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Wir schließen den Blog

Foto Hamburg BahnhofLiebe Blogleserinnen und Blogleser,
die Verantwortlichen für den Blog bedanken sich bei allen treuen Lesenden und den Interessierten.

Seit 2010 wird der Blog mit den verschiedensten Artikeln bestückt und wir stellen fest, dass die Blogbegeisterung über die Jahre gesunken ist. Die Beteiligung und Resonanz ist inzwischen so gering, dass wir den Aufwand, Zeit und Einsatz von Ehrenamtlichen dafür nicht mehr rechtfertigen können.

Der Blog wird am 12.7. geschlossen, die Artikel werden wir archivieren.

Gesunde Elternschaft erlernen

Foto Flyer Als ich zum ersten Mal zu einem Al-Anon Meeting kam, hörte ich den Slogan „Lass es mit mir beginnen“. Ich hatte das Gefühl, dass genau diese Worte die Essenz dessen waren, was mich zu meinem ersten Treffen brachte.
Eine Erinnerung aus dieser Zeit ist mir besonders deutlich im Gedächtnis geblieben. Ich stand mitten in der Küche und sprach mit meiner heranwachsenden Tochter. Ich wusste, dass sie wegen irgendetwas wütend auf mich war. Damit fühlte ich mich so unwohl, dass ich sie liebevoll fragte, ob sie wütend auf mich sei. Ihr Gesicht wurde weicher und sie begann sich zu entschuldigen. Noch bevor sie zu Ende sprechen konnte, hatte ich das Gefühl, außerhalb meines Körpers zu sein und die Interaktion zu beobachten. Sofort erinnerte ich mich an eine Kindheit voller Überverantwortung. Ich sah mich unfähig, meine eigenen Gefühle zu erleben. Stattdessen kümmerte ich mich nur um die Gefühle meiner alkoholkranken Mutter.
Mir wurde klar, dass ich damals genauso wenig für deren Befindlichkeit verantwortlich war, wie meine Tochter heute für meine Stimmung verantwortlich ist. Sie verdient es, ihre Gefühle zu haben und dafür anerkannt zu werden. Als ihre Mutter sollte ich verstehen, warum ihre Frustration über mich oder ihre Unzufriedenheit über meine Entscheidungen mir Unbehagen bereitet.

Wenn ich die Verantwortung für diese Situation übernehme, kann ich zulassen, dass das Trauma des Alkoholismus sich nicht noch in ihrer Generation ausbreitet.
Indem ich die unangepassten Erziehungsstrategien, die mir vorgelebt wurden, durch Programmprinzipien und die Führung meiner Höheren Macht ersetze, entscheide ich mich dafür, „es mit mir beginnen zu lassen“. Ich kann eine gesunde Elternschaft gegenüber meiner Tochter bei mir beginnen lassen. Es wird nie perfekt sein, aber wenn ich jeden Tag die Entscheidung treffe, mich vom Al-Anon Programm und meiner Höheren Macht leiten zu lassen, muss es auch nicht perfekt sein.

Von Hope W., New York

Das Forum, Juni 2024, Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von The Forum, Al-Anon Family Group Headquarters, Inc. in Virginia Beach, Virginia, USA.

Der Weg zur Gelassenheit

Foto: lange amerikanische StraßeVor Jahren erzählte mir ein Freund, der bei den Anonymen Alkoholikern (A.A.) ist, von den Zwölf Schritten und empfahl mir, zu Al-Anon zu gehen. Er erkannte als Erster, wie krank ich war. Ich wusste nur, dass ich in Wut und Verzweiflung lebte. Ich wusste nicht, dass ich verzweifelt krank war.
Als ich die Zwölf Schritte las, war ich fassungslos. Sie schilderten eine Lebensweise, die sich so sehr von der, die ich bis zu meinem 46. Lebensjahr gelebt hatte, unterscheidet. Zu dem Zeitpunkt fürchtete ich um mein Leben. Aber ich vertraute darauf, dass es mich retten würde, wenn ich ein Leben nach diesen Schritten lebte. Damals war mir noch nicht bewusst, dass es in meinem Leben die Alkoholkrankheit gab. Später wurde mir klar, dass ich von Geburt an davon umgeben war.
Was die Leute in den Meetings sagten, war mir zunächst fremd, aber nach einer Weile konnte ich es nachvollziehen. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich viele Charakterfehler hatte, die mein Leben massiv beeinträchtigten. Die meisten, wenn nicht sogar alle dieser Fehler führten zu Wut, die sich dann in Zorn verwandelt hatte. Ich besuchte weiterhin meine Meetings, obwohl die Selbsterkenntnis langsam und oft schmerzhaft war.
Mit der Zeit wurde mein lähmendes Denken durch das ersetzt, was ich Al-Anon Denken nenne. Ich befand mich auf dem langen Weg zur Gelassenheit, auch wenn ich es anfangs nicht wusste. Meine blinde, beständige Beharrlichkeit führte mich schließlich zur Gelassenheit, obwohl es einige Jahre dauerte. Die Zeit und die Arbeit in Al-Anon haben sich gelohnt.
Von Bruce S., Minnesota

Das Forum, März 2024
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von The Forum, Al-Anon Family Group Headquarters,
Inc. in Virginia Beach, VA

Zuversicht

Foto PlastikköpfeEines der vielen Geschenke, die ich in Al-Anon erhalte, ist eine Form der Zuversicht. Eine Zuversicht, dass es immer einen Weg gibt, was auch immer geschieht. Und, dass ich ihn nie mehr alleine gehen muss. Es sei denn, ich ziehe mich wieder in meine frühere Opfer- und Leidensrolle voll innerer Ängsten zurück.
Heute weiß ich, die Entscheidung liegt bei mir. Das Gefühl, dass es tatsächlich Hoffnung gibt, aus diesem traurigen, einsamen Kreislauf aussteigen zu können, gaben mir die Mitglieder seit meinem ersten Meeting.
Im Laufe der Zeit und mit Hilfe der Zwölf Schritte wuchs langsam mein Vertrauen, dass ich geborgen bin, dass es eine Höhere Macht gibt, die es gut mit mir meint. Ich fand zurück zu dem winzigen Samenkorn der Liebe, das in jedem von uns angelegt ist und behandele mich selbst nun liebevoller.
Dadurch kann ich mich besser von für mich ungesunden Situationen fernhalten oder zumindest abgrenzen. Das ist nicht einfach und erfordert tägliches Üben und Anwenden der Werkzeuge unseres Programms, denn mein Umfeld ist von der Familienkrankheit Alkoholismus und vielen „Unbehandelten“ durchdrungen.
Sie alle haben ihre eigene Höhere Macht, die sie trägt. Dieses Bild hilft mir immer wieder, bei der Verantwortung für mein Verhalten zu bleiben, mein Leben zu leben und alle anderen ihr eigenes leben zu lassen.
Anonym

Die Opferrolle ablegen

Foto ParkIch wollte das Fass ohne Boden meiner Kindheitserfahrungen nie öffnen. Mein Dasein war geprägt durch meinen alkoholkranken Stiefvater, der mich seelisch, körperlich und sexuell missbrauchte.
Im Erwachsenenalter begegnete ich jedoch weiterhin Menschen, die mich missbrauchten. Ich fühlte mich „gezeichnet“. Was sahen diese Täter in mir und wie konnte ich es loswerden? Waren es meine Scham und Schuldgefühle, die sie anzogen? Schien ich zu verletzlich oder war ich anfällig für risikoreiches Verhalten?
Ich benutzte die Werkzeuge des Al-Anon Programms, um meine Schwächen anzusehen, und was ich dabei sah, veränderte mein Leben. Ich lernte etwas über Grenzen. Dann lernte ich den Unterschied zwischen dem ständigen Reagieren auf das Verhalten anderer und der Entscheidung, das zu tun, was für mich am besten ist. Indem ich mich selbst unterstützte, verwandelte sich meine Bedürftigkeit in eine Stärke, die ich nie zuvor gespürt hatte. Ich begann, andere Menschen in mein Leben zu ziehen, freundliche und sanfte Menschen, die sich damit zufriedengaben, zu leben und leben zu lassen.
Durch die Dienstgrundsätze von Al-Anon lernte ich, wie ich Scham und Schuldgefühle loswerden konnte, indem ich meine Verantwortung verstand und übernahm. Meine Scham war ein Produkt all der Zeiten, in denen ich mich nicht gut genug oder weniger wert gefühlt hatte. Meine Schuldgefühle
schienen eine Folge der unrealistischen Erwartungen zu sein, die ich an mich selbst hatte. Immer wieder bat ich demütig meine Höhere Macht, diese kranken Eigenschaften von mir zu nehmen, bis sie nicht mehr Teil von mir waren. …weiterlesen …

Zugehörigkeit

Foto Blick aus ein FlugzeugSeit dem letzten Meeting beschäftigt mich ein Gedanke zur Dritten Tradition. Es geht um die Zugehörigkeit.

Zugehörigkeit nicht nur zu Al-Anon, weil mein Leben durch das Trinken vieler Menschen in meinem Leben beeinträchtigt war und auch bleiben wird.
Die Zugehörigkeit war früher stets mit dem Erfüllen bestimmter Voraussetzungen verbunden. Sei brav, dann … in der Kindheit. Mach, was wir sagen, damit … von den Freunden meiner Jugend. Pass dich mir an, dafür … ein Versprechen vom trinkenden Mann an meiner Seite. Dazugehört habe ich trotz aller Bemühungen meist nicht.

Ich kam zu Al-Anon, und obwohl der Mann an meiner Seite nicht trank, war ich sofort ein Teil dieser Gemeinschaft. Ich merkte schnell, was mich mit den Menschen verband, die an diesem Abend am Tisch saßen. Sie vermittelten mir einen Zugang zu Hilfsmitteln, wie unsere Literatur, eine Sponsorin, die für die Verbesserung meiner Lebenssituation hilfreich waren. Es gab auch Beispiele, die ich besser nicht ausprobieren sollte.

Ich durfte viel lernen und gehöre nach all den Jahren immer noch dazu, ohne dass irgendjemand es von irgendetwas abhängig macht.

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Ich musste etwas ändern

Als ich das erste Mal zu einem Al-Anon Meeting ging, hatte ich keine Ahnung, was Al-Anon ist oder warum ich es brauchte. Alles, was ich wusste, war, dass mein Leben schon seit geraumer Zeit nicht mehr in den Griff zu bekommen war.
Nach zwei Jahren der Ermutigung durch eine Freundin war ich endlich an einem Punkt, an dem ich wusste, dass sich etwas ändern musste. Was mir nicht klar war, war, dass dieses „Etwas“ eigentlich ich selbst war.
Ich wusste, dass das Leben meiner Freundin genauso chaotisch war wie meines, aber sie schien mit ihrem Leben, so wie es war, Frieden geschlossen zu haben.
Als ich anfing, an den Meetings teilzunehmen, war ich noch ziemlich benebelt. Ich erinnere mich nicht einmal mehr daran, welche Literatur die Gruppe gerade las. Aber als wir das Buch, So wirkt Al-Anon (Best. Nr. 105) bearbeiteten, begann alles für mich einen Sinn zu ergeben. Als ich die Texte hörte und den anderen zuhörte, begann ich, die Schuldgefühle loszulassen. Ich hatte sie bekommen, weil ich das Leben meiner Tochter während ihrer College-Zeit nicht kontrolliert hatte. Ihr „Vorschläge“ zu machen, gab mir ein gutes Gefühl. Ich fühlte mich besser.
Die Konzentration auf mich selbst war ein Geschenk, das ich meiner Tochter und mir selbst machte. Es gab ihr ihre Würde zurück, und allmählich wurde auch mein eigener gesunder Menschenverstand wiederhergestellt. Ich fing an, das Al-Anon Programm besser zu verstehen, wie es funktioniert, wie es anderen geholfen hat. Und nach vier Jahren hilft es auch mir.
Von Amy B., Texas
Das Forum, März 2024, Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von The Forum, Al-Anon Family Group Headquarters, Inc. in Virginia Beach, Virginia, USA.

Die Wege der Genesung

Foto mit 2 VerkehrsschildernAuf dem Heimweg vom Urlaub sah ich am Flughafen diese Verkehrszeichen und war an meinen Weg in Al-Anon erinnert. Warum?
Fußgängerüberweg = Hier kann es Hilfe geben!
Achtung Fußgänger = Vorsicht, hier gibt es etwas, das Dein Leben verändert!
Weit hergeholt? Für mich nicht, denn ich wollte bei meinem ersten Meetingbesuch mein neu gewonnenes Leben endlich von den Spuren des Alkoholismus befreien. Ich fand schon am ersten Abend sehr viele Übereinstimmungen bei den Geschichten der Teilnehmer. Ich war nicht mehr allein, mit dem Geheimnis der Familienkrankheit, mit meinem Drang alles selber zu regeln, die Hilfe von anderen skeptisch erst einmal abzulehnen, meinem ständigen Gefühl von Überforderung und so fort.
Hier war mein geschützter Raum, wo ich über die Straße auf eine gesündere Seite wechseln konnte. Das war mit Arbeit verbunden und ich musste es selber machen. Daher auch ein Bezug zu dem zweiten Bild. Durch die Programmarbeit veränderte sich mein Leben und ich veränderte mich erkennbar.

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Der Beginn meiner Reise

Foto zeigt viele FahrspurenIch besuchte mein erstes Al-Anon Meeting, als mein Mann in der Reha war. Meine Kinder waren damals sieben und fünf Jahre und das jüngste elf Monate alt. Ich war verängstigt und verwirrt. Während meiner gesamten Ehe hatten mir wohlmeinende Menschen gesagt, wenn ich das nicht gesagt oder getan hätte, hätte er vielleicht nicht trinken müssen. Ich war sehr verletzt, so sehr, dass ich körperliche Probleme hatte.
Die Entscheidung, zu einem Meeting zu gehen und es tatsächlich durchzuziehen, war also ein großer Schritt und äußerst beängstigend. Aber was ich an diesem Tisch erlebte, hatte einen nachhaltigen Einfluss auf mich und veränderte meine Denkweise für immer.
Hier war eine Gruppe von Menschen, die wussten, wie ich mich fühlte; sie hatten ein ähnliches Leben geführt, waren glücklich und normal und hatten großes Verständnis für meine Situation.
Ich saß auf meinem Stuhl, zusammengeschrumpft zu einem kleinen Ball, und hatte Angst, dass mir die Tränen kommen würden, wenn ich den Mund aufmachte. Bevor ich an diesem Tag nach Hause ging, drückte die Frau, die neben mir saß, meine Hand und sagte mir, ich solle “wieder kommen”.
Ich bin so dankbar, dass ich stark genug war, mich dazu zu zwingen, zu diesem ersten Meeting zu gehen. Es war der Beginn einer Reise, die ich bis heute fortsetze.
Von Becky L., Pennsylvania
Das Forum, November 2023 Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von The Forum, Al-Anon Family Group Headquarters, Inc. in Virginia Beach, VA.

Der Tiefpunkt als Geschenk zum Neuanfang

Foto: großes TreppenhausMein Mann und ich waren sowohl in der Familienberatung als auch in der spirituellen Beratung, und man sagte mir, ich solle zu Al-Anon gehen und er zu A.A. Natürlich dachte ich, es sei alles sein Problem, und wenn er nur mit dem Trinken aufhören würde, wären wir nicht in dieser Situation.
Mein Mann war bei A.A. ein und aus gegangen, und er bat mich, es einfach mit Al-Anon zu versuchen. Aber ich sagte nein. “Hör Du einfach auf zu trinken!”
Er lieh für mich von einer Nachbarin etwas Literatur zum Lesen. Ich gab sie ihr sofort zurück. Zufällig fand ich jedoch die Broschüre „Das Karussell des Leugnens“ auf dem Schreibtisch, und ich beschloss schließlich, sie mal zu lesen. Der Abschnitt über die einzelnen Rollen der Familienmitglieder, beeinträchtigt durch die Alkoholkrankheit, brachte mich aus meiner Verleugnung heraus, und der Gedanke, zu Al-Anon zu gehen, war geboren.
Kurz darauf wurde mein Mann wegen Trunkenheit am Steuer angeklagt, und er entschied sich für eine Familienberatung durch das örtliche Genesungszentrum, anstatt ins Gefängnis zu gehen. Ich hatte keine andere Wahl, als mit ihm zur Beratung zu gehen. Die Aufgabe des Beraters für uns war, dass mein Mann zu A.A. und ich zu Al-Anon gehen sollte – und an diesem Abend gab es ein Meeting. Schließlich war ich so unglücklich, dass ich endlich bereit war, das Geschenk des Tiefpunktes anzunehmen.

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