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Liebe Angehörige von Alkoholikern

Foto vom Höckerschwanals ich zu den Al-Anon Familiengruppen gekommen bin, war bei mir und in meinem sozialen Umfeld einiges massiv aus dem Ruder geraten und nicht mehr kontrollierbar.

Mir fehlte jede Orientierung, wie es denn nun weiter gehen soll, wie und wo fange ich an, und das an mit einer trinkenden Ehefrau, mit 3 Klein- kindern und einer hohen Verschuldung?  Es war kein Licht mehr im Tunnel.

Im Al-Anon Meeting kam ich mit einer ganz anderen Gedankenwelt in Berührung, es war mehr eine Konfrontation.

Diese Welt von Machtlosigkeit, vom Loslassen und Gott überlassen oder Hilfe durch Nichthilfe, war für mich zu der Zeit nicht nachvollziehbar oder logisch. Ich hatte erhebliche Zweifel an dieser anderen Denkweise. Die Botschaft hören ist das eine, die Botschaft für wahr halten und kritiklos annehmen ist dann der zweite nicht einfache Schritt.

Immerhin war ich in einem Zustand von Leiderfahrung und ausreichenden Veränderungsdruck um dann doch diese Botschaft anzunehmen. Das war auch notwendig, um eben die Not zu wenden.

Durch die Arbeit an mir selbst (Selbsterziehung) konnte ich mich vom Mitläufer zum Entscheidungsträger entwickeln, oder philosophisch, vom Nichtseienden zum Seienden.

Von innen her verändert sich schon dadurch etwas an der allgemeinen Atmosphäre, weil die Dinge schon mal so sein durften, wie sie nun einmal waren schon um der Machtlosigkeit wegen. Meine noch trinkende Ehefrau, Alkoholikerin konnte sich bei alle dem, meinem veränderten Verhalten gegenüber nicht entziehen (ansteckende Gesundheit).  Auch damit wurde in ihr der Wunsch geweckt mit dem Trinken aufzuhören und konnte das erste Glas stehenlassen.

Ein langer auch steiniger Weg, der sich aber dann doch gelohnt hat.

Die Kinder sind erwachsen, haben auch schon erwachsene Kinder und uns geht es, entgegen allen Erwartungen, erstaunlich geradezu sehr gut und das nicht nur finanziell.

Was konnte mir, was konnte uns Besseres passieren?

Hartmut DEL, ein Al-Anon