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Spüren…

Heute morgen unter der Dusche war der Gedanke plötzlich ganz klar da: „Ich darf einfach in Ruhe duschen. Ich muss vorher nicht zwanghaft Sport gemacht haben.“ Dabei konnte ich diesen Satz auch wirklich spüren; diese neue Wahrheit ist tatsächlich endlich auch in meinen Zellen, in meinem Körper angekommen. Welch ein Geschenk und welche Dankbarkeit!
Bei meinem Aufwachsen in einer alkoholkranken Familie musste ich immer etwas tun, bevor ich z.B. ausruhen durfte.
Natürlich musste ich angepasst, brav und pflegeleicht sein, um angenommen und geliebt zu werden. Dieses Muster nahm ich unbemerkt mit in meine eigene Familie und verhielt mich meinem trinkenden Mann, den Kindern und auch mir selbst gegenüber genauso. Das Zwanghafte, das Nicht-Spüren, war meine letzte Chance, vermeintlich überhaupt etwas unter Kontrolle zu haben.
Natürlich hat das nicht funktioniert und es folgten harte Jahre für mich. In Al-Anon fand und finde ich die Grundlage, wie ich mein Leben im Vertrauen auf (m)eine Höhere Macht, die letztlich alles in der Hand hat, bestmöglich ohne Zwang leben kann.
Ich habe gelernt, ich darf einfach glücklich sein.
Das bedeutet nicht die Abwesenheit von Schmerz und Trauer. Doch auch für den Umgang damit finde ich in unserem Arbeits-Programm die Werkzeuge…es ist eben ein Programm für das ganze „pralle“ Leben. Heute weiß ich, ich bin geliebt, bedingungslos, von einer Macht, größer als ich selbst und ich bin berechtigt, lebensfroh zu leben.
Danke an unsere lebendige Gemeinschaft!
Heike

2 Kommentare

  1. Silke schrieb:

    Danke, für die Gedanken, sie haben mich sehr angesprochen. Das Wahrnehmen von Gefühlen oder positiven Veränderungen musste auch ich in teilweise mühevoller Kleinarbeit lernen. Heute genieße ich die Wunder der Natur, die meine Höhere Macht mir ohne Filter der Abschottung schenkt. Ich kann die aufkommenden Gefühle annehmen, egal ob sie positiv oder negativ sind. Für beide Arten habe ich meine Werkzeuge, und das bedeutet, dass ich lebensfroher durch den Tag gehen darf.

    Dienstag, 7. Juli 2020 um 08 | Permalink
  2. Hubertus schrieb:

    Spüren fängt erst an, wenn ich aus meinem Hamsterrad aussteige und es aufhört sich zu drehen, ich dann zur Ruhe komme und dann zulasse das etwas Ungewohntes in mein Leben kommt, was sich bei mir jedenfalls ganz merkwürdig angefühlt hat. Ich hab’s ausgehalten und jetzt werde ich vom Programm und vom Leben belohnt! Das hat echt lange gedauert und ist immer noch ungewohnt. Das Versprechen des Programms löst sich selbst ein! Mein Vertrauen wächst und ich lasse Gutes zu – für mich Al-Anon ist das wirklich eine Leistung und ich beginne stolz auf mich zu sein! Ich komme meinem wahren Ich näher und mein Leben beginnt leichter zu werden. Ich erlebe, was ich mir niemals hätte erträumen können. Es hat lange gedauert und das Durchhalten hat sich wirklich gelohnt!

    Dienstag, 7. Juli 2020 um 15 | Permalink

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