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Familienfeier

Foto von einen DruckGerade bin ich zurück von einem Familienfest. Schöne Feier? Ja, aber…. Ich bin erschöpft und weiß auch warum. Viele Situationen haben mich gefordert, alle meine Werkzeuge parat zu halten. Ich war gut gewappnet, hatte als Einstieg eine entspannte Geburtstagsfeier bei einer lieben Freundin aus der Gemeinschaft und fuhr von dort weiter zur Familie.
Erstes Übungsfeld war meine Planung, nach der Zugfahrt eigenständig zu meiner Schwester fahren. – Ich brauche keinen Shuttle, die Anschlussfahrt ist im Ticket drin. Ich muss nur ein bisschen auf den Bus warten. – Ja, aber…… wir sind doch schneller da und das ist auch bequemer…..
Gut gemeint, aber das Ergebnis war, dass mein Fahrer noch schnell beim Bäcker vorbeifahren musste, um die Festtagstorte zu holen, weil der Bäcker ja gleich zu macht. In der Hektik, vergaß er den Auftrag, auch noch die Brötchen für das Wochenende mitzubringen. Also, nochmal los. – Loslassen und Gott überlassen -.
Nächste Übung hing mit meinem Versprechen zusammen, uns einen Kuchen zu backen. Ich stand in der Küche und meine Schwester konnte sich nicht entspannen und mich einfach machen lassen. – Ich wiege aber immer zu. – – Lass es mich auf meine Art machen. – – Ja, aber …… ich mache es immer so. – – Gott, gebe mir die Gelassenheit – So ging es weiter bis zum nächsten Tag mit unnötigem Hin- und Herfahren, Kontrolle, gut gemeinten Ratschlägen und kräftezehrender Einmischerei.
– Aufgaben werden nur einmal verteilt. Zehnter Dienstgrundsatz.-

Zum Nachmittag war dann die Stimmung alkoholgeschwängert auf dem Höhepunkt. Der Held des Tages bekam strikte Anweisungen, wie er denn seine Torte anzuschneiden hätte. Eigentlich eine lösbare Aufgabe für einen vierzehnjährigen gesunden jungen Mann. Er hatte auch schon Ideen, die er, zwar leicht verunsichert, trotzdem mit Erfolg durchsetzte. Jeder hat seine Höhere Macht und die regelt auch schwierige Situationen.
Das stellte ich im Zusammentreffen mit der gesamten Familie fest. Es waren viele ungelöste uralte Streitigkeiten im Raum. Man sah sich grimmig an, redete nicht miteinander, mied einander, separierte sich. Ich konnte auf alle zugehen. Auch auf die, die seit Jahrzehnten immer noch betonen, dass sie ein Hühnchen mit mir rupfen müssen oder endlich Klarheit haben wollen. Die Gelegenheit war da. Ich habe schon lange Klarheit und inneren Frieden, die anderen praktizierten ihre Strategie des Ignorierens und Verleugnens. Sie dürfen das und ich weiß, dass sie nicht glücklich sind. Sie brauchten viel Stoff, um an diesem Tag ihre Welt in Ordnung zu bringen. Ich bin machtlos gegenüber den Auswirkungen der Alkoholkrankheit. Dank Al-Anon kann ich Menschen und Situationen loslassen ohne zu grollen. Ich sehe, wie unglücklich sie teilweise mit ihrer gewählten Lebensart sind. Ich darf meine Finger aus ihrem Weg rauslassen.
Was für eine Erleichterung.
Eine Al-Anon

Ein Kommentar

  1. Veronika schrieb:

    Danke für diesen Beitrag. Er erinnert mich daran, dass Al-Anon ein lebenslanger Prozess ist, der mich immer wieder neu unterstützen kann – wenn ich es zulasse.
    s24h
    Veronika

    Dienstag, 9. Oktober 2018 um 09 | Permalink

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