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Mein zwang freies neues Leben

Leben_zwangfreiHallo liebe Al-Anon Freunde/innen,

vor etlichen 24 h habe ich mich von meinem heute noch nassen Partner getrennt.

Ich habe mich selbst gerettet.
Ich war körperlich, geistig und seelisch ein Wrack, verwirrt und verängstigt.

Heute weiß ich, es war mein persönlicher Tiefpunkt.
Er bedeutete auch meine Befreiung.

Ich selbst war so durch den Alkohol involviert, dass ich nicht eher den Absprung schaffte.

Ein zwang freies und neues Leben konnte ich nur bedingt leben.
Es war eine große Umstellung. Mann und erwachsenes Kind und den Alkohol loszulassen, zu verlassen.
Danach musste ich noch auf Grund einer Erkrankung meine Arbeit loslassen. Ich bin jetzt Frührentner.

Nach und nach kam das Bewusstsein, welch eine Befreiung es ist, ein zwang freies Leben führen zu können.

Der Alkohol zwingt mich nicht mehr zu agieren, meine Existenz ist gesichert, ich habe mein Auskommen.
Die Unsicherheit ist fort.
Ich kann meine Zeit, meinen Alltag, meine Tätigkeiten im Rahmen meiner gesundheitlichen Einschränkungen selbst bestimmen.

Ich kann zu Bett gehen, oder aufstehen wann ich will, essen was und wann ich will; Freunde treffen wann und wo ich will; im Programm arbeiten so oft ich mag. Ich kann mich auf Freundschaften einlassen, ohne an Alkohol oder den Alkoholiker zu denken.

Welch eine Befreiung, ein zwang freies Leben führen zu können!

Es hat lange gedauert, bis die zwanghaften Gedanken an meinen Ex-Ehemann verblasst und weggegangen sind.
Es hat Monate gedauert.
Anfangs war noch der erste Gedanke morgens nach dem Erwachen und der letzte Gedanke vor dem Schlafengehen: Wie geht es meinen Ex, kommt er zurecht, wie ist sein alkoholisches Befinden.

Heute vertraue ich meiner Höheren Macht.
Sie sorgt für mich und den nassen Alkoholiker (auch wenn er nicht trocken werden kann/ will).
Nicht mein Wille geschehe, sondern „Sein“ Wille geschehe.

Mir wird bewusst: Ich hatte mich von den Fesseln der Co- Abhängigkeit gelöst und die Freiheit gar nicht vor lauter Schuldgefühlen gesehen.

Der Weg der Genesung und des Heilungsprozesses war langwierig.
Durch Al-Anon und Therapie habe ich Abstand gewinnen können, auf mich schauen können. (Fang bei dir selbst an).
Meine Ängste haben sich reduziert. In Al-Anon kann ich Erfahrung Kraft und Hoffnung austauschen.

Einige Jahre nach meiner Trennung habe ich ein neues Glück mit einem trockenen Alkoholiker gefunden.
Durch ein liebevolles, respektvolles und ehrliches Miteinander und Füreinander habe ich lernen dürfen wieder liebevoll mit mir selber und dem Alkoholiker umzugehen.

So eine Freundschaft /Liebschaft ist ein Geschenk, ein Glück. Sie trägt uns. Gemeinsam können wir unseren Weg gehen.

Manche mögen sagen: wieder das gleiche Lied.
Ja, sage ich, die gleiche Melodie- aber ein anderer Ton. Eine andere Symphonie , kein Drama, kein Klagelied.

In Dankbarkeit kann ich heute ohne Angst aufwachen und bin immer weniger fremdbestimmt.

Ich bin dankbar für die Einsicht, dass ich das Leben als ein freies und spontanes Geschenk erhalten habe.
Ich bin dankbar für jeden neuen Tag in meinem Leben.
Dankbar und voller Freude will ich heute über das Entkommen aus der Katastrophe (dem Dilemma) berichten.

Ich heiße Maria und gehöre zu den Al- Anon Familiengruppen