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Mich auf mich selbst konzentrieren

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109)Manchmal ist es nicht so wichtig, was ich tue, sondern warum ich es tue. Wenn ich mich zum Beispiel dafür entscheide, offen auszusprechen was mich ärgert, werden meine Motive zu sprechen Einfluss darauf haben, was ich sage und wie ich es sage. Wenn ich spreche, weil ich denke, dass dies nun der richtige Zeitpunkt ist und weil ich das Bedürfnis habe, mich zu äußern, dann konzentriere ich mich auf mich selbst. Die Reaktionen des Ansprechpartners werden so weniger wichtig.

Wenn ich aber spreche, um Andere zu manipulieren oder zu ändern, wird die Reaktion der anderen zum Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit und zum Maßstab, nach dem ich die Ergebnisse bewerte.

Ich benutze vielleicht in beiden Situationen die gleichen Worte, aber wahrscheinlich fühle ich mich viel besser, wenn ich mich auf mich selbst konzentriere. Es liegt Ironie darin, dass auch die Ergebnisse meistens wesentlich günstiger zu sein scheinen, wenn ich auf diese Weise vorgehe.

Überlegung für Heute

Heute werde ich, anstatt nur nach den Ergebnissen zu schielen, darauf achten, so zu handeln, wie ich glaube, dass es für mich richtig ist.

„Selbst wenn ich wüsste, dass die Welt morgen in Stücke bräche, würde ich heute noch meinen Apfelbaum pflanzen.“

Martin Luther

Quelle: Mut zur Veränderung – 05. November – Seite 311

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
www.al-anon.de

Gestürzt…

Foto der Freiheitsstatue……..ich bin vom Sockel gestürzt und hab mich schwer verletzt. Al-Anon hat mir die Hand gereicht und mit ihrer Hilfe konnte ich aufstehen. Mit Al-Anon habe ich wieder laufen gelernt. Al-Anon Freunde haben mir meine Wunden versorgt und die Operation am offenen Herzen übernahm meine Sponsorin.

Mit Al-Anon hab ich mein Leben wieder meistern können und mich Stück für Stück weiterentwickelt zurück zu einem stabilen Menschen. Durch die Meetings habe ich wieder lachen gelernt und die Literatur hat mich durch jeden einzelnen Tag getragen.

Heute sind meine Wunden geheilt und ich stehe wieder fest auf meinem Sockel mit beiden Beinen im Leben. Nicht überheblich, nein, es ist ein stabiles Fundament mein Sockel und er beschützt mich vor starken Stürmen, die um mich wehen.

Durch Al-Anon habe ich nein sagen gelernt und dafür bin ich unendlich dankbar. Es war ein langer beschwerlicher Weg – er hat sich gelohnt.

Danke, Al-Anon, danke an alle Al-Anon Freunde, die mich auf diesem Weg begleitet haben und danke an meine Sponsorin – ohne Euch hätte ich es nicht geschafft.

Danke Al-Anon. Es funktioniert. Gute 24 Stunden.

Monika

Mein Weg der Genesung

Foto von mehreren SonnenblumenEine wichtige Frage ist für mich: Bin ich mit Hilfe von Al-Anon ausgewogen auf dem Weg meiner Genesung ? Ausgewogenheit in meiner Genesung – das hört sich nach einem Spaziergang zum besseren Leben an. Nein, das war es wirklich nicht.

Meine Genesung mit Al-Anon verlief nicht ausgewogen. Ich war nicht immer Feuer und Flamme für die Aufgaben, die ich zu tun hatte. Das heißt, ich beschäftigte mich z.B. nur oberflächlich mit den Zwölf Schritten, besonders mit denen, die die Inventur betrafen. Erst als ich merkte, dass ich nicht vorwärts kam, suchte ich mir eine Sponsorin, um mich intensiv mit meiner Inventur zu beschäftigen.

Auf dem Weg meiner Genesung überkamen mich die unterschiedlichsten Emotionen. Von Ausgeglichenheit kann da nicht die Rede sein. Mal sprach ich glückstrahlend im Meeting, dann wieder weinte ich, weil ich die Traurigkeit kaum aushielt.
Meine Gedanken waren verwirrt, dann hatte ich wieder völlige Klarheit. Wenn ich dachte, endlich habe ich es begriffen, dann folgte ein Absturz ins alte Verhalten – und nicht nur ein Absturz…
Das Gute war und ist, dass ich im Meeting immer die Möglichkeit habe, mich wieder neu auszurichten. Ich kann da meine Gefühle herauslassen. Es ist ein geschützter Raum und ich habe Vertrauen zu all denen, die mit mir da sitzen.

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Lernen, Geduld mit mir selbst zu haben

rote KletterrosenAuch nach vielen Jahren möchte ich Al-Anon nicht missen. Wie am Anfang meiner Zugehörigkeit empfange ich in den Meetings Wärme, Geborgenheit, Verständnis. Ich kann Kraft tanken, neue Gedanken aufnehmen, meine Lebensweise immer wieder neu korrigieren. Ja, ich bekomme auch heute noch neuen Mut. Mut, auch Geduld mit mir selbst zu haben. Meine alten Verhaltensweisen sind sehr tief in mir verwurzelt, ich darf jeden Tag neu anfangen.
Was in Jahrzehnten Wurzeln geschlagen hat, braucht Zeit, in kleinen Schritten verändert, erneuert zu werden. Ich freue mich, wenn ich bemerke – hoppla, das ist ein Trieb aus der alten Wurzel – so habe ich die Chance, mein Verhalten sofort zu verändern. Durch Al-Anon wurde ich zunehmend gelassener und zufriedener. Die Meetings und die Gruppen helfen mir, nicht so leicht in alte Denk- und Verhaltensweisen zurückzufallen. Dankbarkeit erfüllt mich auch in dem Sinn, wie es Lois, Mitbegründerin von Al-Anon, gesagt hat: „Es ist nicht so wichtig, was eine/r angefangen hat, sondern, dass es weitergeführt wird.“ Auch deshalb möchte ich meine Erfahrung, Kraft und Hoffnung durch Meetingsbesuche – auch in anderen Ländern, immer wieder mit neuen Freundinnen und Freunden teilen; bzw. am Telefon ein offenes Ohr für Hilfesuchende habe.
Habe ich selbst mal Probleme und es gibt gerade kein Meeting, so finde ich durch die vielen Kontakte zu Mitgliedern sicher irgendwo am Telefon ein offenes Al-Anon Ohr, das Zeit für mich hat und mich versteht. Durch „Loslassen – Gott überlassen“ wurde und werde ich reich.
Rosemarie, eine Al-Anon

Rosen im Herzen

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Ganz klar, ich wusste nicht, was Mitgefühl war, wohl aber, was es nicht war. Mitgefühl war nicht, auf Rache zu sinnen, zu grollen, zu beschimpfen und herumzuschreien oder in Wut Dinge durch die Gegend zu werfen. Doch gerade so benahm ich mich dem Menschen gegenüber, den ich vorgab zu lieben. Für mich begann das Lernen von Mitgefühl damit, solche Verhaltensweisen abzulegen.

Es fällt mir immer noch schwer, Mitgefühl zu beschreiben, aber ich denke, es fängt damit an, dass ich erkenne, es mit einem kranken Menschen zu tun zu haben, dessen Krankheitssymptome mitunter zum Vorschein kommen. Ich brauche es nicht persönlich zu nehmen, wenn sich diese Krankheit z. B. in Beschimpfungen äußert. Auch habe ich nicht das Recht, jemanden für eine Krankheit zu bestrafen.

Ich bin ein wertvoller Mensch und brauche mich nicht beleidigen zu lassen. Andererseits habe ich auch kein Recht dazu, ihm dieses immer wieder aufs Butterbrot zu schmieren.

Überlegung für Heute
Ich verbringe in diesem Leben mehr Zeit mit mir selbst als mit irgendeinem anderen. Ich möchte lernen, der Mensch zu werden, den ich gern zum Freund haben möchte.

„Wer gerne herrliche Rosen im Garten haben möchte, muss herrliche Rosen im Herzen haben“.

S. R. Hole

Quelle: Mut zur Veränderung – 3. Oktober – Seite 277

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
www.al-anon.de

Al-Anon hilft 2.Teil

Foto abgesägter BaumstammWie hilft mir Al-Anon heute? Ich habe eine neue Lebensweise, ich bete und meditiere, ich mache nicht mehr alles mit mir selbst ab, sondern tausche mich mit Sponsor und anderen aus. Ich wende die Schritte und Traditionen in allen meinen Angelegenheiten an und ich bin Sponsorin für einige Frauen, von denen ich auch viel lerne.
Aber das wichtigste von allem sind für mich immer noch die Meetings. Dort höre ich immer genau das, was ich hören muss, nicht nur das, was ich hören will. Die Weisheit meiner Höheren Macht, die sich in den unterschiedlichen Beiträgen von Erfahrung, Kraft und Hoffnung wiederspiegelt, ist für mich
lebensnotwendig. Es gab Zeiten, in denen ich jeden Tag ging, und es half mir. Es gibt auch Themen, die nicht zu Al-Anon gehören und für die ich woanders (professionelle) Hilfe finden kann.
Ein Symptom meiner Krankheit ist die Isolation. Alles alleine machen kann ich, aber um Hilfe zu bitten, in persönlichen Kontakt gehen, jemanden anlächeln oder umarmen, oder etwas machen, obwohl ich GAR KEINE Lust habe, das ist manchmal immer noch eine Herausforderung. Auch meine Meinung zu sagen, habe ich mit Hilfe des Programms gelernt.
Und jetzt kommt eine Meinung:
Ich erlebe es immer öfter, dass sich niemand findet, um Dienst zu machen. Oft ist der Grund „Ich muss jetzt erst mal an mich denken.“ Aus meiner heutigen Perspektive hat Genesung mit Balance zu tun, ich musste erstmal richtig egoistisch werden, um den Fokus auf andere loszuwerden. Aber solange ich (aus Trotz) von einem Extrem ins andere verfalle, übernehme ich noch keine Verantwortung für mein Handeln. In der Genesung stellt sich für mich die Frage: Wo ist meine Mitte? …weiterlesen …

Al-Anon hilft 1.Teil

Foto abgesägter BaumstammAl-Anon hilft mir seit fast 22 Jahren. Wie tut es das?

Anfangs ging ich in Meetings, hörte zu und teilte. Es tat so gut! Das erste Mal in meinem Leben war ich nicht mehr allein und fühlte mich verstanden, akzeptiert, gesehen und gehört. Meine Hoffnung begann zu wachsen.
Im „Courage to Change“ (“Mut zur Veränderung“) las ich nur die Zitate von berühmten Leuten, mehr war erstmal nicht drin. Zu viel des Guten konnte ich nicht ertragen.
Nach einem Umzug in eine andere Stadt ließ ich die Meetings und Literatur zeitweise links liegen, denn ich hatte wichtigere Sachen zu tun. Irgendwann kam ich zurück, es ging mir nicht gut. Ich ging sporadisch in Meetings, die Leute dort beklagten sich viel, ich fühlte mich nicht immer besser, aber die Meetings waren nicht zu weit weg von meiner Wohnung.
Irgendwann ging ich in ein Meeting, wo die Leute positiver und glücklicher waren. Obwohl es weiter weg war, begann ich, Dienste zu machen, d.h. verbindlich zu sein und Kaffee zu kochen. Kaffee kochen konnte ich (und hatte trotzdem Angst, es nicht gut genug zu können), aber verbindlich sein? Ich kam aus einer Familie, in der es mal Hü, mal Hott ging. Die Idee der Verbindlichkeit kam einem Gefängnis gleich. Aber ich blieb und diente. Und begann langsam aber sicher zu genesen. Ich besuchte unterschiedliche Meetings, in der die Schritte und Traditionen behandelt wurden.

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Ein erfülltes Leben ist möglich

Foto:Baumstumpf mit kleiner KieferAls ich heute morgen mal wieder die Ruhe und den Frieden unseres kleinen Gärtchens genoss, fühlte ich die Anwesenheit der Höheren Macht sehr stark. Ich habe zwei turbulente Jahre hinter mir, die mir in vielerlei Hinsicht gezeigt haben, dass sich was verändert. Körperliche Einschränkungen haben mich sehr oft an meine Grenzen in einem sonst immer sehr aktiven Leben gebracht.

Seelisch kann ich auch nicht mehr so einfach die Ereignisse vom Tisch fegen. Sei es die Krankheit der Nachbarin oder auch der Lebensstil meiner nächsten Angehörigen oder Ereignisse, die mich verletzen und aus dem Tritt bringen. Trotzdem stehe ich jeden Morgen gerne auf und freue mich auf den kommenden Tag und kann abends entspannt und ruhig schlafen. Es hat sich was verändert.
Bis vor kurzem haben ich noch gesagt: „Ich werde halt alt!“ Nun kann ich ohne Zögern sagen: „Ich bin alt.“ Das ist ein großer Unterschied, denn für mich zeigt sich auch in dieser Haltung die Akzeptanz des Hier und Jetzt und was ich durch Al-Anon lernen durfte.

Das Annehmen der Machtlosigkeit aus dem Ersten Schritt. Das Aufbauen von Vertrauen in eine Macht viel größer als ich durch die Schritte Zwei und Drei. Die Schritte Vier und Fünf brauche ich zum Aufräumen und die Schritte Sechs bis Neun um bereit zu werden, auf Basis dieser Erkenntnis die kranken Verhaltensweisen loszulassen und das neu gewonnene Leben zu pflegen. Und dieses immer mit der Gewissheit, ich muss es nicht alleine bewältigen. Meine Höhere Macht ist immer da und sie zeigt mir den Weg, so ich sie denn auch lasse. Die Schritte Zehn bis Zwölf erlauben mir, all das Gelernte zu vertiefen und es in kleinen Portionen weiterzugeben.

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In all´ meinen Angelegenheiten

Foto eines Autos…versuche ich, mich nach den Grundsätzen unseres „Genesungs-“ Programms zu richten. Heute, nach einiger Zeit in Al-Anon gelingt mir das tatsächlich öfter und manchmal ist sie wirklich plötzlich da, die Gelassenheit. Und das in Situationen, die früher Panik in mir auslösen und mich fast handlungsunfähig machen konnten.
Während einer Fahrt auf der Autobahn ertönte plötzlich ein akustisches Signal und die Lampe „Tür offen“ blinkte, obwohl alle Türen sichtbar geschlossen waren. Früher hätte ich panisch und ohne nachzudenken sofort auf dem Seitenstreifen angehalten usw. Jetzt war ich in der Lage, den Slogan „Denke!“ anzuwenden und eine sichere Möglichkeit des Anhaltens zu finden. Kurz kam der Gedanke, dass natürlich nur die Werkstatt schuld sein konnte, da das Auto eben erst zur Inspektion war. Tatsächlich hatte aber ein nicht ausreichend gesichertes Gepäckstück die hintere Beifahrertür entriegelt…also, Realität anerkennen und Verantwortung übernehmen.
Das waren in meiner alkoholkranken Herkunftsfamilie Fremdworte. Immer waren „die Anderen“ schuld oder es wurde einfach geleugnet. Meine Fahrt ging noch weiter und auf einem Rastplatz ließ sich das Auto plötzlich nicht mehr verriegeln…wieder kurz das Spiel von vorhin, leichte Unruhe und Sorge in mir, doch die „unfähige“ Werkstatt usw.

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Jedes versäumte Meeting tut mir leid

Foto einer rosa BlüteDurch Al-Anon hat sich mein Leben vollständig verändert. Und es hat sich zum Guten verändert. Aber das war nicht immer gleich zu erkennen, sondern es hat sich oft erst nach langer Zeit herausgestellt.
Auf einer Seereise, lernte ich meinen späteren Mann kennen, der an Bord arbeitete. Mir fiel damals auf, dass auf einem Schiff sehr viel Alkohol fließt, der in Mengen und steuerfrei besonders günstig zu bekommen war. Davon „profitierten“ die Passagiere und ein großer Teil der Besatzung. Leider kam es damals auch zu unschönen Szenen an Bord. Aber die Reise war schön und ich sah damals nicht, dass mein späterer Mann bei jeder Gelegenheiteine Bierflasche oder Stärkeres in Händen hielt.
Die Verbindung hielt und ich zog zu ihm in den Norden. Ich kam aus einem Elternhaus, in dem Alkohol nie eine Rolle spielte und dadurch kein Thema war. Im Zusammenleben mit meinem Freund wurde mir trotzdem schnell bewusst, dass er einfach zu oft und manchmal auch zu viel trank. Leider war ich damals der Meinung, dass es mir als Schwäche und Dummheit ausgelegt würde – vor allem von meinen Eltern, die mich schon eindringlich gewarnt hatten, ohne das Wort Alkohol beim Namen zu nennen – wenn ich unsere Beziehung bald wieder beenden würde.
Außerdem war mein Leben im Norden schon interessanter geworden, ich lernte viele Menschen kennen, in meinem Beruf war ich anerkannt, und auch mein Freund hatte nicht nur schlechte Tage. Zwei Jahre später heirateten wir, eineinhalb Jahre später kam unsere Tochter zur Welt und wir zogen wieder in den Süden.
Mein Mann fuhr wieder zur See, um sein Schiffspatent zu vervollständigen und in den Urlaubszeiten waren wir ja eigentlich eine glückliche Familie – abgesehen von wenigen alkoholbedingten Ausfällen meines Mannes. Zweieinhalb Jahre später wurde unser Sohn geboren, wir bauten ein Haus im Garten meiner Eltern und mein Mann verließ die Schifffahrt und machte seinen Kraftfahrzeugmeister.

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