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Abgrenzung

Foto eines Schneemanns mit Augen aus KleeNach vielen Jahren in Al-Anon habe ich das Gefühl, meine Grenzen gut zu kennen. Nur was passiert, wenn Menschen, die mir nahe stehen, über meine physischen oder mentalen Grenzen treten?

In einem unserer Tagesspruch-Bücher steht: „Stöcke und Steine verletzen meine Beine.“ Im Sinne von, ich darf die verbalen Attacken oder die permanent negativen Äußerungen an mir vorbeiziehen lassen. Ich lasse mich davon nicht verletzen oder aus dem Konzept bringen. Ich muss mich auch nicht verbiegen um andere Menschen zu bekehren oder mich hinter einer vermeintlich überzeugten Zustimmung verstecken.

Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Von Kindheit an musste ich die Reaktionen der Mitmenschen abwägen. Ist das jetzt echte Anerkennung oder schwingt da doch wieder die alte Kritik mit – du bist oder denkst nicht richtig? .
Heute nehme ich mir Zeit, indem ich versuche, nicht gleich zu reagieren. Es tut mir gut, erst einmal zu reflektieren. Kommt meine Rückmeldung überhaupt an? Muss ich vielleicht ein bisschen Zeit vergehen lassen und kann dann meine Eindrücke noch einmal anbringen? Soll ich den Kontakt jetzt mal runterfahren, weil es mir nicht gut tut mit diesen Menschen in Verbindung zu sein?

Wir haben in Al-Anon den wunderbaren Slogan „Denke“. Der hilft mir, zumindest bei Menschen, die nicht direkt in meinem Umfeld sind, ein Polster zwischen sie und mich zu bringen. Erst einmal Schweigen oder Umschwenken auf ein anderes Thema sind vertraute Strategien aus der Zeit mit dem aktiven Alkoholismus. Warum diese früher negativen Wege eigentlich nicht für eine im Moment gesündere Vorgehensweise nutzen?

In dieser turbulenten Zeit, in der wir alle mit Meinungen, Halbwissen, unbelegten Theorien und stressigen Aussagen von allen möglichen Seiten konfrontiert werden, hilft mir meine tägliche Verbindung zu meiner Höheren Macht, wie ich sie verstehe. Ich darf Sie kontaktieren und um Führung und um die große Decke Ihres Schutzes für all die Menschen bitten, die ich ganz sicher nicht auf den richtigen Weg leiten kann.

Eine sehr erleichterte Angehörige

Ein Kommentar

  1. Mara schrieb:

    Es ist viele Jahre her, dass ich eine Al-Anon Gruppe regelmäßig über einen mehrjährigen Zeitraum besucht habe.
    Momentan ist das zum Glück aufgrund der Cororna Situation für mich auch nicht nötig.
    Aber ich erinnere mich noch, was für eine große Hilfe und Unterstützung mir die Gruppen waren, das Zuhören ohne Zeitdruck ohne Lösungsvorschläge zu bekommen.
    Danke.
    Es bleibt jeder Tag für mich ein Übungsweg. Das Buch Mut zur Veränderung verhilft mir zur inneren Einkehr und Selbstreflexion.

    Samstag, 6. Februar 2021 um 11 | Permalink

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