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Versöhnung ist möglich

Foto eines gelegten Herzens aus Blumen ausIch bin noch immer etwas erstaunt, dass eine Begegnung mit meinen Eltern in dieser Form überhaupt noch möglich wurde. Seit ca. 1,5 Jahren lebte ich in einer Kontaktpause zu ihnen. Das war für mich eine Entscheidung, die „lebens-not-wendig“ war, genau in diesem Wortsinn. Für mein Leben musste ich damals die Not wenden.
Zum Glück hatte ich Al-Anon schon vor einer Weile gefunden. Ich gehe regelmäßig in Meetings, arbeite in den Schritten und mit meiner Sponsorin. Somit konnte ich in dieser schwierigen Zeit weiter an der Entwicklung meiner Persönlichkeit arbeiten. Ich befreite mich Schritt für Schritt von meiner inneren Verhaftung an ein kindliches Sein, von dem früheren Hoffen auf „meine Eltern sind endlich so, wie ich es brauche und alles wird gut“.
„Wenn ich etwas tue, tut sich was für mich“ – wie wahr! Ich lernte, Verantwortung für mich zu übernehmen und Entscheidungen für mein Leben zu treffen. Nicht mehr zu hoffen und zu warten, jemand anderes würde das für mich machen…oder der andere ändert sich endlich…oder ich mache einfach die Augen zu und das Problem ist weg. Ich beendete das Zusammenleben mit meinem 20-jährigen PC-süchtigen Sohn, nahm meine Essstörung ernst und konnte auch endlich akzeptieren, dass ich nicht mehr in meinem helfenden Beruf arbeiten kann, ohne mich selbst aufzulösen.
Mit diesem späten Wachstumsweg (ich bin Mitte 50) konnte ich auch Gefühle von Zuneigung zu meinen Eltern wahrnehmen. Ich spürte meine Bereitschaft und Kompetenz, ihnen jetzt erwachsen und autonom gegenüber treten zu können; nicht mehr ihrem alkoholkranken Verhalten ausgeliefert zu sein. Ich habe meine Grenzen und trage Verantwortung dafür, sie zu schützen.

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Al-Anon in Barcelona, Spanien

Foto eines MeetingsschildIch möchte mit Euch etwas ganz Besonderes teilen.
Vor noch nicht allzu vielen 24 Stunden fand ich den Weg zu Al-Anon. Es hat mein Leben verändert. An alle neuen Interessierten dort draußen, die diesen Blog lesen und verfolgen, möchte ich insbesondere mitgeben, dass dies keine Übertreibung ist. Ich bin super skeptisch in fast allen Lebenslagen, auch wenn es sich mittlerweile schon gebessert hat. Können fremde Menschen mir helfen? Wie soll das funktionieren? Ist das Leben überhaupt lebenswert? Finde es heraus und gehen zu einem Meeting in Deiner Nähe. Ich konnte mich endlich Menschen so zeigen wie ich bin. Und das Beste daran, sie verstanden mich.
Meetings sind für mich ein wesentlicher Bestandteil meiner Routine geworden. Sie helfen mir immer wieder von neuem mit meinen vielen Fragen, indem ich die Erfahrungen der anderen Gruppenmitglieder aufnehme und für mich mitnehme, was ich gebrauchen kann. Dadurch, dass ich anfing von mir zu erzählen und meine Geschichte zu teilen, fühlte ich mich mit der Zeit stärker und selbstbewusster. Ich meine damit nicht die vermeintliche Stärke meines bisherigen Alltags, meinen Schutzwall gegenüber anderen, mein Drang Dinge zu tun und zu erledigen, der Kümmerer schlechthin – nur nicht um mich selbst. Ich meine die Stärke in meinem Inneren. Mein wahres Ich. Meine Gruppe hat mich von Anfang an bestärkt auch andere Gruppen zu besuchen. Durch meinen Beruf reise ich in regelmäßigen Abständen durch Deutschland. Aktuell verschlägt es mich eher in die Berliner Region. Immer wenn ich unterwegs bin, besuche ich ein Meeting. Einmal schlitterte ich in eine A.A.-Gruppe (Anonyme Alkoholiker) und merkte es erst Minuten nachdem ich mich setzte. Von der parallel stattfindenden Al-Anon-Gruppe war an diesem Tag keiner da. Also blieb ich, und durfte es. Als “Erwachsenes Kind” (aufgewachsen in einer alkoholkranken Familie) sprach ich danach die einzige Frau an, ein langjähriges trockenes A.A.-Mitglied. Wir sprachen eine Weile über meine Mutter. Unendlich dankbar bin ich auch über diese Erfahrung. …weiterlesen …

Wie gehe ich mit unserem Al-Anon Programm um?

Foto von einem BaumstammAl-Anon hat das Zwölf Schritte Programm von A.A. mit nur kleinen Veränderungen übernommen.
Anfangs konnte ich mit den Schritten nicht viel anfangen. Ich dachte – am besten wäre es wohl, wenn ich alle Schritte auf einmal verstehen würde und mein Leben danach ausrichten könnte. Ja, das war MEIN Anspruch an mich, wiedermal perfekt sein wollen. Im Laufe der Jahre ist mir die Arbeit mit unserem Programm, also auch mit den Zwölf Schritten, wichtig geworden.
Am meisten begriff ich von einzelnen Schritten, wenn es im Meeting dazu Rundgespräche gab. So manche Anregung konnte ich dann mitnehmen. So geht es mir noch heute. Es ist schon ein guter Brauch, in den Meetings immer nur über den Schritt zu sprechen, der dem Monat entspricht. Erst durch die Wiederholungen jedes Jahr konnte ich tiefer den Sinn verstehen.
Das Verstehen lief und läuft bei mir nur, wenn ich eigene Gefühle, Erlebnisse damit verbinden kann. Manches fällt mir eben nur stückchenweise dazu ein und weckt Gefühle dazu. Nicht umsonst heißt es, es werden nur so viele Erinnerungen wach, wie ich jeweils verkraften kann. In Wahrheit brauchte es lange Zeit, bis ich mich mit dem einen oder anderen Schritt mehr oder weniger identifizieren konnte. Noch heute entdecke ich so manches Mal in deren Wortlaut etwas, was mich besonders anspricht, was ich früher gar nicht wahrnehmen konnte.
Durch Sponsorschaften nahm ich auch Einiges mit, wodurch mir die Schritte (oder einige) begreiflicher wurden. In den Schritten geht es immer um das, was WIR machten (oder machen). D.h. nicht im stillen Kämmerlein erschließt sich das, was die Schritte uns zu sagen haben. Gespräche darüber sind wichtig, denn uns hat ein Problem zusammengeführt und das verbindet uns. Es gibt viele ähnliche Erlebnisse mit der Familienkrankheit Alkoholismus.

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Was ist denn das Wichtigste?

Foto vom SäulendurchgangKaum ist mein Mann zur Tür raus, rattert es in meinem Kopf. Toll, er ist das ganze Wochenende weg und ich habe mal wieder das Haus für mich. Blitzschnell schlägt dieses positive Gefühl um. Gedanken von Ruhe und meiner Ordnung in den vier Wänden verwandeln sich in hektische Aufträge: Haus putzen, Steuererklärung machen, endlich die Wäsche wegbügeln, die To-Do-Liste abarbeiten, sich mit Freundinnen treffen….. Ich bin wieder drin im alten Hamsterrad. Das ist meins, denn keiner erteilt mir diese Aufträge. Der Slogan „Das Wichtigste zuerst“ ist auf einmal nicht mehr klar. Was ist denn jetzt wirklich wichtig? Deshalb setze ich mich hin und schreibe auf, was die alten Geister der Alkoholkrankheit von einem Moment auf den anderen mit mir machen. Ich bin auf einmal nicht mehr wichtig. Spüre mich nicht mehr, obwohl die Fäden von der Operation der letzten Woche noch nicht gezogen sind. Die Erkältung, die mich schon seit zwei Monaten begleitet, gehört auch wie selbstverständlich zu mir. Alte Stimme: „Stell dich nicht so an, schau mal, was ich schon auf meinen Schultern hatte und trotzdem alles erledigt habe.“ HALT! So bin ich aufgewachsen und so habe ich viele Jahre in der alkoholkranken Umgebung gelebt, das will ich doch gar nicht mehr und kann es auch besser.
Ich nehme mir die Zeit, stoppe diese lange Liste meiner Ansprüche an mich. Mein Partner hat sie gar nicht. Er möchte, dass ich es mir gut gehen lasse. Die anderen alten Auftraggeber leben meist schon nicht mehr, also was soll dieses Kopfkino?
Mit dem Aufschreiben kommt Ruhe in mir auf. Ich steige aus, verabschiede die stimmgewaltigen Kopfbewohner und schicke sie in das heutige Grau des Tages.
Der Kopf ist frei und ich weiß wieder, was das Wichtigste ist. Nein, wer das Wichtigste ist: ICH. Die Alkoholkrankheit ist körperlich, seelisch und geistig. Sie kommt nur zum Stillstand und ich werde nicht von ihr geheilt, wie ich immer wieder erlebe. Dank Al-Anon habe ich jedoch Werkzeuge, die mich über kurz oder lang in die Lage versetzen, besser mit mir umzugehen und mich ernst zu nehmen.
Jetzt geht es mir gut, eine Al-Anon

Mein Weg als Angehörige

Foto Abendhimmel mit WolkenImmer wieder kommen mir Erinnerungen hoch, wie es mir erging, als mein Mann noch trank. Ich grübelte und sann nach, was ich noch machen kann, dass mein Mann weniger Alkohol trinkt und verträglicher wird. Es war eine Endlosschleife, in die ich geraten war. Meine Gedanken kreisten in jeder freien Minute um ihn, seine Verstecke, sein Verhalten mir und den Kindern gegenüber.
Eines Nachts, im Morgengrauen eines Sommertages, wusste ich nicht, wie mir geschah. Ich rang nach Luft, war außer mir. Von dem Zeitpunkt an blieb mir oftmals die Luft weg. Ich war kräftemäßig und gesundheitlich am Ende. Nun überlegte ich, wie ich das alles mit den 4 Kindern und dem trinkenden Alkoholiker schaffen kann.
Meine Berufstätigkeit, die ich gern ausübte, fiel mir immer schwerer. Oft war ich krank und musste zur Kur. Nein, das war nicht zu schaffen. Also beschäftigte ich mich mit dem Gedanken der Trennung. Das hieße dann, dass ich mich von den 2 Kindern, die schon in meinem Herzen ihren Platz gefunden hatten, auch trennen müsste….. es war ein Prozess, der ein 3/4 Jahr dauerte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als diesen Schritt zu gehen.
Ohne Ankündigung und völlig allein beschloss ich, die Scheidung einzureichen.
Als mein Mann meinen Scheidungsantrag vom Gericht bekam und Stellung nehmen sollte, wurde er wach. Er fragte mich, ob ich mit ihm zur Eheberatung gehen würde. Davon hatte ich schon lange vorher gesprochen, doch bis dahin, wehrte er ständig lautstark ab. Aber nun wollte er. Wir gingen zur Eheberatung und ich zog den Scheidungsantrag zurück. Allerdings erwies es sich als sehr nachteilig, dass der Psychologe dort, wie ich später erfuhr, keine Ahnung von der Alkoholkrankheit hatte – ich auch nicht. Er fragte mich, ob ich damit einverstanden wäre, wenn mein Partner 1-2 Bier und nicht jeden Abend trinken würde. Ich stimmte dem zu, hatte aber im Hinterkopf, dass es doch so viele Verstecke gab und er bisher doch immer trank.
Wir hatten eine Gesprächstherapie, die uns in gewisser Weise etwas half. Das Alkoholproblem blieb in abgeschwächter Form, später dann quartalsmäßig, d.h. immer wenn ich dachte, wir könnten nun doch künftig ein gemeinsames Leben führen, dann lauerte schon der nächste Absturz.
Erst 12 Jahre später las ich in der Zeitung, dass es hier eine Al-Anon Gruppe gibt.

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Alkoholismus – eine Krankheit der ganzen Familie

Diese kleine, aber kompakte Broschüre von Al-Anon (Nr.221) hat es in sich!

Ich habe sie mir damals, als ich zu Al-Anon kam, schnell zugelegt, da sie im Verhältnis zu den Büchern sehr preiswert ist. Trotzdem hat sie mir jede Menge zu denken aufgegeben, was die Krankheit Alkoholismus betrifft.

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Wiedergutmachung

Foto von einer Brücke im ParkDas Beschäftigen mit dem Programm von Al-Anon brachte mich sehr schnell zum Achten und Neunten Schritt, wo es um die Wiedergutmachung geht. Ich war wild entschlossen mich bei allen Menschen, denen ich in irgendeiner Weise geschadet hatte, zu melden und Buße zu tun.
Die Ungeduld war mein Motor. Manche Menschen wollten nicht mit mir aufräumen. Meine Mutter tat meine Versuche mit dem altbekannten Spruch ab: „ Ach, das ist doch Vergangenheit, die lassen wir besser ruhen!“ Klar, unter den Teppich und so lange über die Beulen laufen, bis keiner mehr stolpert.
Auch bei einer meinen Schwestern wurde mein Wunsch nach einer Aussprache blockiert. Manche Menschen waren schon gestorben und da ging nichts mehr in direkter Wiedergutmachung. Ich fand Lösungen dafür, indem ich Briefe an sie schrieb und so meinen Frieden machen konnte.
Irgendwann sah ich dann auch die Notwendigkeit bei mir Wiedergutmachung zu leisten. Wunden heilen zu lassen, neue Verhaltensweise langsam in mein Leben zu integrieren, anders zu handeln und diesen Schritt als Grundlage zum inneren klar Schiff machen zu nehmen.
Selbst nach vielen Jahren der Zugehörigkeit kommen beim Gedanken an manche Menschen bei mir alte, meist negative, Erinnerungen auf und ich frage mich, wie ich vielleicht doch noch diesen Schritt mit ihnen gehen kann.
Im Meeting kam für mich ein ganz neuer Aspekt des Neunten Schrittes ins Betracht. Beim Lesen aus unserem Flyer: „Erklärung der Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen“ war die Sprache von der indirekten Wiedergutmachung. Ja, das war kein Verdrücken vor der Verantwortung, sondern ein Tun oder

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Hallo, ich bin Melanie und gehöre zu Al-Anon

Foto von einer gelben RoseAl-Anon ist meine zweite Familie geworden. Eine bessere, wie ich finde. Ich kann sein, wie ich bin, kann mich ausprobieren, werde angenommen wie ich bin und kann mich in meinem Tempo entwickeln.
Dass mein Mann Alkoholiker ist, hat man mir damals mehr angemerkt als ihm. Er hat sich so verhalten wie immer, nur ich bin durchgedreht als ich schwanger wurde, denn jetzt musste er ja erwachsen werden und so funktionieren wie ICH mir das
vorstellte. Ich hatte den meist verbreiteten Irrglauben: „Wenn er mich lieben würde….“
Ich habe mich über Kleinigkeiten aufgeregt, ihn überall schlecht gemacht und konnte meinen Mund einfach nicht halten. Meine Gedanken drehten sich im Kreis, genauso wie unsere Unterhaltungen. Langsam sickerte die Erkenntnis in mein Hirn, dass er nicht aufhören würde. Natürlich auch nicht als das Kind da war. Ich war quasi alleinerziehend. Als der Kleine zwei Jahre alt war fand ich Al-Anon und die Literatur, bzw. traute mich endlich, nach Hilfe für mich zu suchen und auch hinzugehen.
Meine Rettung, ich fing an zu sehen. Es hat ein Jahr gedauert, bis ich mich mit dem Programm beschäftigte, ich musste
erst mal ankommen. Dann überschlug sich irgendwie alles. Die Literatur zeigte mir, wie kraftvoll ein Meeting sein konnte und mittlerweile habe ich solche Meetings sogar auch erlebt. Ich kam zum Regionalmeeting, eigentlich nur so zum Gucken, was das ist und bekam gleich einen Dienst. Das hat meine Kontakte und mein Verständnis sehr erweitert.
Ich bedauere es sehr, dass mein Mann keine Meetings besucht und wir uns nicht über das Programm austauschen können. Aber das ist sein Leben. Er hat es auch so geschafft, nun bald zwei Jahre trocken zu bleiben und es hat sich bei uns unglaublich viel geändert.
Ich bin dankbar, dass ich durch ihn Al-Anon gefunden habe, dass er trocken ist, dass er nun ein Vater ist und dass wir über ein zweites Kind nachdenken.

Alte Einstellungen verändern

Foto Treppe im ParkWährend eines Meetings wurde ich wieder an die alten Strategien des – wenn dann – erinnert.
Ja, in der Kindheit war es oft das Mittel unserer Eltern uns mit Lockangeboten zu irgendwelchen Aktionen zu bewegen. Oft blieb der in Aussicht gestellte Köder weiterhin unerreicht und wurde mit neuen “Wenns” verschoben. Frust war da vorprogrammiert und irgendwann auch keine Hoffnung mehr vorhanden, dass es tatsächlich eine Belohnung gab.
In der Ehe mit dem Alkoholiker war ich diejenige, die dieses – wenn dann Spiel – spielte. Ich glaubte mir selbst: wenn Ereignisse in unserem Leben eintreten würden, dann würde mein Mann aufhören zu trinken. Meine Gebete, eher meine Forderungen, hießen: wenn Du ihn trocken machst, dann kann ich endlich glücklich sein. Bedingungen für eine Belohnung. Auch in diesem Zusammenhang hat es nichts bewirkt, außer Frust.
Letztendlich noch die Steigerung als Drohung: Wenn du nicht aufhörst zu trinken, dann bin ich weg. Auch das nutzte sich ab, denn ich konnte nicht gehen. Warum auch immer. Es sollte bis zu meinem Tiefpunkt eine hohle Phrase bleiben.
In einem meiner ersten Meetings hörte ich, dass die Worte – wenn – dann; ja – aber und jede Form von Androhung irgendwelcher Konsequenzen ohne eine Umsetzung, am besten über Bord geworfen gehören. Gar nicht so einfach, da diese Worte mich ja bis dahin immer begleitet hatten.
Das Eintauchen in die Programmarbeit zeigte mir, dass diese Phasen nicht zu einem Genesungsweg gehören. Zu lernen, dass das Ergebnis nur Frust bedeutet, wenn ich etwas von jemandem erwarte, in dem ich ihm etwas Positives in Aussicht stelle. Es geht darum, meine Einstellung zu ändern und meinen Standpunkt darzulegen, unabhängig von meinem Gegenüber. Bin ich mir nicht klar über mein Motiv oder nicht sicher, ob ich den angestrebten Weg jetzt wirklich gehen kann, muss ich auf den richtigen Zeitpunkt warten. Keine Bedingungen, keine Drohungen ändern das
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Was ich über mich lernte…

Buchfoto - Bestellnr. 112Seit mehr als zehn Jahren gehe ich zu Al-Anon. Durch die intensive Arbeit mit dem Programm lernte ich schnell, weil ich merkte, dass im Meeting Menschen sind, die mich verstehen, mich auf besondere Weise unterstützen und es schien mir die einzige Möglichkeit zu sein, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen, mein Leben zu meistern, wie ich heute gerne sage.
Ich klammerte mich regelrecht an Slogans, an die Tagessprüche aus „Mut zur Veränderung“ und ich las viele Bücher, nur einige: Entdecke deine Möglichkeiten, So wirkt Al-Anon, Lois erinnert sich…, über das Leben von Lois, der Mitbegründerin von Al-Anon …In einem Meeting kam die Frage auf, kann ich mich akzeptieren, so wie ich bin?
Akzeptieren heißt: „annehmen, anerkennen, einwilligen, hinnehmen, billigen, mit jemandem oder etwas einverstanden sein“. Für mich schien es zuerst am einfachsten, die anderen Menschen zu akzeptieren. Ich hörte auf zu nörgeln, zu meckern, zu bestimmen, aber auch zu betteln, zu drohen und zu erpressen. Dann hörte ich auf, Ratschläge zu erteilen und überlegte mir sehr gut, ob und was ich zu einer Situation sagen wollte. Das war schon schwerer, aber ich gewöhnte mir an, zu fragen: Willst du meine Meinung hören? Darf ich dir einen Rat geben?
Wenn NEIN – dann NEIN, und wenn JA, waren es doch nicht solche Antworten, wie ich sie vor Al-Anon gegeben hätte. Ich überlegte mir gut, ob ich schon einmal in einer solchen Situation gewesen bin oder ob ich mich wirklich in eine solche Lage hinein versetzen kann. Manchmal ist es sehr schwer, Dinge so zu belassen, wie sie sind und es ist schwer zu erkennen: Akzeptieren oder eingreifen.
Den Unterschied lernte ich, als ich anfing, mich selber zu akzeptieren. Ich erkannte, dass ich eigene Bedürfnisse hatte. Ich fing an, auf „meinen Bauch“ zu hören, etwas zu tun, was mir Spaß machte, aber auch meine Pflichten zu erledigen. Ich machte nicht mehr mit, nur weil mich jemand darum gebeten hatte, sondern wenn ich es wirklich wollte.

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