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Weg der Genesung

Fotocollage, Treppe mit 50 Jahre Al-AnonWarum gehe ich immer noch zu Al-Anon?
Ein Ereignis der letzten Tage hat mir gezeigt, was mir in meinem Leben wichtig
geworden ist. Klarheit und Aufrichtigkeit auch in kleinen Angelegenheiten.
Meine Schwester schenkte mir einen selbstgemachten Kuchen mit dem Hinweis: „Ach ja, da ist Rumaroma drin, aber das musst du daheim nicht erzählen. Sind nur ein paar Tropfen und das schmeckt man nicht.“ Meine Reaktion war nur: „Na klar sage ich das. Ich lüge meinen Partner doch nicht an.“ Da war es, ganz selbstverständlich: – Ich bin für klare Verhältnisse, denn das ist die Basis meines heutigen Lebens, die Realität! – Nicht das alte Denken: – Ach, so schlimm ist es doch gar nicht. Oder, welche Ausrede passt jetzt am besten. –
In den Meetings höre ich oft, wie verschlagen die alten Verhaltensweisen sind. Einen Moment nicht bei der Sache und schon läuft der alte Film ab. Alkoholismus kann nicht geheilt, sondern nur zum Stillstand gebracht werden. So ist es auch bei mir als Angehörige. Die alten Muster sind nicht weg, sie sind verschorft oder vernarbt. Sobald ich nicht achtsam bin, fahre ich wieder auf der Straße der Verleugnung und des Schönredens.
Da in den Meetings häufig Teilnehmer aus den verschiedenen Stadien der Genesung sind, bekomme ich jedes Mal gezeigt, wo ich heute stehe. Manchmal ist das ganz fest auf dem Boden der Tatsachen. Manchmal bin ich ganz nah an den Geschichten der Neuen. Und ab und zu bin ich angeschlagen durch Ereignisse, die einfach zum
täglichen Leben dazugehören. Sehr oft bin ich aber friedlich und erfüllt durch die Geschenke, die das Arbeiten in unseren Schritten und Vermächtnissen mit sich bringen.
Ich komme immer noch gerne zu den Al-Anon Meetings, denn dort kann ich mich jedes Mal neu auf das reale Leben einstimmen.
Eine Al-Anon auf dem Weg der Genesung