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Durch die Anonymität fühle ich mich sicher

Foto von vielen BlütenNach dreijährigem Kampf, Verwirrung und Freudlosigkeit wegen des Alkoholproblems meines Mannes, fand ich über eine gemeinnützige Organisation zu Al-Anon. Ich war damals absolut am Ende und sah das als einzige Hoffnung, Hilfe zu finden. Obwohl ich mir nie vorstellen konnte, vor einer Gruppe über meine persönlichen Probleme zu sprechen, fühlte ich mich durch die freundliche Aufnahme angezogen. Da waren wildfremde Leute, die mir aus dem Herzen sprachen. Ich sagte lange nichts über meine wirklichen Probleme, aber das Zuhören half mir schon sehr. Al-Anon wurde ganz langsam meine zweite Familie. Nach den Meetings fühlte ich mich meistens stärker und selbstbewusster. Auch deshalb, weil mich niemand kritisierte oder mir besserwisserische Ratschläge gab, ging ich immer wieder hin. Durch die Anonymität fühle ich mich sicher.
In Sponsorengesprächen mit Al-Anon Freunden konnte ich meine Probleme im vertraulichen Austausch ausführlicher besprechen. Manchmal war ich auch meetingsmüde, und einmal sagte ich zu meinem damals vielleicht 14-jährigen Sohn, dass ich heute eigentlich nicht ins Meeting gehen wolle. Darauf meinte er, ich solle ruhig gehen, weil ich danach immer viel ausgeglichener sei.
Heute freue ich mich jede Woche aufs Meeting und ich möchte noch lange hingehen, obwohl ich nicht mehr viel mit der Krankheit Alkoholismus zu tun habe, aber ich kann mich in der Gruppe immer mehr selbst kennenlernen und kann andere Verhaltensweisen einüben, genau in dem Tempo, wie es für mich gut ist. Nicht zu vergessen wäre, dass ich meine Erfahrungen weitergeben kann.
Judith, eine Al-Anon

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