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Die Leichtigkeit lernen

Foto Die persönlichen Aussagen in unseren Meetings gleichen sich häufig. Manchmal fühle ich mich an Zeiten erinnert, in denen ich abends vor Sorge und Ärger nicht einschlafen konnte. Meist war es Ärger über mich, weil ich nicht aus der alkoholkranken Umgebung gehen konnte oder über die Anderen, die ihre Versprechungen nicht einhielten.

Auch heute höre ich immer wieder Beiträge über die Unzulänglichkeiten der Partner, bei denen das liebevolle Loslassen auch nach langer Zeit einfach nicht glücken will. Oft geht es nicht vordergründig um den Alkohol.
Die alltäglichen Gegebenheiten bieten immer wieder Stoff für Herausforderungen im Zusammenleben. So ist es auch in unserem Buch „Mut zur Veränderung“ beschrieben. Darin steht sinngemäß, dass es mir Erleichterung bringen kann, wenn ich eine Höhere Macht gefunden habe. Ich kann lernen zu ihr zu sagen: „Nicht mein Wille, sondern Dein Wille“, also der einer Höheren Macht soll geschehen. Sie kann die Dinge auf eine Weise ordnen, die ich mir nicht vorstellen kann.
Mich daran zu erinnern, hilft mir immer wieder. Ich bin machtlos, egal welcher Situation gegenüber, wenn diese von einem anderen Menschen verursacht wird. Mein Umgang mit diesen Situationen hat sich jedoch verändert und das bringt mir Leichtigkeit und inneren Frieden.

Muss ich mich wirklich über den Radfahrer auf dem Fußweg ärgern, ihn anmotzen oder vielleicht sogar in den Weg stellen?
Soll ich den Falschparker fotografieren, anzeigen oder schlimmstenfalls sein Auto demolieren?
Soll ich meinem Partner die Socken um die Ohren hauen, die Teller, die auf der Spülmaschine stehen, vor die Füße werfen?

Ich könnte endlos weiter aufzählen, was so alles den Alltag unerträglich machen kann. Ich merke beim Schreiben, dass allein dieses Denken mein Inneres zum Brodeln bringt.Gesund damit umgehen ist angesagt. Um mich nicht in den Sog des Negativen zu begeben, hilft mir sehr häufig ein Zitat aus unserer Literatur: „Lass den zerstörenden Gedanken und Personen keinen Platz in Deinem Kopf“. So die Empfehlung sich von den verstörenden Gedanken zu trennen.

Kürzlich hatte ich ein schönes Ereignis, das einer nervigen Alltagssituation einen Hauch von Leichtigkeit gegeben hat.
Mein Partner ist für das Spülen von Töpfen und Pfannen zuständig und das erledigt er auch sorgfältig, solange sie auf dem Herd abgestellt sind. Da gibt es aber auch noch Messer, Brettchen und andere Dinge, die nicht in die Spülmaschine dürfen. Sie liegen direkt daneben und die „vergisst“ er regelmäßig. Da die Kommunikation darüber nicht erfolgreich war, habe ich die Bitte um Reinigung auf einen Zettel geschrieben, sie mit einem großen Pfeil versehen und diesen Zettel neben die Messer, Brettchen und so weiter gelegt. Oh Wunder, ich kam zurück und alles war gespült und aufgeräumt. Auf dem Zettel stand: AUFTRAG ERLEDIGT!

Der Unterschied zu früher war, ich hatte über Stunden einen freien Kopf und habe mich voll auf den Termin konzentrieren können. Mein Anliegen war fixiert und mir gelang es, es loszulassen. Das gute Ende war zudem ein entspannter Abend und ein amüsanter Austausch über neue Lösungswege.

Eine Angehörige

2 Kommentare

  1. Heike schrieb:

    Danke für diese Zeilen und das Erinnern: Ich bin berechtigt, ungesundes und zerstörerisches Verhalten nicht an mich heranzulassen und schon gar nicht in mich hinein! Kürzlich wurde ich mit Hiobsmeldungen aus der Verwandtschaft überschüttet. Ich konnte mich am Telefon schon viel besser als früher abgrenzen und fühlte mich später doch schlecht. Meine Machtlosigkeit annehmen. Abgeben und meine Höhere Macht walten lassen und dann noch für die Betroffenen bitten/beten. Den Kontakt jetzt wieder reduzieren. Es wirkte…und ich schlief gut.

    Montag, 30. November 2020 um 19 | Permalink
  2. Gaby schrieb:

    Danke für den Beitrag und das teilen, der neuen Kommunikationsmöglichkeiten, es lässt dem Partner die Option und er fühlt sich wahrscheinlich nicht bevormundet.
    Gute 24 Stunden und liebe Grüsse

    Freitag, 11. Dezember 2020 um 15 | Permalink

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