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Was lässt uns hoffen ?

HoffnungUns, den Angehörigen von Alkoholikern ist eine Bürde auferlegt. Das wissen alle diejenigen am besten, die in den Meetings zuweilen die Lebensberichte der anderen Freunde hören. Doch ich habe erfahren, es ist nicht nur Bürde da, sondern auch Würde.
Krankes Denken, Niedergeschlagenheit bis zur Verzweiflung, scheinbare Ausweglosigkeit und Resignation, das ist Bürde.
Jeder Al-Anon weiß, wovon ich rede.

Trotzdem bin ich schon Menschen begegnet, die ähnlich düstere Lebenserfahrungen mit dem Alkohol gemacht haben, die aber innerlich heil geblieben oder wieder heil geworden sind. Eine seltsame Kraft scheint von ihnen auszugehen: eine Kraft der Unzerstörbarkeit – eben einer Würde, die für die Umwelt ein ganzes Potenzial an Auftrieb vermittelt.

Es ist ein Geschenk, mit diesen Menschen Erfahrung, Kraft und Hoffnung zu teilen. Durch ihr herzliches Teilen können sich in uns die wunderbar heilsamen Kräfte wie Freude und Liebe, innere Harmonie, Glauben und Zuversicht entfalten.
„Wie schön“, höre ich die Kritiker sagen, doch diese Menschen gibt es nur selten und auch sie haben Fehler.

Diese Wahrnehmung scheint mir daran zu liegen, dass manche den menschlichen Lebensweg nur dann als positiv betrachten, so lange er in die wünschenswerte Richtung führt.
Doch gehört nicht auch das unerwünschte, wie die Trauer und Verzweiflung zu unserem Leben? Ist nicht in jedem Menschen trotz aller Missgeschicke diese Unzerstörbarkeit angelegt? Bleiben wir nicht alle wunderbare und im tieferen Sinne unzerstörbare Geschöpfe einer Höheren Macht, selbst wenn uns diese unbegreifliche Macht zuweilen ordentliche Bürden auferlegt? Können wir unsere Krankheit nicht auch als eine innere Aufgabe begreifen an der wir wachsen und reifen dürfen? Ist unser Leiden nicht auch ein Anstoß zu innerem Erwachen und zum Aufbruch? Eine Menge Fragen – aber den Anfang sie zu beantworten, machen wir immer bei uns selbst.

Es liegt an mir, wie an jedem Einzelnen, bereit zu sein, sich den wesentlichen Fragen zu stellen. Und bald vielleicht gibt es einen Menschen mehr, bei dem dieses bereits beschriebene Kraftpotenzial auf andere Freunde wirken kann.

Eine wichtige Erfahrung habe ich vor allem gemacht. Ich sollte mich hüten, perfekt werden zu wollen. Perfekt sein zu wollen, kann ein Fluch sein. Wir alle dürfen Fehler haben und auch Fehler machen. Macht uns das nicht auch liebenswert? Sicher, denn das erfahre ich immer wieder bei meinen Freunden, denen das wunderbare Programm von Al-Anon am Herzen liegt.

Wer das Wunder der Genesung will, sollte sich diesem Wunderbaren öffnen.

Viele liebe Grüße und gute 24 Stunden

Hubert

3 Kommentare

  1. Rosemarie schrieb:

    Danke, lieber Hubert für diesen wunderbaren Beitrag und das schöne Foto! Gerade heute ist Dein Beitrag hilfreich für mich.
    g24h
    Rosemarie

    Sonntag, 29. April 2012 um 05 | Permalink
  2. Ingrid schrieb:

    Danke, lieber Hubert.
    Dein Beitrag tut einfach gut. Und ich durfte mich wieder erinnern, dass ich nicht perfekt sein muss…So funktioniert Al-Anon, wenn wir Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen!
    Liebe Grüße
    Ingrid

    Mittwoch, 2. Mai 2012 um 20 | Permalink
  3. Ella schrieb:

    Hallo Hubert,

    es ist doch wunderbar, die Arbeit an uns selber ist die schönste Arbeit.

    Alles Liebe
    Ella

    Dienstag, 17. Juli 2012 um 19 | Permalink