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Al-Anon ist auch für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Abbildung Broschuere Nr. 237Vorstellung der Broschüre: Al-Anon ist auch für erwachsene Kinder von Alkoholikern

Wie so vieles im Leben, ist es kein Zufall, dass mir gerade diese Broschüre in die Hände fiel. Die letzten Wochen und Monate spüre ich immer mehr meine Ängste. Ich habe immer Ängste gehabt, nicht erst, seit mein Mann ausgezogen ist, nein, die meisten Ängste in meinem Leben, stammen aus meiner Kindheit; ein Leben in einer Familie mit einem Alkoholproblem und ich habe sie weiter gepflegt und genährt, ohne mir dessen bewusst zu sein.

Wovor ich alles Angst hatte, darüber habe ich mir früher keine Gedanken gemacht. Angst war unterschwellig immer da oder an so vielen Tagen auch spürbar, hat mein Leben begleitet. Heute schlug ich die Broschüre auf, und suchte nach etwas, dass mir weiterhelfen konnte, in meiner jetzigen Situation.

Seite 3, „Nicht länger leugnen“, Ja, meine Gefühle wahrnehmen, auch die guten Gefühle, den Mut haben, sie zu leben, mir zugestehen, glücklich zu sein und nicht immer so streng mit mir umzugehen.

Seite 17, „Verantwortung für sich selbst übernehmen“, auch ich suche nach Zuneigung, die mir in meinem Leben fehlt, und kann nur zustimmen, dass ich die Menschen in meinem Umfeld oft überfordere, unmögliches von ihnen erwarte und erwartet habe. Ich verletze diese Menschen durch mein Verhalten und wenn ich das feststelle, ziehe ich mich zurück. Ich begreife, dass ich ein Problem mit Nähe und Distanz habe. Letztens habe ich den Mut gehabt, einer neuen Freundin davon zu berichten. Es war ein gutes Gefühl und es stärkt unsere Freundschaft, nimmt mir die Angst, etwas falsch zu machen und abgelehnt zu werden.

Seite 21, „Dankbarkeit“, die spüre ich in letzter Zeit immer öfter.

Dankbar bin ich für die vielen Erfahrungen, die Freundinnen und Freunde mit mir teilen, ob im Meeting oder in der Literatur, ob in einer Mail oder bei einer Tasse Tee, eine liebevolle Karte, die ich erhalte, oder ein Anruf.

Dankbar bin ich für ehrliche Zuneigung und achtsamen Umgang mit mir, wonach ich mich ein Leben lang gesehnt habe.

Da sind dann die vielen Ängste, von denen in diesem Bericht geschrieben wurde und ich erkenne mich wieder. Es gibt mir Trost, dass es anderen ähnlich ergeht, auch wenn jeder von uns seine eigen Geschichte hat, aber in einer Familie aufzuwachsen, in der Alkohol eine große Rolle gespielt hat, beherrschen Ängste das Leben dieser Familie. Schlimm für mich war, dass wir nicht darüber gesprochen haben, alles unter den Tisch gekehrt wurde und viele Ängste heute noch mein „Kopfkino“ in Gang setzen.

Durch Al-Anon übe ich mich jetzt darin, bei mir zu bleiben, den Mut zu finden, mir helfen zu lassen von Menschen, die es gut mit mir meinen, die mich auch dann mögen, wenn sie mich einmal nicht verstehen, die ihre Kraft und Hoffnung mit mir teilen, bei denen ich sein darf, wie ich bin: auch mal ängstlich, auch mal streng und vor allem glücklich.

Anneliese, Al-Anon

Bezug:

Al-Anon Familiengruppen- Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4-D-45128 Essen
Tel. : 0201 / 77 30 07 – www.al-anon.de
Best.-Nr. 237

Ein Kommentar

  1. Sonderglocke schrieb:

    Die „Dankbarkeit“ ist unserer Meinung nach der Schlüssel für ein erfolgreich suchtfreies Leben. Viel Erfolg mit dieser Gruppe… Grüße, Aischa Team Sonderglocke

    Montag, 22. November 2010 um 18 | Permalink