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Trauer

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Während all der Jahre in Al-Anon hat der Erste Schritt vor allem mein Denken intensiv beschäftigt; neuerdings beschäftigt er auch meine Gefühle. Diese Gefühlsarbeit kann im Wesentlichen mit einem Wort umschrieben werden: Trauer. Ich fühle Trauer, wenn ich daran denke, wie ein gesunder und offensichtlich fröhlicher Freund innerhalb kurzer Zeit durch Alkoholismus an Leberzirrhose erkrankte und starb.

Heute hasse ich diese Krankheit nicht zwangsläufig, aber ich fühle heftig ihre lähmende, übermächtige Gegenwart in meinem Leben. Ich erinnere mich an den Schaden, den sie meiner Familie, meinen Freunden und mir selbst zugefügt hat. Ich bin traurig über den Verlust an Liebe und Leben, den Alkoholismus verursacht hat. Ich bin traurig über die verlorenen Jahre, in denen ich von dieser Krankheit durch die Mangel gedreht wurde. Ich gebe zu, dass ich Alkohol gegenüber machtlos bin und mein Leben ganz und gar nicht meistern konnte, solange ich gegen ihn ankämpfte.

Überlegung für Heute

Ich habe als Folge von Alkoholismus viel Verlust hinnehmen müssen. Auch meine Trauer ist ein Teil dessen, was ich als Auswirkung dieser Krankheit auf mein Leben zugeben muss. Wenn ich mich dem Einfluss des Alkoholismus auf mein Leben stelle, befreie ich mich allmählich aus seinem Würgegriff und bewege mich in Richtung auf ein verheißungs- und hoffnungsvolleres Leben.

„Es ist nicht leicht, eine Niederlage zuzugeben und im Kampf gegen den mächtigen Feind Alkoholismus die Waffen zu strecken. Und doch ist diese Kapitulation absolut notwendig, wenn wir je wieder gesund und glücklich sein wollen…“

 Al-Anon auch für Männer

Quelle: Mut zur Veränderung – 2. September – Seite 246

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
www.al-anon.de

Ein Kommentar

  1. Heike schrieb:

    Mich hat unser ganzes Al-Anon Programm die erste Zeit auch vorwiegend im Kopf beschäftigt. Der Kopf war in meinem Leben bisher meine einzige Überlebens-Chance. Gefühle waren von Kind an unerwünscht, gefährlich, naiv…mit dem Beginn der Arbeit im Programm, begleitete mich sehr lange eine tiefe Trauer…wie es hier so trefflich formuliert ist, besonders “über all` die verlorenen Jahre”. Ich durfte die Tiefen meiner Seele, meines Lebens mit Hilfe von Al-Anon erforschen und vieles heilen…wenn mich heute z.B. Trauer überwältigen will, nehme ich das Gefühl an; habe erfahren, auch das geht vorbei und weiß, all` das gehört zum Leben. Ich muss nicht mehr dagegen ankämpfen, bin mit allem dank unserer Gemeinschaft und meinem Gott nicht alleine. Amazing Grace!

    Montag, 31. August 2020 um 11 | Permalink

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