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Struktur

Foto: Baum mit eisigen ÄstenJe länger die jetzigen Einschränkungen dauern, um so schwerer fällt es mir, nicht in alte Muster zu verfallen. Das tägliche Einerlei wird mir jeden Abend klar, wenn ich in mein Tagebuch schreibe.
Manchmal erinnere ich mich nicht mehr, ob ich denn zum Einkaufen war oder nicht. Mit wem habe ich heute telefoniert? War ich heute draußen oder war das schon gestern? Das hat nichts damit zu tun, dass mein Gehirn nicht mehr funktioniert. Nein, wie früher spult sich der Tag ab in der Hoffnung, dass es endlich wieder „normal“ wird.
Dementsprechend bin ich auch manchmal ungeduldig oder ungerecht mit meinem Partner: „Das habe ich Dir doch schon gesagt!“, „Warum ist das denn immer noch nicht erledigt!“ „Musst du morgens immer schon so früh telefonieren!“
Alles keine großen Sachen, aber die Arbeit an mir selbst, ist ohne die regelmäßigen Besuche im Meeting viel schwerer geworden. Dabei habe ich mehrmals die Woche Kontakt zu meinen Al-Anon Freunden. Ebenso habe ich meine Literatur, und die nicht nur – zum im Schrank stehen -. Daran kann es also nicht liegen.
Beim Durchforsten meiner Al-Anon Literatur stieß ich auf unsere Programmkarte, und siehe da, sie hatte die Lösung für mich. – Mach Dir einen Plan… – Genau, durch das ewige Warten auf Veränderung habe ich keinen klaren roten Faden mehr in meinem Tagesablauf.
Das tut mir nicht gut und ich weiß, nur ich kann das ändern. Über Jahre habe ich jeden Morgen in einem unserer Bücher gearbeitet. Nur eine viertel Stunde ganz konzentriert auf den Text und meine Anmerkungen dazu.
Ich werde das wieder regelmäßig machen und schauen, was es mit mir macht. Die Verbindung mit meiner Höheren Macht jeden Abend beim Schreiben in mein Tagebuch hat es mir gezeigt.
Ich kann ohne Sorgen über all die Herausforderungen des vergangenen Tages einschlafen. Sicher bringt mir die Beschäftigung mit der Literatur auch wieder den Frieden für die Bewältigung der Tagesaufgaben.
Dazu vielleicht in einem anderen Blogbeitrag
eine Angehörige

Ein Kommentar

  1. Heike schrieb:

    Danke für diesen nährenden Beitrag in diesen weiterhin “anderen Zeiten”! Auch für mich ist eine Tagesstruktur lebens-notwendig, sonst würde ich mich am Ende u.a. wieder völlig verzetteln, mich selbst verlieren und “das Außen” dafür beschuldigen, wie in meinem Leben “vor” Al-Anon. Heute mache ich mir ein Tagesprogramm, kein Zwangskorsett, sondern ich versuche weich und liebevoll mit mir zu bleiben. In der Faltkarte heißt es ja weiter:”(…) Ich werde es vielleicht nicht genau einhalten, aber ich will wenigstens eines haben…”.

    Montag, 22. Februar 2021 um 16 | Permalink

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