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Persönliche Geschichte

SteinigIch bin aufgewachsen als Sohn einer alkoholkranken Mutter und bis zum Eintritt in das Erwachsenen-Alter habe ich mir eingebildet, die Krankheit meiner Mutter sei nur ihr und nicht mein Problem.

Als ich zunehmend psychische Probleme bekam, habe ich mich auf die Suche nach Hilfe gemacht und bin auf Al-Anon aufmerksam geworden.

Durch Al-Anon habe ich gelernt, dass der Alkoholismus eine Familienkrankheit ist und ich genau so krank bin wie meine Mutter.

Ich bin zwar nicht körperlich abhängig vom Alkohol, allerdings haben sich die Verhaltensweisen meiner Familie im Umgang mit Problemen auf mich übertragen:
Der Alkoholiker trinkt, wenn er ein Problem hat,
ich schweige / „schlucke“ das Problem herunter und belaste dadurch ungemein meine Seele.

Des Weiteren neige ich wie der Alkoholiker dazu, in Extreme zu verfallen: Extrem Sport treiben, extrem viel Arbeiten, extrem hohe Ansprüche an mich und meine Umwelt stellen…

Seitdem ich zu Al-Anon Meetings gehe, fange ich zunehmend an, meine Probleme selbst in die Hand zu nehmen, darüber zu sprechen und Dinge zu verändern – vor allem, mich zu verändern.

Wie ein kleines Kind, das die Welt für sich neu entdeckt, frage ich mich zunehmend:
Was tut mir gut, was will ich, was macht mir Spaß?

Ich kann jedem Kind aus einer alkoholkranken Familie nur von Herzen wünschen, den Weg zu Al-Anon zu finden.

Ich dachte Anfangs ich komme in eine Sekte, aber das ist Al-Anon ganz und gar nicht.

Es liegt an mir, was ich verändern möchte.
Niemand zwingt mich.

 

Ein Al-Anon, aufgewachsen in alkoholkranker Familie

 

4 Kommentare

  1. Rosie schrieb:

    Ich bin eine langjährige Al-Anon, habe viel gehört und gelesen. Dieser Bericht geht mir sehr nahe und ich danke Dir für’s teilen!

    Sonntag, 14. Dezember 2014 um 10 | Permalink
  2. Claudia schrieb:

    Danke für den bereichernden Bericht und das Hoffnung spendende Bild dazu ! Gute 24hs Claudia

    Dienstag, 16. Dezember 2014 um 09 | Permalink
  3. Edith schrieb:

    Ich bin das erst Mal im Blog und finde es sehr bereichernd und spannend. Eine wunderbare Arbeit im zwölften Schritt. Wie gut, dass es viele Al-Anons und Alateens gibt. Ein wunderbares Lebensprogramm.

    Sonntag, 21. Dezember 2014 um 14 | Permalink
  4. Andrea schrieb:

    Ich bin auch in alkoholkranker Familie aufgewachsen und der Bericht spricht grad mein Herz sehr an, danke

    Mittwoch, 4. März 2015 um 15 | Permalink