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Wie geht es mir mit Al-Anon?

Foto einer Holzpyramide mit brennenden KerzenEs ist unglaublich, wie sich mein Leben durch Al-Anon verändern konnte!
Ich kam als verzweifelte, hoffnungslose und hilflose Frau zu Al-Anon. Mein Mann war Dauertrinker. Weil er dann endlich bereit war mit mir in eine (professionelle) Beratung zu gehen, zog ich den schon gestellten Scheidungsantrag zurück. Er war fast immer alkoholisiert, während unsere 4 Kinder schulpflichtig und  erwachsen wurden.
Wie ich es auch von anderen Angehörigen kenne, so unternahm ich alles Mögliche, um meinen Partner vom Alkohol abzubringen. Nichts half. Ich wollte etwas erreichen – bei ihm. Aber er machte nicht mit. Heute weiß ich, dass die Alkoholsucht eine Krankheit ist.
Einmal angefangen, kann der Alkoholiker mit dem Trinken nicht aufhören. Die Alkoholkrankheit ist auch eine Familienkrankheit. Alle, die um den Alkoholiker herum sind, leiden darunter und verhalten sich, wie sich Angehörige verhalten. Sie tun alles in ihrer Macht Mögliche für den anderen, in dem Fall, um den Alkoholiker „trockenzulegen“.

Ja, ich übernahm zu meiner Berufstätigkeit die alleinige Verantwortung für die Kinder und den Haushalt. Noch dazu fühlte ich mich für das Trinken meines Mannes verantwortlich. Unter dieser Last und dem aggressiven Verhalten meines betrunkenen Ehemannes zerbrach ich. Ich wurde schwer krank. Niemanden hatte ich, bei dem ich mich aussprechen konnte. Schließlich war doch das Thema Alkoholsucht tabu. Als ich einen Zeitungsartikel gelesen hatte, traf ich eine Entscheidung.
Ich sagte zu meinem Mann: „Ich gehe zu Al-Anon und was Du machst, ob Du zu A.A. gehst oder nicht, das ist mir egal. Ich gehe auf jeden Fall zu dieser Al-Anon Gruppe.“ Kaum zu glauben – wir fuhren am gleichen Tag zu Al-Anon und A.A.
Ich traf meine Entscheidung und er seine. Seitdem besuchen wir regelmäßig die Meetings. Und – wir änderten uns beide. Wir benötigten viel Geduld mit uns selbst und miteinander und es kostete so manche Überwindung neue Verhaltensweisen einzuüben – jetzt sind wir beide froh, dass wir die heutige Lebensphase genießen können.
Ich bleibe in Al-Anon, weil ich hier mein Lebensprogramm gefunden habe.
In diesem spirituellen Programm wird von einer Höheren Macht gesprochen, die jeder so verstehen kann, wie er will. Ja, ich weiß, mit dieser Höheren Kraft ist mein Leben leichter. Ich höre auf meine Gefühle und achte darauf, dass ich jeden Tag erfüllt verbringe. All das war mir vor Al-Anon nicht möglich. Da nahm ich mich gar nicht bewusst wahr; andere waren mir wichtig.

Es ist wirklich so – mit Al-Anon ist mein Leben lebenswert geworden.

Ein Kommentar

  1. Rosie schrieb:

    Bei vielen Sätzen nickte ich, auch bei mir hat sich mein Leben Dank Al-Anon verbessert. Seit knapp fünf Jahren bin ich Witwe und ich bin noch immer sehr dankbar für mein eigenes, verbessertes, Verhalten und Leben.
    Ich bin Rosie, eine Angehörige

    Montag, 5. Dezember 2016 um 18 | Permalink