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Alkoholismus kennt keine Grenzen

Helens TwitterbildIch bin ja so dankbar, dass ich Al-Anon habe!
Als junger Mensch fand ich Flucht aus den Umständen, in denen ich mich befand, im Erlernen fremder Sprachen – vor allem Deutsch.
Als Kind eines alkoholkranken Elternteils war ich auch süchtig, aber auf andere Art, nämlich nach Anerkennung und Lob. Dadurch kam ich zwar beruflich weiter, brach allerdings mit 33 Jahren zusammen.

2012 schenkte man mir nun nach fast 14 Jahren in Al-Anon die Möglichkeit, die in früheren Zeiten aufgebauten Kenntnisse auch in ein Positives umzusetzen – in den Dienst meiner Gemeinschaft. Ich wurde zur 25. Gemeinsamen Dienstkonferenz(GDK) in Essen (jährliche Konferenz von den Al-Anon Familiengruppen) als britischer Gast eingeladen.

Am Wochenende der GDK kam es zum Austausch von Erlebnissen, Ansichten und Ideen über nationale Grenzen hinweg. Ich fühlte mich unter neuen Freunden zu Hause, ganz anders als zu den Zeiten vor Al-Anon, als ich keine Hilfe suchte, und von daher auch keine bekam.
Als erfahrenes Al-Anon Mitglied habe ich am Gruppengewissen der deutschen Konferenz teilnehmen dürfen, und das hat mir gut getan, hoffentlich auch den anderen Teilnehmenden, die auch gelernt haben, alleine geht’s nicht. Der Alkoholismus ist ein zu gewaltiges Problem, um alleine damit klar zu kommen!
In Al-Anon bin ich Angehörige einer großen Familie geworden: europa- und weltweit.
Der Alkoholismus kennt keine Grenzen – Al-Anon zum Glück auch nicht.
Ich verließ die Gemeinsame Dienstkonferenz voller Demut hinsichtlich der Macht dieses Programms, traurig, Abschied von den neuen Freunden nehmen zu müssen, froh aber, dass ich mich heute für den Weg zur persönlichen Genesung entschieden habe.
Anders geht es nicht – die Isolation ist doch keine Wahl mehr, da ich Besseres weiß.
Helen, Al-Anon aus Großbritannien
Gast bei der Gemeinsamen Dienstkonferenz

5 Kommentare

  1. Rosemarie schrieb:

    ja, das stimmt! Ich durfte auch schon mehrfach sehr positive Erfahrungen machen, dass Al-Anon keine Grenzen kennt! Egal ob im deutschsprachigen Raum oder in einem Land, dessen Sprache ich nicht kann (z.B. Finnland 😉 ) überall auf der Welt kann ich bei Al-Anon zu Hause sein!

    Allen viele gute und schöne 24 Stunden!
    Rosemarie

    Montag, 2. April 2012 um 07 | Permalink
  2. Hubert schrieb:

    Dieser Beitrag von Dir, liebe Helen, ist für mich ein richtig schönes Ostergeschenk, weil es mir einen starken und schönen Nachklang von der GDK vermittelt. Wir sind uns dort mehrfach begegnet und schließlich konnten wir uns noch bei der Abfahrt nach Hause – Du nach Wales, ich in die Pfalz – austauschen. Solche grenzübergreifende Begegnungen geben mir Mut und Kraft und die Gewissheit, dass es Freundinnen und Freunde gibt, die mit mir meinen Weg teilen.

    Sonntag, 8. April 2012 um 14 | Permalink
  3. Dorothea schrieb:

    Hallo Helen, ich durfte dich und einige andere auf der GDK kennenlernen. Das war auch ür mich eine große Bereicherung. Ich habe ebenfalls gemerkt, daß Alkoholismus und Al-Anon keine Grenzen kennt. Ich hoffe, wir sehen uns irgendwann wieder. Gute 24h euch allen, Dorothea

    Sonntag, 15. April 2012 um 18 | Permalink
  4. Ingrid schrieb:

    Hallo liebe Helen,
    wie schön, Deinen Beitrag zu lesen. Die guten Gefühle der Konferenz sind sofort wieder da. Auch ich durfte Dich auf der Gemeinsamen Dienstkonferenz von Al-Anon kennenlernen. Und auch ich habe mich schon im Ausland (in einer spanischen Gruppe) bei Al-Anon wohlfühlen und erleben dürfen, dass Al-Anon eine wunderbare weltweite Gemeinschaft ist.
    Seid alle ganz herzlich gegrüßt
    Ingrid

    Mittwoch, 2. Mai 2012 um 19 | Permalink
  5. Helen schrieb:

    Gute 24h! Dieser Spruch, und was er auch beinhaltet, ist fuer mich ein Hilfmittel, das ich im Laufe der GDK 2012 immer wieder hoerte und nun schaetze. Danke fuer die Kommentare! Ein Gruss an alle Al-Anon Freunde im Dienst.

    Freitag, 11. Mai 2012 um 20 | Permalink