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Meinen Platz finden

Foto einer SeenlandschaftIch bin Regina und gehöre zu Al-Anon. Und heute geht es mir gut. Diese Worte gehören mittlerweile zu meinem Leben. Es geht mir zwar nicht immer gut, aber ich gehöre immer zu Al-Anon. Seit ich die Gruppe gefunden habe, fühle ich mich nicht mehr isoliert. Meistens. Wenn ich schlecht drauf bin und mein Kopfkino tobt, kommt es noch vor, aber immer seltener.
Was bewirkt dieses Wunder?
Al-Anon natürlich. Al-Anon sind Menschen wie ich. Die meisten sind durch die Hölle gegangen, haben Verletzung und Einsamkeit erlebt und Desinteresse. In der Gruppe verstehen wir uns. Viele kennen dieselben Probleme und die dazugehörigen Gefühle.Ich war Partnerin eines Mannes, der ein Problem mit Alkohol hatte. Fast 28 Jahre mit dem Damoklesschwert „trinkt er heute oder nicht“, „wie ist er drauf“, etc. . Mein Leben drehte sich um ihn. Als ich zu Al-Anon kam, wusste ich nicht wer ich war und was ich wollte. Ich wollte meine Kinder retten, das wusste ich.
Die Frage wie geht es dir heute überraschte mich. Wen interessiert das schon, es hat ja noch nicht mal mich interessiert. Die Menschen in der Gruppe wollten es tatsächlich hören. Das war der Anfang. Ich fragte mich einmal in der Woche, vor meinem Meeting, wie es mir geht, damit ich es berichten konnte.
Heute viele Jahre später frage ich mich wahrscheinlich immer noch zu selten, aber immer öfter. Ich habe einen Platz gefunden an dem ich ICH sein darf. Meine Schwächen werden nicht gegen mich verwendet. Ich darf Fehler machen, ich darf meine Irrwege gehen und habe dennoch das Gefühl in Ordnung zu sein. Ich darf mich entwickeln, in meinem Tempo und nach meinen Regeln und ich darf andere an die Hand nehmen und sie ein Stück begleiten, so wie ich an die Hand genommen werde, wenn ich Unterstützung brauche und sie annehmen kann, was meistens die größere Schwierigkeit ist. Aber auch das darf sein. Und das ist gut so.

Behütete 24h für uns alle. Regina