gott meines Verständnisses kennen, der mir die Kraft gab, für mich einzustehen. Ich wurde erwachsen.

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