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Vergebung

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Vergebung kann vielleicht nur eine Änderung meiner Einstellung sein. Als ich zu Al-Anon kam, war ich voller Bitterkeit auf den Alkoholiker in meinem Leben. Als mir klar wurde, dass meine Bitterkeit mir selbst mehr weh tat als jedem anderen, begann ich, nach einem neuen Blickwinkel für meine Situation zu suchen.

Mit der Zeit begann ich zu glauben, dass der Alkoholiker in meinem Leben der Bote sein könnte, den meine Höhere Macht einsetzte, um mir klarzumachen, dass ich Hilfe brauchte. Es ist nicht fair, Sie mit Dank oder Schuldzuweisungen dafür zu überhäufen, dass ich so lange brauchte, um auf Ihre Botschaft zu hören.

Ich entschied mich, sehr viel unannehmbares Verhalten zu akzeptieren, weil ich nicht einsehen wollte, dass ich Hilfe brauchte. Ich machte alles so gut ich konnte, mit dem Werkzeug und dem Wissen, das mir zur Verfügung stand, und ich glaube, dass sie es auch so machte. Irgendwann erreichte mich die Botschaft. Ich schaffte es, mich zu Al-Anon zu begeben, und mein Leben veränderte sich auf wunderbare Weise. Ich leugne nicht, dass auf dem Wege schmerzhafte Dinge gesagt und getan wurden, aber ich weigere mich, die Bürde der Bitterkeit noch weiter zu tragen. Stattdessen bin ich dankbar für das, was ich gelernt habe.

Überlegung für Heute

Ich will es alten Ärgernissen nicht mehr erlauben, mich hinunterzuziehen. Ich baue mir ein besseres und liebevolleres Leben auf.

„Vergeben bedeutet nicht Vergessen, es bedeutet, die Verletzungen und den Schmerz loszulassen.“

Mary McLeod Bethune

Quelle: Mut zur Veränderung – 26. Juni – Seite 178

„Mut zur Veränderung“  ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4 – D – 45128 Essen
Tel. : 0201 / 77 30 07 –  www.al-anon.de

Ein Kommentar

  1. Heike schrieb:

    Wunderbarer Text und so wertvoll für mich, ihn gerade hier wieder lesen zu dürfen. Ja, auch ich kann mich jeden Tag gegen das weitere Tragen der „Bürde der Bitterkeit“ entscheiden. Die „alten Ärgernisse“ werden sich immer mal wieder zeigen, das ist das Leben, aber heute kann ich entscheiden, was ich mit ihnen mache. Ja, und ich muss nichts vergessen, ich muss aber die Verletzungen erstmal wahrnehmen und annehmen, dass sie mir geschehen sind. Auch hier nicht verleugnen. Anerkennen, was war. Dann kann ich den Schmerz wahrhaftig loslassen und gebe ihm keine Macht mehr über mich. Heute kann ich mir, dank unseres so reichen Programms, ein reales, lebendigeres und liebevolleres Leben aufbauen.
    Oder: Wenn ich etwas tue, tut sich was für mich.

    Dienstag, 13. Juni 2017 um 10 | Permalink

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