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Der Weg zur Gelassenheit

Foto: lange amerikanische StraßeVor Jahren erzählte mir ein Freund, der bei den Anonymen Alkoholikern (A.A.) ist, von den Zwölf Schritten und empfahl mir, zu Al-Anon zu gehen. Er erkannte als Erster, wie krank ich war. Ich wusste nur, dass ich in Wut und Verzweiflung lebte. Ich wusste nicht, dass ich verzweifelt krank war.
Als ich die Zwölf Schritte las, war ich fassungslos. Sie schilderten eine Lebensweise, die sich so sehr von der, die ich bis zu meinem 46. Lebensjahr gelebt hatte, unterscheidet. Zu dem Zeitpunkt fürchtete ich um mein Leben. Aber ich vertraute darauf, dass es mich retten würde, wenn ich ein Leben nach diesen Schritten lebte. Damals war mir noch nicht bewusst, dass es in meinem Leben die Alkoholkrankheit gab. Später wurde mir klar, dass ich von Geburt an davon umgeben war.
Was die Leute in den Meetings sagten, war mir zunächst fremd, aber nach einer Weile konnte ich es nachvollziehen. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich viele Charakterfehler hatte, die mein Leben massiv beeinträchtigten. Die meisten, wenn nicht sogar alle dieser Fehler führten zu Wut, die sich dann in Zorn verwandelt hatte. Ich besuchte weiterhin meine Meetings, obwohl die Selbsterkenntnis langsam und oft schmerzhaft war.
Mit der Zeit wurde mein lähmendes Denken durch das ersetzt, was ich Al-Anon Denken nenne. Ich befand mich auf dem langen Weg zur Gelassenheit, auch wenn ich es anfangs nicht wusste. Meine blinde, beständige Beharrlichkeit führte mich schließlich zur Gelassenheit, obwohl es einige Jahre dauerte. Die Zeit und die Arbeit in Al-Anon haben sich gelohnt.
Von Bruce S., Minnesota

Das Forum, März 2024
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von The Forum, Al-Anon Family Group Headquarters,
Inc. in Virginia Beach, VA

Zuversicht

Foto PlastikköpfeEines der vielen Geschenke, die ich in Al-Anon erhalte, ist eine Form der Zuversicht. Eine Zuversicht, dass es immer einen Weg gibt, was auch immer geschieht. Und, dass ich ihn nie mehr alleine gehen muss. Es sei denn, ich ziehe mich wieder in meine frühere Opfer- und Leidensrolle voll innerer Ängsten zurück.
Heute weiß ich, die Entscheidung liegt bei mir. Das Gefühl, dass es tatsächlich Hoffnung gibt, aus diesem traurigen, einsamen Kreislauf aussteigen zu können, gaben mir die Mitglieder seit meinem ersten Meeting.
Im Laufe der Zeit und mit Hilfe der Zwölf Schritte wuchs langsam mein Vertrauen, dass ich geborgen bin, dass es eine Höhere Macht gibt, die es gut mit mir meint. Ich fand zurück zu dem winzigen Samenkorn der Liebe, das in jedem von uns angelegt ist und behandele mich selbst nun liebevoller.
Dadurch kann ich mich besser von für mich ungesunden Situationen fernhalten oder zumindest abgrenzen. Das ist nicht einfach und erfordert tägliches Üben und Anwenden der Werkzeuge unseres Programms, denn mein Umfeld ist von der Familienkrankheit Alkoholismus und vielen „Unbehandelten“ durchdrungen.
Sie alle haben ihre eigene Höhere Macht, die sie trägt. Dieses Bild hilft mir immer wieder, bei der Verantwortung für mein Verhalten zu bleiben, mein Leben zu leben und alle anderen ihr eigenes leben zu lassen.
Anonym

Die Opferrolle ablegen

Foto ParkIch wollte das Fass ohne Boden meiner Kindheitserfahrungen nie öffnen. Mein Dasein war geprägt durch meinen alkoholkranken Stiefvater, der mich seelisch, körperlich und sexuell missbrauchte.
Im Erwachsenenalter begegnete ich jedoch weiterhin Menschen, die mich missbrauchten. Ich fühlte mich „gezeichnet“. Was sahen diese Täter in mir und wie konnte ich es loswerden? Waren es meine Scham und Schuldgefühle, die sie anzogen? Schien ich zu verletzlich oder war ich anfällig für risikoreiches Verhalten?
Ich benutzte die Werkzeuge des Al-Anon Programms, um meine Schwächen anzusehen, und was ich dabei sah, veränderte mein Leben. Ich lernte etwas über Grenzen. Dann lernte ich den Unterschied zwischen dem ständigen Reagieren auf das Verhalten anderer und der Entscheidung, das zu tun, was für mich am besten ist. Indem ich mich selbst unterstützte, verwandelte sich meine Bedürftigkeit in eine Stärke, die ich nie zuvor gespürt hatte. Ich begann, andere Menschen in mein Leben zu ziehen, freundliche und sanfte Menschen, die sich damit zufriedengaben, zu leben und leben zu lassen.
Durch die Dienstgrundsätze von Al-Anon lernte ich, wie ich Scham und Schuldgefühle loswerden konnte, indem ich meine Verantwortung verstand und übernahm. Meine Scham war ein Produkt all der Zeiten, in denen ich mich nicht gut genug oder weniger wert gefühlt hatte. Meine Schuldgefühle
schienen eine Folge der unrealistischen Erwartungen zu sein, die ich an mich selbst hatte. Immer wieder bat ich demütig meine Höhere Macht, diese kranken Eigenschaften von mir zu nehmen, bis sie nicht mehr Teil von mir waren. …weiterlesen …

Zugehörigkeit

Foto Blick aus ein FlugzeugSeit dem letzten Meeting beschäftigt mich ein Gedanke zur Dritten Tradition. Es geht um die Zugehörigkeit.

Zugehörigkeit nicht nur zu Al-Anon, weil mein Leben durch das Trinken vieler Menschen in meinem Leben beeinträchtigt war und auch bleiben wird.
Die Zugehörigkeit war früher stets mit dem Erfüllen bestimmter Voraussetzungen verbunden. Sei brav, dann … in der Kindheit. Mach, was wir sagen, damit … von den Freunden meiner Jugend. Pass dich mir an, dafür … ein Versprechen vom trinkenden Mann an meiner Seite. Dazugehört habe ich trotz aller Bemühungen meist nicht.

Ich kam zu Al-Anon, und obwohl der Mann an meiner Seite nicht trank, war ich sofort ein Teil dieser Gemeinschaft. Ich merkte schnell, was mich mit den Menschen verband, die an diesem Abend am Tisch saßen. Sie vermittelten mir einen Zugang zu Hilfsmitteln, wie unsere Literatur, eine Sponsorin, die für die Verbesserung meiner Lebenssituation hilfreich waren. Es gab auch Beispiele, die ich besser nicht ausprobieren sollte.

Ich durfte viel lernen und gehöre nach all den Jahren immer noch dazu, ohne dass irgendjemand es von irgendetwas abhängig macht.

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Ich musste etwas ändern

Als ich das erste Mal zu einem Al-Anon Meeting ging, hatte ich keine Ahnung, was Al-Anon ist oder warum ich es brauchte. Alles, was ich wusste, war, dass mein Leben schon seit geraumer Zeit nicht mehr in den Griff zu bekommen war.
Nach zwei Jahren der Ermutigung durch eine Freundin war ich endlich an einem Punkt, an dem ich wusste, dass sich etwas ändern musste. Was mir nicht klar war, war, dass dieses „Etwas“ eigentlich ich selbst war.
Ich wusste, dass das Leben meiner Freundin genauso chaotisch war wie meines, aber sie schien mit ihrem Leben, so wie es war, Frieden geschlossen zu haben.
Als ich anfing, an den Meetings teilzunehmen, war ich noch ziemlich benebelt. Ich erinnere mich nicht einmal mehr daran, welche Literatur die Gruppe gerade las. Aber als wir das Buch, So wirkt Al-Anon (Best. Nr. 105) bearbeiteten, begann alles für mich einen Sinn zu ergeben. Als ich die Texte hörte und den anderen zuhörte, begann ich, die Schuldgefühle loszulassen. Ich hatte sie bekommen, weil ich das Leben meiner Tochter während ihrer College-Zeit nicht kontrolliert hatte. Ihr „Vorschläge“ zu machen, gab mir ein gutes Gefühl. Ich fühlte mich besser.
Die Konzentration auf mich selbst war ein Geschenk, das ich meiner Tochter und mir selbst machte. Es gab ihr ihre Würde zurück, und allmählich wurde auch mein eigener gesunder Menschenverstand wiederhergestellt. Ich fing an, das Al-Anon Programm besser zu verstehen, wie es funktioniert, wie es anderen geholfen hat. Und nach vier Jahren hilft es auch mir.
Von Amy B., Texas
Das Forum, März 2024, Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von The Forum, Al-Anon Family Group Headquarters, Inc. in Virginia Beach, Virginia, USA.

Die Wege der Genesung

Foto mit 2 VerkehrsschildernAuf dem Heimweg vom Urlaub sah ich am Flughafen diese Verkehrszeichen und war an meinen Weg in Al-Anon erinnert. Warum?
Fußgängerüberweg = Hier kann es Hilfe geben!
Achtung Fußgänger = Vorsicht, hier gibt es etwas, das Dein Leben verändert!
Weit hergeholt? Für mich nicht, denn ich wollte bei meinem ersten Meetingbesuch mein neu gewonnenes Leben endlich von den Spuren des Alkoholismus befreien. Ich fand schon am ersten Abend sehr viele Übereinstimmungen bei den Geschichten der Teilnehmer. Ich war nicht mehr allein, mit dem Geheimnis der Familienkrankheit, mit meinem Drang alles selber zu regeln, die Hilfe von anderen skeptisch erst einmal abzulehnen, meinem ständigen Gefühl von Überforderung und so fort.
Hier war mein geschützter Raum, wo ich über die Straße auf eine gesündere Seite wechseln konnte. Das war mit Arbeit verbunden und ich musste es selber machen. Daher auch ein Bezug zu dem zweiten Bild. Durch die Programmarbeit veränderte sich mein Leben und ich veränderte mich erkennbar.

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Der Beginn meiner Reise

Foto zeigt viele FahrspurenIch besuchte mein erstes Al-Anon Meeting, als mein Mann in der Reha war. Meine Kinder waren damals sieben und fünf Jahre und das jüngste elf Monate alt. Ich war verängstigt und verwirrt. Während meiner gesamten Ehe hatten mir wohlmeinende Menschen gesagt, wenn ich das nicht gesagt oder getan hätte, hätte er vielleicht nicht trinken müssen. Ich war sehr verletzt, so sehr, dass ich körperliche Probleme hatte.
Die Entscheidung, zu einem Meeting zu gehen und es tatsächlich durchzuziehen, war also ein großer Schritt und äußerst beängstigend. Aber was ich an diesem Tisch erlebte, hatte einen nachhaltigen Einfluss auf mich und veränderte meine Denkweise für immer.
Hier war eine Gruppe von Menschen, die wussten, wie ich mich fühlte; sie hatten ein ähnliches Leben geführt, waren glücklich und normal und hatten großes Verständnis für meine Situation.
Ich saß auf meinem Stuhl, zusammengeschrumpft zu einem kleinen Ball, und hatte Angst, dass mir die Tränen kommen würden, wenn ich den Mund aufmachte. Bevor ich an diesem Tag nach Hause ging, drückte die Frau, die neben mir saß, meine Hand und sagte mir, ich solle “wieder kommen”.
Ich bin so dankbar, dass ich stark genug war, mich dazu zu zwingen, zu diesem ersten Meeting zu gehen. Es war der Beginn einer Reise, die ich bis heute fortsetze.
Von Becky L., Pennsylvania
Das Forum, November 2023 Nachdruck mit freundlicher Genehmigung von The Forum, Al-Anon Family Group Headquarters, Inc. in Virginia Beach, VA.

Der Tiefpunkt als Geschenk zum Neuanfang

Foto: großes TreppenhausMein Mann und ich waren sowohl in der Familienberatung als auch in der spirituellen Beratung, und man sagte mir, ich solle zu Al-Anon gehen und er zu A.A. Natürlich dachte ich, es sei alles sein Problem, und wenn er nur mit dem Trinken aufhören würde, wären wir nicht in dieser Situation.
Mein Mann war bei A.A. ein und aus gegangen, und er bat mich, es einfach mit Al-Anon zu versuchen. Aber ich sagte nein. “Hör Du einfach auf zu trinken!”
Er lieh für mich von einer Nachbarin etwas Literatur zum Lesen. Ich gab sie ihr sofort zurück. Zufällig fand ich jedoch die Broschüre „Das Karussell des Leugnens“ auf dem Schreibtisch, und ich beschloss schließlich, sie mal zu lesen. Der Abschnitt über die einzelnen Rollen der Familienmitglieder, beeinträchtigt durch die Alkoholkrankheit, brachte mich aus meiner Verleugnung heraus, und der Gedanke, zu Al-Anon zu gehen, war geboren.
Kurz darauf wurde mein Mann wegen Trunkenheit am Steuer angeklagt, und er entschied sich für eine Familienberatung durch das örtliche Genesungszentrum, anstatt ins Gefängnis zu gehen. Ich hatte keine andere Wahl, als mit ihm zur Beratung zu gehen. Die Aufgabe des Beraters für uns war, dass mein Mann zu A.A. und ich zu Al-Anon gehen sollte – und an diesem Abend gab es ein Meeting. Schließlich war ich so unglücklich, dass ich endlich bereit war, das Geschenk des Tiefpunktes anzunehmen.

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Ein Ort mit Liebe, Verständnis und Umarmung

Die Entscheidung, zu Al-Anon zu gehen, fiel mir sehr schwer. Ich war schon oft an Al-Anon verwiesen worden, aber ich hatte Angst, dass andere herausfinden könnten, was in unserer Familie vor sich ging. Ich schämte mich, es war mir peinlich und ich hatte große Angst.
Bei dem ersten Meeting, zu dem mein Mann und ich gemeinsam gingen, war nur eine Person anwesend. Sie war wunderbar und tröstete meinen Mann und mich, aber sie hatte keine Erfahrung damit, Vater oder Mutter eines Alkoholikers zu sein. Sie versicherte uns, dass wir, wenn wir immer wieder kämen und verschiedene Meetings ausprobierten, eines finden würden, das für uns geeignet sei.
Es dauerte ein paar Versuche, aber schließlich fand ich es. Als das Meeting begann, konnte ich meine Gefühle kaum zurückhalten. Nach der Begrüßung hörte ich den Ersten Schritt: “Wir haben zugegeben, dass wir Alkohol gegenüber machtlos sind und unser Leben nicht mehr meistern konnten”, ich begann zu schluchzen. Ich wusste, dass mein Leben nicht mehr zu managen war. Ich schluchzte das ganze Treffen hindurch, und danach umarmten mich all diese wunderbaren Mitglieder und hielten meine Hände.

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Genug war genug

Viele Jahre lang schlugen meine Mutter und andere Familienmitglieder mir vor, zu Al-Anon zu gehen. Ich hatte bereits meinen mittleren Sohn bei einem Unfall unter Alkoholeinfluss verloren, und mein dritter Sohn war ebenfalls alkohol- und drogenabhängig und hatte einen Hirnschaden von einer Überdosis Drogen.
Sein Leben war außer Kontrolle geraten, und meins auch. Entweder würde ich ausziehen oder er, also sagte ich ihm zum zweiten Mal nach einer besonders schlimmen Situation, er solle gehen.
Das war vor Jahren, und er ist immer noch in der Reha, trinkt weiterhin und ist derzeit obdachlos.
In der Zwischenzeit schlugen die Leute immer wieder Al-Anon vor, aber ich wehrte mich dagegen. Ich hielt es lange für egoistisch, mich um mich selbst zu kümmern, wenn jemand, den ich liebte, so sehr Hilfe brauchte. Schließlich, nach einem weiteren seiner häufigen Rückfälle, machte etwas in mir klick. Ich hatte Angst, dass ich es diesmal nicht schaffen würde, aus meiner selbst auferlegten Dunkelheit herauszukommen, und beschloss, dass es genug war.
Ich fuhr selbst zu meinem ersten Al-Anon Meeting und saß auf dem Parkplatz und versuchte, den Mut aufzubringen, hineinzugehen. Sollte ich oder sollte ich nicht? Schließlich öffnete ich die Autotür. Ich beschloss, meinen Körper hineingehen zu lassen, und hoffte, dass mein Geist mir folgen würde. Das tat er.
Was ich dort vorfand, waren Menschen wie ich, deren Leben durch den Alkoholkonsum eines anderen beeinträchtigt worden war, Menschen, die den Mut hatten, sich einzugestehen, dass sie Hilfe brauchten, und etwas dagegen unternahmen. …weiterlesen …
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