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Besinnlichkeit

Advent13Es ist Mitte November, draußen grauer Himmel, es stürmt.

Ich sitze noch im Nachthemd am Frühstückstisch, bin glücklich nicht mehr arbeiten zu müssen und erfreue mich am Kerzenschein.
Auf der Terrasse stehen immer noch Töpfe mit Sommerblumen, nachts werden sie rein geholt.

In meinem Herzen ist es nicht grau in grau, sondern kunterbunt.
Bald ist der 1. Advent und in Gedanken schmücke ich schon die Fensterbretter mit unseren Erzgebirge – Schnitzereien.

Morgen gehe ich mit meinem Mann die Zutaten für Stollen einkaufen.
Mein Mann backt für jedes unserer erwachsenen Kinder einen Stollen – schon traditionsgemäß.
Nie hätte ich gedacht, dass diese Art des Familienlebens in meinem Mann steckt.

In der Zeit mit Alkohol war schon der Gedanke an Weihnachten der reinste Stress : Zusammensein mit Eltern, Schwiegereltern . . . und dann noch die Weihnachtsgeschenke. . .
Wie viel Alkohol wird er da brauchen ? Wie vertusche ich es am besten ?

In den Jahren der Trockenheit, mit Hilfe von AA und Al-Anon wurde die Weihnachtszeit immer lockerer. Heute ist die Angst vor Weihnachten vollkommen weg.
Kein Zanken mehr, wie der Baum geschmückt wird. Endlich kann ich den anderen lassen – jedenfalls schon ganz oft !
Ich hatte früher die Macke, dass jede Kugel im gleichen Abstand voneinander hängen musste, sonst hatte ich schlechte Laune und wunderte mich gleichzeitig, dass mein Mann so gereizt war.
Er war und ist nämlich der Baumschmücker.

Ich bin froh, dass bei uns beiden schon ein Stück Gelassenheit vorhanden ist. Wir frischen sie auch Woche für Woche in unseren Gruppenmeetings auf, mein Mann bei AA und ich bei Al-Anon.

Das erste Mal in unserem Leben verbringen wir 14 Tage der Adventszeit in der Sonne am Meer.
Das ist für mich ein komisches Gefühl. Zu Hause steht der Adventskranz und ich werde im Meer schwimmen.
Eine Kerze werde ich in den Koffer packen und damit die Sehnsucht auf Weihnachten wecken.

In diesem Jahr ist der 1. Feiertag ein Mittwoch und da sind wir ganz bestimmt in Königs Wusterhausen in der Gruppe.

Bei all diesen Gedanken ist mir leicht und fröhlich ums Herz. Ich werde mich fertig machen und mich mit Genuss in die schöne – heute graue – Welt stürzen.

Eine schöne Zeit wünscht

Renate

Ein Kommentar

  1. Gabi schrieb:

    in 3 Stunden beginnt das Fußballfinale. Die Wartezeit verbringe ich nun, nachdem ich mit meinem Enkel ( 8 Jahre) das Wohnzimmer zu einer Fanmeile verwandelt habe, im Internet.
    Bin schon lange AL-ANON zugehörig. Das Programm ist für mich ein Lebensprogramm geworden. Meine Lebenssituationen, ein rauf und runter.Ich lerne, mich mit Hilfe des Programms so zu entwickeln, dass ich mir nicht stets und ständig Gedanken um andere mache, insbesondere um meine lieben nahen Angehörigen mit krankhaftem Trinkverhalten. Im Laufe der Zeit gelingt es mir immer besser, los zu lassen und an mich zu denken. Zur Zeit bin ich etwas verwirrt und nicht sicher, ob ich richtig gehandelt habe. Je länger ich darüber nachdenke und mich belese bekomme ich jedoch ein besseres Bauchgefühl. Eine große Hilfe war mir auch das letzte Meeting, in dem ich einige verschiedene Aussagen zu meiner Situation hörte. auch wenn es nicht unbedingt immer die Worte sind, die ich gerade erwarte, sie regen zum Nachdenken an. Nichts bleibt so wie es ist, alles verändert sich. Auch ich.

    Sonntag, 13. Juli 2014 um 17 | Permalink