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Zugehörigkeit

Foto Blick aus ein FlugzeugSeit dem letzten Meeting beschäftigt mich ein Gedanke zur Dritten Tradition. Es geht um die Zugehörigkeit.

Zugehörigkeit nicht nur zu Al-Anon, weil mein Leben durch das Trinken vieler Menschen in meinem Leben beeinträchtigt war und auch bleiben wird.
Die Zugehörigkeit war früher stets mit dem Erfüllen bestimmter Voraussetzungen verbunden. Sei brav, dann … in der Kindheit. Mach, was wir sagen, damit … von den Freunden meiner Jugend. Pass dich mir an, dafür … ein Versprechen vom trinkenden Mann an meiner Seite. Dazugehört habe ich trotz aller Bemühungen meist nicht.

Ich kam zu Al-Anon, und obwohl der Mann an meiner Seite nicht trank, war ich sofort ein Teil dieser Gemeinschaft. Ich merkte schnell, was mich mit den Menschen verband, die an diesem Abend am Tisch saßen. Sie vermittelten mir einen Zugang zu Hilfsmitteln, wie unsere Literatur, eine Sponsorin, die für die Verbesserung meiner Lebenssituation hilfreich waren. Es gab auch Beispiele, die ich besser nicht ausprobieren sollte.

Ich durfte viel lernen und gehöre nach all den Jahren immer noch dazu, ohne dass irgendjemand es von irgendetwas abhängig macht.

Die Voraussetzung ist immer noch gegeben: „Wenn sich Angehörige von Alkoholikern …“, Dritte Tradition, nur das Erleben, das Fühlen und das Dazugehören ist jetzt ein Teil meines Lebens.
Vor einigen Wochen hatten wir die Idee, uns vielleicht über die düsteren Winterwochen in einem warmen Land das Seniorenleben einfacher zu machen. Ich war mir bewusst, dass Wärme, Sonne, Meer und Menschen, die sehr entspannt sind, nicht ausreichen, um mein Gefühl von Zugehörigkeit und Akzeptanz zu befriedigen.
Ich habe ein schönes Zuhause, meine Familie, meine Freunde, mein Stammmeeting und so vieles mehr. Von vorne möchte ich nicht noch einmal anfangen, denn auch mit meinen heutigen Werkzeugen wäre das „Heimweh“ sehr schnell wieder mein ständiger Begleiter.
So lebe ich weiterhin in der Lösung. Urlaub ist ja möglich und ich kann danach in meine kleine Welt zurückkehren, ohne dass ich mich außen vor fühle.

Danke für die vielen erhellenden Al-Anon Beiträge.
Renate

Ein Kommentar

  1. Helen schrieb:

    Renates Zeilen sprechen auch mir aus der Seele.
    Immer wieder war ich mit der Familienkrankheit Alkohol konfrontiert, dachte und handelte co-abhängig – und – fühlte mich nirgends wirklich zugehörig, weil ich mich schämte, und mit gesunden Menschen nichts anfangen konnte.
    Ich erinnere mich wie sehr mich geschmerzt hatte, nirgends wirklich dazuzugehören, sondern was vorzuspielen.
    Seit ich in unser Al-Anon Meeting gehe, Dienste übernehme und beinahe täglich in der Al-Anon Literatur lese, fühle ich mich nicht mehr als eine vorspielende Außenseiterin, sondern bin zugehörig als ich selbst.
    Danke Al-Anon !
    Helen

    Samstag, 11. Mai 2024 um 04 | Permalink

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