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Glücksgefühle

Foto einen BlüteVor zwei Wochen ging es wieder los. Unsere Gruppe traf sich erstmals wieder von Angesicht zu Angesicht. Zwar dürfen wir auf absehbare Zeit noch nicht an unseren angestammten Ort, aber es gibt eine Alternative, wo wir unter den vorgegebenen Auflagen ein „richtiges“ Meeting abhalten können.
Jeder erzählte ein bisschen vom Erleben der Zeit – ohne – und die Möglichkeiten, mit Hilfe der Kontakte und der Literatur keine Rückschritte zu machen oder diese in Grenzen zu halten oder vielleicht sogar ein bisschen Wachstum bei sich zu erkennen.

Ich hatte während der Wochen ohne persönliche Meetings meine eigene Großbaustelle, eine größere Operation in Coronazeiten ist nochmal eine ganz andere Herausforderung, als so ein Eingriff sowieso schon ist. In der Klinik war ich umsorgt und sicher. Die Vorbereitungen waren sehr vorausschauend und ich konnte mit der Verbindung zu meiner Höheren Macht auch gut meine vielen Freunde in der Gemeinschaft in die aufkommenden Bedenken einbeziehen.

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Mein Weg in mein Leben

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Bevor ich zu Al-Anon kam, hatte ich im Beisein anderer Menschen nie das Gefühl, ich selber sein zu können. Ich war zu eifrig damit beschäftigt so zu sein, wie ich meinte, dass mich andere sehen wollten, und ich hatte Angst, die Menschen würden mich – so wie ich bin – nicht annehmen.

Aber in meinem ersten Al-Anon Meeting fühlte ich mich wohl. Al-Anon Freunde sprachen über allgemeine Charaktereigenschaften, die ich an mir selbst feststellte. „Sie sprechen über sich selbst, aber sie beschreiben mich“, dachte ich. „Jedenfalls bin ich nicht verrückt“. Meetings halfen mir zu erkennen, dass es auf der Welt viele Menschen gibt wie mich – Menschen, die durch den Alkoholismus eines anderen in Mitleidenschaft gezogen worden sind. In diesen Meetings hatte ich es nicht nötig, Menschen anzulügen und allmählich lernte ich, dass ich es nirgendwo nötig hatte, irgend jemanden anzulügen. Ich erkannte, dass ich mein Leben um des inneren Friedens willen leben kann und nicht der äußeren Erscheinung wegen.

Überlegung für Heute

Ein Leben, das voller Freude, aber auch voller Probleme ist, beweist mein Menschsein. Was mich hervorhebt, ist der Weg, auf den ich gestellt wurde, um darauf zu gehen. Meinen Weg kann kein anderer für mich gehen. Auch ich kann keinen anderen Weg gehen, um irgend jemandem einen Gefallen zu tun.

 „Mein Leben, das mich daran gehindert hat, lebendig und liebevoll zu sein, war in einer Schale verborgen. Jetzt ist die Schale aufgebrochen und die Kraft des Al-Anon Programms füllt die Leere, die mich jahrelang vom Leben fern hielt.“

Wie wir es verstanden

Quelle: Mut zur Veränderung – 9. August – Seite 222

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
www.al-anon.de

Die Krankheit schläft nur

FotoAls ich diesen einen Satz im Online Meeting las, da spürte ich in meinem Inneren eine Dankbarkeit, weil mir wieder voll bewusst wurde, dass diese Krankheit Alkoholismus nur zum Stillstand gebracht werden kann, nicht heilbar ist. “Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker”, trocken oder nass.
Ich denke manchmal, es ist ein Wunder, dass unser Sohn nicht trinken musste, als letztes Jahr unser geliebter Hund 9 Tage in den Bergen bei Wind, Sturm und Kälte verschwunden war.
Mir half unwahrscheinlich unser Al-Anon Programm.
Gleichzeitig muss ich gestehen, ich hatte solche Angst, dass er wieder zu trinken beginnt, dass er den Schmerz ohne Alkohol nicht aushält. Meine Befürchtung trat Gott sei Dank nicht ein. Ich konnte ruhig und besonnen bleiben, während unser Sohn und mein Mann niedergeschlagen, innerlich in Aufruhr und schlaflos waren.
Ich dachte, nur nicht chaotisch werden, sondern gelassen bleiben und alles in Gottes Hände legen. So konnte ich alles mögliche in die Wege leiten.
Ich rief Leute vom Skiclub an und bat um Hilfe. Ich bat die Feuerwehr um Hilfe bei der Suche. Eine Bekannte stellte die Suche in Whats App, wo sie viele Leute erreichte. Private Leute suchten mit, ich bat um Berichte im regionalen TV u.a.
Ich will damit sagen, wenn ich auch noch verzagt gewesen wäre und die Hoffnung, wie unser Sohn, schnell aufgegeben hätte, wäre unser damals 1/2 ! jähriger Golden Retriever heute tot. …weiterlesen …

Gesunde Grenzen

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Ich glaube, das Wort „Loslassen“ wird oft missverstanden. Für mich bedeutet loslassen die Freiheit, das zu besitzen, was mir gehört und anderen zu erlauben, das zu besitzen, was ihnen gehört.

Diese Freiheit erlaubt mir, meine eigene Identität zu wahren und dennoch anderen Liebe und Fürsorge entgegenzubringen und ihre Gefühle zu verstehen. Tatsächlich glaube ich, dass wir als Menschen daran gemessen werden können, ob wir fähig sind, Schmerz und Freude eines Anderen wahrzunehmen. Seit langem wende ich die Al-Anon Prinzipien an, so gut ich kann. Aber wenn jemand in Al-Anon erzählt, es ginge ihm oder ihr schlecht, kann ich mich wieder in den ersten Tag zurückversetzen. Ich lebe nicht mehr mit dieser Seelenqual, aber ich kann sie fühlen. Ich kann den Schmerz anderer spüren, ohne ihn beseitigen zu wollen. Für mich ist das ein Al-Anon Erfolgserlebnis.

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Mich annehmen – in allen Angelegenheiten

Foto von einem BuchGut, dass ich gerade in der momentanen Zeit das Buch „In all` unseren Angelegenheiten – aus der Krise Nutzen ziehen“ lese. Durch die Kontaktbeschränkungen werde ich wieder mehr auf mich selbst zurückgeworfen…und alte Charaktermängel versuchen, sich wieder auf meiner Lebensbühne Platz zu schaffen.
Heute z.B. schleicht sich dieser tiefen Mangel an Selbstwert, der mich fast mein ganzes Leben begleitete, wieder in`s Rampenlicht. Früher suchte ich immer Bestätigung im Außen, um mich ein wenig lebens-berechtigt zu fühlen.
Die Familienkrankheit Alkoholismus hatte mich voll im Griff. Alles setzte ich daran, um irgendwie Liebe und Anerkennung zu bekommen. Und glaubte doch nicht, dass ich wertvoll sein könnte. Ich unterstellte allen, sie könnten nicht mich meinen und war gleichzeitig von ihnen abhängig. Somit hatte ich „viele Götter“.

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Spüren…

Heute morgen unter der Dusche war der Gedanke plötzlich ganz klar da: „Ich darf einfach in Ruhe duschen. Ich muss vorher nicht zwanghaft Sport gemacht haben.“ Dabei konnte ich diesen Satz auch wirklich spüren; diese neue Wahrheit ist tatsächlich endlich auch in meinen Zellen, in meinem Körper angekommen. Welch ein Geschenk und welche Dankbarkeit!
Bei meinem Aufwachsen in einer alkoholkranken Familie musste ich immer etwas tun, bevor ich z.B. ausruhen durfte.
Natürlich musste ich angepasst, brav und pflegeleicht sein, um angenommen und geliebt zu werden. Dieses Muster nahm ich unbemerkt mit in meine eigene Familie und verhielt mich meinem trinkenden Mann, den Kindern und auch mir selbst gegenüber genauso. Das Zwanghafte, das Nicht-Spüren, war meine letzte Chance, vermeintlich überhaupt etwas unter Kontrolle zu haben.
Natürlich hat das nicht funktioniert und es folgten harte Jahre für mich. In Al-Anon fand und finde ich die Grundlage, wie ich mein Leben im Vertrauen auf (m)eine Höhere Macht, die letztlich alles in der Hand hat, bestmöglich ohne Zwang leben kann.
Ich habe gelernt, ich darf einfach glücklich sein.
Das bedeutet nicht die Abwesenheit von Schmerz und Trauer. Doch auch für den Umgang damit finde ich in unserem Arbeits-Programm die Werkzeuge…es ist eben ein Programm für das ganze „pralle“ Leben. Heute weiß ich, ich bin geliebt, bedingungslos, von einer Macht, größer als ich selbst und ich bin berechtigt, lebensfroh zu leben.
Danke an unsere lebendige Gemeinschaft!
Heike

Was erwarte ich für mich von Al-Anon?

Foto, gestapelte flache SteineIch kam als Häufchen Elend hier an. Ich kam mit meinem Leben in alkoholkranken Familienstrukturen nicht mehr zurecht. Nach außen stand eine 1a-Fassade. Ich lächelte und scherzte meine Probleme weg. Und hasste mein Tun, weil innen und außen immer mehr auseinander gingen.
Ich fühlte mich wund und leer und stellte nach außen Lebensfreude zur Schau. Keiner sollte sehen wie es mir ging. Mitleid gibts umsonst. Neid muss man sich verdienen, so meine Denke damals. Vor etwas mehr als zwei Jahren.

Damals heulte ich fast jeden Abend. Rückblickend aber nicht um mich, sondern um meinen Mann, der sich damals sehr in Alkohol flüchtete und jeden Abend betrunken schlafen ging. Ich heulte um meine Partnerschaft. Nicht um mich. Ich sah das Problem nur bei meinem Mann, fühlte mich fremdbestimmt, als Opfer seiner Taten. Mir war überhaupt nicht bewusst, dass ich mich verloren hatte und an die Stelle einer Höheren Macht, auf die ich mich verlassen kann, einen alkoholkranken Menschen gestellt hatte, um den ich kreiste.

In diesem Zustand suchte ich auf den Internetseiten von A.A. nach Hilfe für meinen Mann… und fand einen Hinweis auf das Al-Anon Online-Meeting. Ich las den Hinweis und nutzte ihn volle 2 Monate nicht, stattdessen versuchte ich meinen Mann dazu zu bewegen sich Hilfe zu suchen.

Erst als ich dieses Ansinnen als gescheitert betrachten konnte, fiel ich ins Bodenlose und meldete mich in purer Verzweiflung und nackter Angst hier an. Ich hatte emotional nichts mehr zu verlieren. Ich hatte den Zugang zu meinen positiven Gefühlen fast völlig abgeschnitten, ich spielte sie nur noch und empfand stattdessen Angst, Schmerz und Wut. Wie die meisten erwartete ich von Al Anon das Rezept zur Trockenlegung meines Partners.

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10 Jahre Al-Anon – was mir geholfen hat

Vor 10 Jahren hielt ich dem Druck nicht mehr stand und wandte mich erneut an den Suchtbeauftragten. Dieser erkannte meine Situation. Ich „musste“ zur Kur. Erst in dieser Zeit vertraute ich mich meiner Schwester und meiner Mutter an. Ich hatte keine Kraft mehr weiter zu lügen.
Dass ICH zur Kur kam fand ich ungerecht, weil ja nicht ICH das Problem war. Ich kam dort an und ICH fühlte mich rausgeschmissen. Gleichzeitig war es mir völlig unheimlich, wie es jetzt zu Hause weitergehen soll, wenn ich nicht da bin. Und was die Therapeuten von mir wollten, verstand ich überhaupt nicht. Aber der Abstand von zu Hause tat mir sehr gut.
Ich hatte mir inzwischen einen festen Rückenpanzer zugelegt, ein dickes Fettpolster und trug vorwiegend schwarze Kleidung.
Hier in der Kur, konnte ich mal frei und unbeschwert sein und mit anderen lachen. Lachen hatte ich verlernt. Und Sport machen, meinen Körper mal wieder spüren. Und ich wurde zu einer nahe gelegenen Selbsthilfegruppe verwiesen, zu Al-Anon.

Am ersten möglichen Abend, schlich ich nur um das Haus herum und traute mich nicht, hatte Angst davor. Aber das Plakat im Aushang sprach mich sehr an: eine einsame Blume mit abgeknicktem Kopf – ja, genauso fühlte ich mich.
Am nächsten möglichen Abend kannte ich bereits zwei weitere Frauen mit Alkoholproblemen in der Familie, jetzt trauten wir uns zusammen hinein.
Die erste Begegnung mit der Gruppe war unglaublich. Wir wurden von Herzen begrüßt und aufgenommen. Ich hörte, dass Alkoholismus eine Krankheit ist und ich KEINE SCHULD an dem Zustand meines Mannes habe. Es fielen riesengroße Hinkelsteine von mir ab. Und ich wurde verstanden, erhielt NICHT die üblichen Ratschläge zur sofortigen Trennung, sondern Verständnis für meine zwiespältigen Gefühle.
Ich suchte mir zu Hause eine Al-Anon-Gruppe und besuche diese seitdem regelmäßig. Inzwischen habe ich viel gelernt. Es ist ein ständiger Lernprozess, in dem ich meinen Charakter erkenne und auffüllen darf. Mir helfen die Aussagen und Meinungen der anderen, die mir neue Einblicke in mein Verhalten gewähren.

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10 Jahre Al-Anon – wir veränderten uns


Teil 2
Bei passenden Gelegenheiten fragte ich hier und da andere Frauen in unserem Bekanntenkreis, deren Männer auch sichtbar viel tranken, wie sie denn mit der Situation umgehen würden. Ich erhielt keine befriedigenden Antworten und es ergab sich auch kein Gespräch, denn bei denen war alles in Ordnung. Dort gab es keine Probleme.
Wir veränderten uns Stück für Stück. Wir schimpften uns an, schoben uns gegenseitig Schuld zu und beleidigten uns. Jeder wusste genau, wie er den anderen kriegen kann. Ich fühlte mich durch sein komisches Verhalten bedroht und hatte Angst davor, dass er aggressiv werden würde, wie ich es aus der Kindheit von meinem Stiefvater kannte. Ich lernte Selbstverteidigung in einem Verein.
Schließlich zog ich aus dem gemeinsamen Schlafzimmer aus und richtete mir eine kleine Ecke in dem allerweitesten entfernten Zimmer ein. Selbst dorthin kam er mir hinterher, baute sich vor mir auf und fragte, was das jetzt soll.
Ich hatte meinen Mann verloren, meine Liebe verloren, meinen Sexualpartner verloren. Es ging einfach alles nicht mehr mit dem Alkohol als ständigen Begleiter. Inzwischen wohnte sein Sohn wegen Schwierigkeiten in seiner bisherigen Familie bei uns. Ich bemühte mich, diesem zu bestätigten, dass das Verhalten seines Papas nicht normal ist und dies durch den Alkohol kommt. Ich wollte ihn wenigstens in seiner Wahrnehmung nicht allein lassen, konnte aber das Verhalten seines Papas nicht ändern. Wenn ich als abendlicher Gesprächspartner nicht zur Verfügung stehen wollte, nahm er sich seinen Sohn.

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10 Jahre Al-Anon – wie es begann…

Hallo, ich bin Anne und gehöre zu Al-Anon. Das ist die Selbsthilfegemeinschaft für Angehörige und Freunde von Alkoholikern.
Ich bin mit einer alleinerziehenden Mutter und 4 jüngeren Geschwistern aufgewachsen und habe meinen Vater sehr vermisst, denn ich hatte ihn ja nur 4 Jahre lang erlebt, dann war er weg und hatte eine neue Familie.
Ich habe gelernt, dass Männer ihre Frauen verlassen und diese dann zusehen müssen, wie sie mit ihren Kindern klarkommen. Auch die Schuldzuweisungen an der schlecht funktionierenden Familienstruktur durch den eigentlich ursächlichen Alkoholiker, der über einige Jahre unser Leben durcheinander brachte, haben offenbar tiefe Spuren hinterlassen und mein Verhalten geprägt.
So bin ich mit diesen Startbedingungen in mein weiteres Leben gezogen, die so einige meiner Lebensentscheidungen beeinflusst haben. Ich bin jetzt 64 Jahre alt. Vor 26 Jahren lernte ich meinen Mann kennen. Zu diesem Zeitpunkt war ich seit knapp 4 Jahren allein.
Mein erster Mann hatte sich von mir wegen einer anderen Frau getrennt und ich war schwer verletzt. Das Schicksal schickte mich zu einer schönen Wohnung aufs Dorf. Ich hatte mich in meine neue Situation eingelebt, machte diverse interessante VHS-Kurse mit und hatte neue Freunde gewonnen. Auch spirituell fand ich eine Orientierung, der ich in einer Beziehung nie nachgegangen wäre.
Ein Dorffest brachte die Wende. Da stand er, frisch geschieden, ein Bier in der Hand, ein guter Tänzer, 8 Jahre jünger als ich. Ich verliebte mich Hals über Kopf, obwohl ich das eigentlich nie wieder wollte und schon gar nicht ein jüngerer Mann und Bauer für ein Mädchen aus der Stadt, wie ich es war.

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