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Mich auf mich selbst konzentrieren

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109)Manchmal ist es nicht so wichtig, was ich tue, sondern warum ich es tue. Wenn ich mich zum Beispiel dafür entscheide, offen auszusprechen was mich ärgert, werden meine Motive zu sprechen Einfluss darauf haben, was ich sage und wie ich es sage. Wenn ich spreche, weil ich denke, dass dies nun der richtige Zeitpunkt ist und weil ich das Bedürfnis habe, mich zu äußern, dann konzentriere ich mich auf mich selbst. Die Reaktionen des Ansprechpartners werden so weniger wichtig.

Wenn ich aber spreche, um Andere zu manipulieren oder zu ändern, wird die Reaktion der anderen zum Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit und zum Maßstab, nach dem ich die Ergebnisse bewerte.

Ich benutze vielleicht in beiden Situationen die gleichen Worte, aber wahrscheinlich fühle ich mich viel besser, wenn ich mich auf mich selbst konzentriere. Es liegt Ironie darin, dass auch die Ergebnisse meistens wesentlich günstiger zu sein scheinen, wenn ich auf diese Weise vorgehe.

Überlegung für Heute

Heute werde ich, anstatt nur nach den Ergebnissen zu schielen, darauf achten, so zu handeln, wie ich glaube, dass es für mich richtig ist.

„Selbst wenn ich wüsste, dass die Welt morgen in Stücke bräche, würde ich heute noch meinen Apfelbaum pflanzen.“

Martin Luther

Quelle: Mut zur Veränderung – 05. November – Seite 311

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4 – D – 45128 Essen
Tel. : 0201 / 77 30 07 – www.al-anon.de

Mir und anderen glauben

Foto vom ZiergrasMeine Familie lebte mit dem Grundsatz: was hier passiert, geht keinen draußen etwas an. Alle bewunderten unsere Familie mit dem fleißigen Vater, der vielbeschäftigten Mutter und den drei wohlgeratenen Töchtern. Was an Gewalt, Ungerechtigkeit und Härte innerhalb der vier Wände zwischen allen Beteiligten ausgetauscht wurde, war das große Familiengeheimnis. Viele Vorkommnisse hatte ich so gut in mir vergraben, dass ich eine meiner Schwestern immer wieder fragen musste, ob es real oder in meiner Phantasie so gewesen war. Sie ist fast sieben Jahre älter und dieser Austausch war irgendwann sehr heilsam für uns beide.
Die Erkenntnisse alleine brachten mich nicht davon ab, dieses Muster dann in der Ehe mit dem Alkoholiker selber zu leben. Erst mit Hilfe von Al-Anon und der Inventur im Vierten Schritt konnte ich ohne Verifizierung durch andere auf mein Leben blicken. Jetzt musste ich feststellen, dass ich häufig nicht nur mir nicht glaubte, sondern auch sehr schlecht annehmen konnte, was andere Menschen mir rückmeldeten. Sowohl die positiven als auch die negativen Aussagen brachten mich immer in eine Situation, Positives klein zu machen und Negatives schön zu reden oder abzustreiten. Mit viel Übung habe ich heute gelernt, dass mir kein Zacken aus der Krone fällt, wenn ich einen Fehler zugebe und mich bemühe, es beim nächsten Mal besser zu machen.

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Mein innerer Frieden kam zurück

Foto, Meer mit dunklen WolkenAls Ehefrau eines aktiven Alkoholikers bin ich unzählige Male von splitterndem Glas, Schreien im Nebenzimmer oder nächtlichen Übergriffen wach geworden. Solche Dinge passieren meist um drei oder vier Uhr nachts, und ich reagierte jedesmal selbst mit Geschrei – meist waren es Drohungen oder Beleidigungen. Danach stürmte ich zur Haustür hinaus, sicher, dass meine giftige Reaktion das einzig Richtige wäre. Aber all das stellte nur sicher, dass auch ich wach bleiben würde und am nächsten Tag übermüdet war. Meine Lösung war ein Schild auf meinem Nachtisch, auf dem stand: „Wenn der Alkoholiker trinkt, ist er nicht mehr er selbst. Ich verschwende meinen Atem und zerstöre meine Gelassenheit, weil ich dann nicht mit ihm, sondern mit der Flasche spreche.“ Diese Strategie funktioniert meistens, auch wenn ich manchmal in altes Verhalten zurückfalle. Aber das erinnert mich nur daran, dass das Programm „Fortschritt statt Perfektion“ empfiehlt.
Aus: The Forum, June 2018, S. 12-13 von Karlyn P.. Florida
Gedruckt/Veröffentlicht mit der Erlaubnis von The Forum, Al-Anon Familiengruppen Hdqts., Inc., Virginia Beach

Familienfeier

Foto von einen DruckGerade bin ich zurück von einem Familienfest. Schöne Feier? Ja, aber…. Ich bin erschöpft und weiß auch warum. Viele Situationen haben mich gefordert, alle meine Werkzeuge parat zu halten. Ich war gut gewappnet, hatte als Einstieg eine entspannte Geburtstagsfeier bei einer lieben Freundin aus der Gemeinschaft und fuhr von dort weiter zur Familie.
Erstes Übungsfeld war meine Planung, nach der Zugfahrt eigenständig zu meiner Schwester fahren. – Ich brauche keinen Shuttle, die Anschlussfahrt ist im Ticket drin. Ich muss nur ein bisschen auf den Bus warten. – Ja, aber…… wir sind doch schneller da und das ist auch bequemer…..
Gut gemeint, aber das Ergebnis war, dass mein Fahrer noch schnell beim Bäcker vorbeifahren musste, um die Festtagstorte zu holen, weil der Bäcker ja gleich zu macht. In der Hektik, vergaß er den Auftrag, auch noch die Brötchen für das Wochenende mitzubringen. Also, nochmal los. – Loslassen und Gott überlassen -.
Nächste Übung hing mit meinem Versprechen zusammen, uns einen Kuchen zu backen. Ich stand in der Küche und meine Schwester konnte sich nicht entspannen und mich einfach machen lassen. – Ich wiege aber immer zu. – – Lass es mich auf meine Art machen. – – Ja, aber …… ich mache es immer so. – – Gott, gebe mir die Gelassenheit – So ging es weiter bis zum nächsten Tag mit unnötigem Hin- und Herfahren, Kontrolle, gut gemeinten Ratschlägen und kräftezehrender Einmischerei.
– Aufgaben werden nur einmal verteilt. Zehnter Dienstgrundsatz.-

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Hoffnung wider alle Hoffnungslosigkeit

Foto von einer WindmühleDurch Zufall hörte ich von einer lieben Person, dass es nicht nur für Alkoholiker, sondern auch für Angehörige eine Gruppe gibt, die sich Al-Anon nennt. Irgendwas trieb mich tatsächlich dorthin. Heute würde ich sagen, meine Höhere Macht hatte „die Hand im Spiel“. So viele andere Versuche sind gescheitert, meinem alkoholkranken Sohn zu helfen. „Denn Suchtopfer sind nicht nur die Süchtigen“, auch deren Angehörige brauchen Hilfe.
Als ich dann vor mehreren 24 Stunden voller Verzweiflung, Angst, Hoffnungslosigkeit und Verwirrung zu Al-Anon kam und ich dort zum erstenmal den Ersten Schritt hörte, verstand ich fast gar nichts. Aber irgendwie ging ich anders nach Hause, als ich gekommen war. Ich nahm den für mich wichtigen Satz mit, dass ich nicht Schuld am Trinken meines Sohnes bin. Das war für mich schon mal ein ganz wichtiger „Aufhänger“. Ich musste begreifen, dass ich nicht gegen Windmühlen kämpfen kann, da ich den Kampf nie gewinnen werde. Es ist niemals leicht, sich geschlagen zu geben, zu sehen, dass ich wirklich kapitulieren kann, wenn ich so viele Jahre versucht habe, das Problem Alkoholismus auf meine Art und Weise zu lösen.
Es war trotzdem ein langer Weg für mich, denn so, wie ich das Programm vom Kopf her begriffen hatte, war es immer noch schwierig, es im Umgang mit dem Alkoholiker anzuwenden. Ich bin auch immer wieder – auch heute noch – vom Wohlbefinden und den Launen des Alkoholikers abhängig, statt in Liebe loszulassen.
Eines wusste ich sehr bald genau: Die Al-Anon Meetings sind genau das Richtige für mich, sie sind das, wonach ich schon lange gesucht habe. Hier fand und finde ich Menschen mit ähnlichen Sorgen und Problemen, aber auch viel Liebe und Verständnis. Auch, dass ich in den Meetings endlich

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Ich fühle mich nicht mehr zerbrochen

Foto mit Palmen und AbendrotBevor ich zu Al-Anon kam, fühlte ich mich wie verfolgt – von meinem eigenen, kranken Denken und vom verbalen Missbrauch meines alkoholkranken Mannes. Dieser Missbrauch dauerte nun schon 18 Jahre. Wir waren uns in der Uni begegnet, und waren beste Freunde geworden. Wir studierten und feierten gemeinsam. Doch Jahre später wurde unser Sohn geboren und zu diesem Zeitpunkt beeinflusste Alkoholismus bereits jede unserer Diskussionen und Entscheidungen. Ich kam mir vor wie im Irrenhaus, und mein Denken und Fühlen waren vom Wahnsinn dieser Krankheit mehr und mehr betroffen.
13 Jahre später kam ich dann zu Al-Anon – emotional, mental und physisch gebrochen. Auch wenn ich im Beruf viel Verantwortung trug, war mein Privatleben eine Katastrophe. Dennoch wollte ich keine Gelassenheit, denn das klang langweilig. Ich hatte kein gutes Gefühl dafür, was ich wollte oder brauchte.
Ich hörte bei meinem ersten Meeting eine Geschichte, die noch schlimmer als meine war. Ich fühlte mich angezogen von den spirituellen Worten des Gelassenheitsgebets und der Zwölf Schritte. Ich fühlte mich akzeptiert.
Ich hörte „Nimm‘, was dir gefällt, und lass‘ den Rest beiseite.“ Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass ich als Person und meine Handlungen okay wären. Ich fühlte mich nicht verurteilt oder musste dazugehören. Das gab mir die Freiheit, wiederzukommen.

Aus: the Forum, June 2018, S. 7., von June T., Oregon
Gedruckt/Veröffentlicht mit der Erlaubnis von The Forum, Al-Anon Familiengruppen Hdqts., Inc., Virginia Beach

Durch die Anonymität fühle ich mich sicher

Foto von vielen BlütenNach dreijährigem Kampf, Verwirrung und Freudlosigkeit wegen des Alkoholproblems meines Mannes, fand ich über eine gemeinnützige Organisation zu Al-Anon. Ich war damals absolut am Ende und sah das als einzige Hoffnung, Hilfe zu finden. Obwohl ich mir nie vorstellen konnte, vor einer Gruppe über meine persönlichen Probleme zu sprechen, fühlte ich mich durch die freundliche Aufnahme angezogen. Da waren wildfremde Leute, die mir aus dem Herzen sprachen. Ich sagte lange nichts über meine wirklichen Probleme, aber das Zuhören half mir schon sehr. Al-Anon wurde ganz langsam meine zweite Familie. Nach den Meetings fühlte ich mich meistens stärker und selbstbewusster. Auch deshalb, weil mich niemand kritisierte oder mir besserwisserische Ratschläge gab, ging ich immer wieder hin. Durch die Anonymität fühle ich mich sicher.
In Sponsorengesprächen mit Al-Anon Freunden konnte ich meine Probleme im vertraulichen Austausch ausführlicher besprechen. Manchmal war ich auch meetingsmüde, und einmal sagte ich zu meinem damals vielleicht 14-jährigen Sohn, dass ich heute eigentlich nicht ins Meeting gehen wolle. Darauf meinte er, ich solle ruhig gehen, weil ich danach immer viel ausgeglichener sei.
Heute freue ich mich jede Woche aufs Meeting und ich möchte noch lange hingehen, obwohl ich nicht mehr viel mit der Krankheit Alkoholismus zu tun habe, aber ich kann mich in der Gruppe immer mehr selbst kennenlernen und kann andere Verhaltensweisen einüben, genau in dem Tempo, wie es für mich gut ist. Nicht zu vergessen wäre, dass ich meine Erfahrungen weitergeben kann.
Judith, eine Al-Anon

Ich lerne mich kennen

Foto einer Plastik, Mann mit FernglasAls ich vor nun 20 Jahren zu Al-Anon kam – das war zunächst reiner Zufall: ich kam an einem Haus vorbei, an dem hinter Glas ein Plakat über Al-Anon hing – war es bereits im Bewusstsein, dass in meinem Inneren eine Menge nicht stimmte. Das Gefühl, neben den eigenen Schuhen zu treten, war mir damals ein ständiger Begleiter.
Diese Konstellation brachte mir einige „Vorteile“, wenn man das so sagen kann: Es fiel mir in der Gruppe dann nicht schwer zu begreifen, dass ich für mich komme und dass ich kein Rezept zu erhoffen brauchte, wie ich meine Partnerin von ihrer Sucht kurieren kann. Und dass ich machtlos bin, leuchtete mir sofort ein. Das mit Gott kratzte mich als Agnostiker ein bisschen, zumal gerade der Dritte Schritt an der Reihe war, als ich meinem ersten Meeting beiwohnte. Aber mit der Hilfe der Gruppe überwand ich die Schwierigkeit, setzte die Natur und die Evolution an Stelle des freundlichen alten Herrn, und hatte somit etwas, an das ich glauben konnte, ohne mich dazu künstlich zwingen zu müssen, einen „Gott“, der mir freilich keinen 6er im Lotto, wohl aber Gelassenheit, Mut und Weisheit schenken könnte.
Und so ging es weiter. Von Schritt zu Schritt kam ich zu immer mehr Erkenntnissen, die mein Leben reicher machten, und in meinem Inneren – mit einer gewissen Verzögerung – setzte eine tiefgreifende Änderung ein, bei der ich nach und nach ruhiger, besonnener und selbstbewusster wurde. Ich lernte mich kennen, erkannte, dass ich ein recht liebenswürdiger Mensch bin, dass ich einiges an Qualitäten habe und dass diese nicht allein den
Anderen zugute kommen. Schließlich auch, dass ich keineswegs immer pflegeleicht und immer das Opfer bin. Langsam leuchtete mir ein, dass sich die Welt (wahrscheinlich?) doch nicht gegen mich verschworen hatte und dass ich keinen Grund hatte, ständig ängstlich auf der Hut zu sein.
Viele kleine einfache Weisheiten habe ich so im Laufe der Zeit gesammelt: Ich bin für andere reichlich unwichtig: Die Welt hat Besseres zu tun, als ständig auf meine Fehltritte zu achten. Ich weiß, was für mich gut ist, aber manchmal glaube ich es nicht. Ich bin nicht der einzige Mensch auf der

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Fortschritt statt Perfektion

Foto einer Blüte mit BieneDer Spruch “Fortschritt statt Perfektion” hilft mir, mich ein bisschen mehr zu entspannen. Es ist okay, kleine Schritt zu gehen. Für mich ist es schon ein Fortschritt, dass ich erkannt habe, dass mein Selbstbewusstsein ziemlich im Keller ist und auch, dass es mir nun gelingt, mir das einzugestehen.
Ich dachte immer mein Wert sei davon abhängig, was ich leiste oder davon, wie gut ich helfe. Ich merke, dass ich Lob manchmal ganz schlecht annehmen kann, weil es gar nicht mit dem Bild, was ich selbst von mir habe übereinstimmt. Ich bin manchmal sehr kritisch zu mir und sage mir immer eher “Das hast du jetzt aber nicht so gut gemacht“, “Das war jetzt aber schlecht von dir“. Es tut mir weh, diese innere Stimme zu hören, aber dennoch bin ich froh, dass ich diese Stimme jetzt wahrnehmen kann. Denn Probleme können ja erst gelöst werden, wenn ich sie wahrnehme. Ich möchte nicht mehr verleugnen.
Ich dachte lange Zeit, mein Selbstwertgefühl ist von der Anerkennung der anderen abhängig, aber jetzt sehe ich, dass es auf diesem Weg nicht funktioniert. Ich werde nicht glücklich, wenn ich auf die Bestätigung und das „okay“ von außen warte. Ich darf mir selbst erlauben glücklich zu sein, und das auch unabhängig davon, wie es meinen Mitmenschen geht.
Eigentlich habe ich immer gedacht: wenn die anderen sich endlich mal ändern würden und Verantwortung für ihre Sucht übernehmen würden, dann hätte ich diese Verantwortung ja nicht mehr und dann wäre vieles viel leichter. Jetzt sehe ich, dass nicht die anderen sich ändern müssen, sondern ich selbst. Ich möchte aufhören, diese Verantwortung tragen zu wollen. Sie machte mich kaputt und führte dazu, dass ich mein Leben nicht mehr meistern konnte.
Ich habe gesehen, dass das Streben nach Perfektion in meinem Leben oft Stillstand bedeutete: Bevor ich etwas verkehrt mache, mache ich lieber gar nichts. Bevor ich etwas Falsches sage, sage ich lieber gar nichts. Al-Anon zeigt mir, dass es darum geht, die kleinen Schritte zu feiern. Ich erlaube mir selbst, den Tag zu genießen und zufrieden mit mir zu sein. Heute bin ich gut genug: wertvoll, einzigartig und unperfekt.
Sophia, eine Al-Anon

Was ein schöner Sonntag

Foto mit drei TeddysHeute hatten wir Besuch von meinem Sohn, der meinem Mann bei technischen Problemen mit dem Computer hilfreich zur Seite stehen wollte.
Was ein Unterschied zu den Jahren, als wir uns als Patchwork-Familie zusammenfinden mussten. Drei durch die Familienkrankheit Alkoholismus verletzte Seelen auf dem Weg der Genesung mit Al-Anon und A.A., später dann auch noch Alateen.
Lange ist es her, dass wir Samstag für Samstag in der Küche zusammenhocken mussten, um die vergangene Woche zu reflektieren und eine Strategie für eine bessere kommende Woche gemeinsam ausarbeiteten. Wie oft habe ich neidisch aus dem Fenster auf die Leute geschaut, die in meinen Augen unbefangen auf dem Wochenmarkt als Familie einkaufen konnten. Für uns war mancher Außenkontakt eine Herausforderung, da jeder das Verhalten des anderen beäugte und natürlich unser Heranwachsender genau wusste, welche Knöpfe zu drücken waren, damit es nach seinem Willen läuft. Wir waren für einige Freunde sicher anstrengende Gäste. Der Weg zur Lösung unserer Probleme war für manchen nicht gut aushaltbar, denn wir haben miteinander danach gesucht. Wir haben nichts unter den Teppich gekehrt, sondern manchmal auch recht temperamentvoll die Unstimmigkeiten ausgefochten.
Da gab es Zeiten in denen ich mir die Frage stellte, ist dieser Aufwand die Partnerschaft wert? Meinem Partner ging es ähnlich, da er in manchen Situationen ratlos kurz vor dem Kofferpacken stand, um sein trockenes Leben nicht zu gefährden. Mein Sohn wollte auch von Zeit zu Zeit eine Trennung von uns oder mir oder meinem Partner, den er jedem als seinen Vater vorstellte. Sein leiblicher Vater war kurz vor seiner Einschulung am Alkoholismus verstorben. Wie auch immer, wir haben es geschafft bis zum Abschluss seines Studiums zusammenzuleben und haben dabei die Werkzeuge unserer Programme sehr häufig als Heil- und Hilfsmittel angewendet.

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