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Verlust als Teil der Familienkrankheit Alkoholismus

Foto: Buch Nr. 119In dem neuen Buch von Al-Anon „Mit dem Öffnen unserer Herzen verwandeln wir unsere Verluste“ wird beschrieben, dass viele von uns die Gefühle von Trauer und Verlust im Zusammenhang mit Alkoholismus oft nicht erkennen. Diese Erkenntniss kann uns auch Jahre später noch einholen. 

Denn wir trauern nicht nur konkret beim Tode eines Menschen, sondern auch beim Erkennen des Verlustes der Kindheit oder über verlorene Lebensträume.

Diese Verluste wahrzunehmen ist der Beginn, unsere Trauer aufzuarbeiten !

Aber trauern tut so weh ! Ich kann dann oft nicht schlafen, ich esse zuviel und einmal konnte ich tagelang nicht mehr aufhören zu weinen. Mein ganzes Leben erscheint mir dann sinnlos und ich bin wie abwesend. Ich habe auch schonmal eine Therapie gemacht, die mir über „ganz schwarze Löcher“ hinweggeholfen hat. In solchen Zeiten versuche ich es mir immer möglichst gut gehen zu lassen, um diese Gefühle überhaupt aushalten zu können.

Das Buch beschreibt den ganzen Prozess vom Erkennen der Trauer, den damit verbundenen Gefühlen und wie es schliesslich gelingen kann, die Trauer zu bewätigen. Ich persönlich finde, dass ich auch Jahre nach dem Kontakt mit dem „nassen“ Alkoholismus immer noch nur ganz schwer mit Verlusten umgehen kann. Auch mit Veränderungen, die ja auch Verluste eines vertrauten Ablaufs, einer vertrauten Umgebung oder einer vertrauten Gewohnheit sind. Ich bin dann sehr schnell wieder an einem Punkt, wo mich Angst beherrscht und ich das Gefühl habe, dass mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird und ich nur noch falle.

Aber dank des Al-Anon Programms komme ich da jetzt schneller wieder raus !

Und dabei gibt mir dieses Buch Mut und Kraft , denn schon im Titel wird der Weg gezeigt : „Mit dem Öffnen unserer Herzen …. “

Ich fühle mich verbunden mit allen, die -wie ich- zur Zeit Verluste betrauern und ich wünsche ihnen und mir, dass wir es immer wieder  schaffen können, unser Herz zu öffnen um Frieden zu finden.

Bezug „Mit dem Öffnen unserer Herzen verwandeln wir unsere Verluste“ (Bestell-Nr. 119 )
Al-Anon Familiengruppen- Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4 – D – 45128 Essen
Tel. : 0201 / 77 30 07 – Fax. : 0201 / 77 30 08   
www.al-anon.de

5 Kommentare

  1. Barbara schrieb:

    Ich trauere im Moment darum, dass meine Unbefangenheit im Umgang mit den Freunden in den AA-Gruppen, die ich näher kenne, verschwunden ist. Mein Partner und ich sind 9 Jahre meist in gleichzeitig stattfindende Meetings gegangen. Ich habe mich in den offenen AA Meetings eigentlich immer sehr wohl gefühlt. Seit der Trennung habe ich eine große Scheu vor den AA Freunden, da sie ja wohl viele Dinge über meinen Ex und seine Unehrlichkeit mir gegenüber wissen, die ich nicht weiß. Ich glaube, ich schäme mich. Und gehe nicht mehr in die offenen Meetings mit den mir so vertrauten Menschen. Das betrauere ich und weiß keine Lösung.

    Sonntag, 4. März 2012 um 09 | Permalink
  2. Amanda schrieb:

    Wenn AA so „organisiert“ ist, wie Al-Anon, dann sollte auch dort gelten „Wen Du hier siehst, was Du hier hörst – wenn Du gehst – bitte lass es hier.“

    Ich habe in Al-Anon schon öfter erlebt, dass Menschen Dinge wussten, die sie von meiner Schwester erfahren hatten (sie ging auch zu Al-Anon). Ich hatte mich geschämt, weil ich ihre Verurteilung fürchtete. Bekommen habe ich jedoch Anteilnahme und Zuwendung. Ich könnte mir vorstellen, dass das bei offenen AA-Meetings auch so passieren könnte.

    Dienstag, 5. Juni 2012 um 09 | Permalink
  3. Rosemarie schrieb:

    Ich erlebe zur Zeit auch ein Wechselbad der Gefühle ausgelöst durch den Tod. Das Al-Anon Programm hilft in all unseren Angelegenheiten und Al-Anon Freundinnen helfen „tragen“.

    Dienstag, 5. Juni 2012 um 09 | Permalink
  4. Anita schrieb:

    Ich trauere im Moment um den Verlust meiner – ich weiß es gar nicht. Ich habe herausgefunden, daß mein nasser Partner sich Frauen über das Internet sucht und eine mit zu seinen Freunden genommen. Für ihn ist es nur eine Kleinigkeit. Meine Welt ist eingestürzt.

    Donnerstag, 26. September 2013 um 07 | Permalink
  5. Monika schrieb:

    Seit 13 Jahren gehe ich in die Gruppe und trauere mehr denn je. Ich ahne wenigstens, daß es um meine Kindheit ohne Willkommensein und ohne Geborgenheit geht. Beim Nachlesen meiner Meetingsnotizen habe ich sehen können, dass ich mich zumindest schon auf mein Gefühl verlassen kann.

    Montag, 28. Dezember 2015 um 18 | Permalink