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Der Realität stellen

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Es gab ein Stück Realität, das ich nie sehen wollte: Ich liebte jemanden, dem ich nicht vertrauen konnte. Immer wieder litt ich unter der Enttäuschung nicht eingehaltener Versprechen, unter Widersprüchen und knallharten Lügen. Jedes Mal fühlte ich mich niedergemacht, verraten und verletzt. Trotzdem hatte ich den Vorfall nach ein paar Stunden, manchmal auch nach ein paar Tagen aus dem Gedächtnis gestrichen. Beim nächsten Versprechen war ich ohne Zögern wieder aus tiefstem Herzen voller Vertrauen.

Ich kann weiterhin nur schwer hinnehmen, dass ich mich auf Versprechen nicht verlassen kann, die mir jemand gibt, den ich liebe. Ich sehe jedoch ein, dass der Schmerz in meinem Herzen meistens daher kam, dass ich die Realität nicht akzeptieren wollte. Al-Anon hilft, dass ich mehr auf meine Erfahrungen vertraue, als auf die unbeständigen Worte anderer.

Ich lerne, nicht mehr abhängig zu sein von jemandem, der ständig unzuverlässig ist. Gleichzeitig erkenne ich aber auch, dass dies keine Entschuldigung dafür ist, die ganze Menschheit aufzugeben. Der Realität ins Auge sehen heißt erkennen, dass viele meiner Erfahrungen in Al-Anon zeigen: es gibt tatsächlich eine Menge Menschen, auf die ich mich verlassen kann.

Überlegung für Heute

Heute gehe ich die Verpflichtung ein, mir selbst gegenüber ehrlich zu sein. Wenn ich mich der Realität stelle, wird aus mir jemand, auf den ich mich verlassen kann.

„Wenn ich mir der Dinge bewußt werde, ist das für mich viel besser, als wenn ich mich allen Gefühlen verschließe, Menschen aussperre, mich dem Leben entziehe. Wie hart die Wahrheit auch ist, oder wie immer die Umstände sind – ich möchte lieber genau Bescheid wissen, hinsehen und diesen Tag annehmen.“

As We Understood

Quelle: Mut zur Veränderung – 19. August – Seite 233

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)

Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4 – D – 45128 Essen
Telefon: 0201 / 77 30 07 – www.al-anon.de

Auf eigenen Beinen stehen

Heute las ich bei meiner Morgenmeditation in unserem Buch „Entdecke Deine Möglichkeiten“ den Satz: Wir waren eine Krankheit mit vier Beinen. Das war eine Beschreibung der Familienkrankheit, die ich so noch nie gesehen hatte. Klar, ich war immer das Stützrad für meinen trinkenden Mann. Alle alltäglichen Aufgaben wurden langsam zu meinen. Ich ging zwar nicht für ihn zur Arbeit, aber ich sorgte dafür, dass er auch wirklich das Haus verließ. Anstrengende oder herausfordernde Auseinandersetzungen mit Behörden, Vermietern oder sogar in der Familie nahm ich gerne auf mich, damit er ja nicht noch mehr Grund zum Trinken hatte. Was war aber die andere Seite? Irgendwann brauchte ich diese Aufgaben, damit ich nicht über mich nachdenken musste oder noch schlimmer, ich brauchte sie, damit ich sie ihm irgendwann vorhalten konnte. Die Familienkrankheit war komplett, seine Beine, die mich brauchten um zu stehen und meine Beine, die das Dilemma am Laufen hielt.
Ich hatte nie gelernt, wirklich auf die Standfestigkeit meiner Beine zu vertrauen. Meine Mutter bestimmte, wer zu meinen engen Schulfreunden gehören dürfte. Sie wusste, welcher Freund der richtige Mann für mich war. Sie kannte mein Innerstes so gut, dass sie entschied wo ich mich wohlfühlen würde und welcher Beruf zu mir passte. Das hatte vordergründig nichts mit der Alkoholkrankheit zu tun, aber der Mann in unserer Familie, mein Vater, war aufgewachsen mit Alkohol, Gewalt und sehr viel Unsicherheit im Leben. Er wollte für seine Familie immer nur das Beste. Auch bei meinen Eltern gab es schon die Krankheit mit vier Beinen. Mein Vater hatte die Beine der Beständigkeit und meine Mutter hielt die Familie in Bewegung.
Nachdem ich langsam im Al-Anon Programm lernen durfte, dass meine Beine tatsächlich tragfähige Entscheidungen verkraften konnten, machte ich mich auf den Weg der Genesung. Mit der Hilfe meiner Höheren Macht war es möglich, auch Fehlversuche nicht gleich als Scheitern zu bewerten. Weitermachen ist die Devise. Kleine Kinder stehen bei den Versuchen, endlich selber laufen zu können immer wieder auf. So lange ich die Werkzeuge von Al-Anon benutze, werden Steine auf meinem Weg zu Aussichtspunkten und nicht zu Stolperfallen.
eine Al-Anon in Bewegung

Meine Gottbox

Foto einer PorzelanschmuckschatulleManchmal, wenn die Geister der Vergangenheit und Gegenwart meinen Kopf bevölkern, helfen weder ein Al-Anon Spruch noch ein Gebet. Das Lesen in unserer Literatur fällt mir schwer und wen kann ich schon mitten in der Nacht anrufen? Ich habe ein wunderbares Mittel um mich von den überflüssigen und fruchtlosen Grübeleien zu befreien. Meine Gottbox.
Wie oft bin ich schon nachts aufgestanden und habe alkoholkrankes Zerdenken und ansteckende Aktionen anderer Menschen auf einen Zettel geschrieben und sie in mein Kistchen getan. Aus dem Kopf und aus dem Sinn, mit dem Ergebnis, dass ich wieder schlafen kann. Ich habe Ereignisse, die mein Herz zum Rasen gebracht haben, in Worte gefasst und sie der Box anvertraut. Manche Angstblase oder Streitpunkte landen auf dem Papier und gehen in die Zettelsammlung. Alles bringt mir auf wundersame Weise Erleichterung. Neulich musste ich mein Kästchen ausräumen, da ich es jemandem zeigen wollte. Nicht als Gottbox, nein, als das Verlobungsgeschenk meiner Eltern, das schon bald 80 Jahre alt ist und das keiner bei der Verteilung des Erbes haben wollte. Als ich die Zettel las, wunderte ich mich über manche Vermerke. Was war denn da gewesen? Warum habe ich mich über diese Person aufgeregt? Wieso hat mir der Blick auf dieses Ereignis solche Angst gemacht? Und vor allen Dingen, wieso hat mir diese Aktion den Schlaf geraubt? Offenbar hat meine Höhere Macht irgendetwas mit den aufgeschriebenen Gefühlen und Gedanken in dieser Box angestellt, sie wirklich von mir genommen, da sie mich nicht mehr beschäftigen. Wie es funktioniert, weiß ich nicht. Für mich ist nur wichtig, dass ich für dieses „Stehrumsel“ eine Verwendung gefunden habe. Es hilft mir, wenn sich alte Dämonen aus dem Leben mit der Alkoholkrankheit bei mir melden, diese in ein sicheres Gefängnis zu sperren.
Danke von einer Al-Anon 

Warum es sich für mich lohnt eine Al-Anon Gruppe zu besuchen

Abbildung einer GeburtstagszahlIch sage es ganz ehrlich, es gibt immer wieder Zeiten, in denen ich mich frage, warum ich überhaupt noch eine Al-Anon Gruppe besuche. Die meiste Zeit gehe ich in die Gruppe, weil ich es eben einfach schon so lange tue und weil ich weitergeben möchte, was ich geschenkt bekommen habe. Und weil mich die Frage trägt: „Was soll aus den Gruppen werden, wenn jeder einfach wegbleibt, sobald es ihm etwas bessergeht; wer soll den Hilfesuchenden dann von seiner Erfahrung berichten?“ All das hat mit meiner Grundhaltung zu tun.
Aber dann gibt es eben immer wieder auch diese unglaublich berührenden Momente. Momente, in denen mich eine Aussage bis ins Mark trifft, die in mir etwas anspricht, aufdeckt oder einfach erinnert. Dies sind Momente in denen ich mir selber wieder ein Stück näher komme, mich selber mehr begreife und mit mir in Verbindung komme. Oder ich erlebe, wie Freunde frei werden von Zwängen, sich selber näherkommen, sich immer besser kennenlernen, neue Dinge ausprobieren, für sich selber sorgen – sich eben einfach ent-wickeln. Das sind wirklich erfüllende Momente.
Darum lohnt es sich für mich auch nach vielen Jahren noch eine Al-Anon Gruppe zu besuchen.
Susanne

Al-Anon wird 50

Abbildung einer GeburtstagszahlMeine Al-Anon-Gruppe hat den fünfzigsten Geburtstag von Al-Anon mit einem kleinen Gartenfest gefeiert.
Kurz vor Beginn der Feier hat mir meine beste Freundin erzählt, dass sie schwanger ist – ich war so stolz, dass ich mich für sie freuen konnte!
Ich selbst bin in alkoholkranker Familie aufgewachsen – und obwohl viele meiner Al-Anon Freunde um mich herum genesen und strahlen und sich für gesunde Nähe und Liebe öffnen und lernen, sie zu leben, beobachte ich sie noch von der Seitenlinie. Jemand zu sein, der dem Leben vertraut und sich ihm wieder öffnet und sich für andere freuen kann – das ist die Person, die ich in Al-Anon werde. Jedenfalls kam ich nun prompt fast zu spät, ignorierte in der Eile meine Co-Moderatorin und hatte aus schlechtem Gewissen heraus meine Mauern hochgezogen, bereit zum Angriff, sobald jemand sauer auf mich war (in Al-Anon nennt man das auch „das Leben nicht meistern können“). Aber ich bin nicht ohne Grund in Al-Anon: Ich atmete tief, tief durch. Ich nahm mich damit an, dass das eine besondere Situation war – und andere mich durchaus auch mal doof finden dürfen. Und ich erinnerte mich daran, dass ich in Al-Anon bin, um zu lernen, gesund mit Konflikten umzugehen.

Wir erkennen, dass ein besserer Weg möglich ist

Gestern hatte ich einige Erledigungen zu machen. Dazu gehörte auch, ein hoffentlich endlich ausgefülltes Formular in einer Arztpraxis abzuholen. Somit hatte ich dafür nicht viel Zeit eingeplant. Die Arzthelferin fand zwar das Blatt, doch war es nicht ausgefüllt. Ich war erst verärgert und in meinem Kopf formulierten sich schon unfreundliche, sogar abwertende Sätze…da erschrak ich plötzlich über mich selbst und konnte innehalten. Worum geht es hier eigentlich? Ich bin es, die weit entfernt von geistiger Gesundheit und völlig unangemessen auf eine zwar unerfreuliche, aber wirklich nicht lebensbedrohliche Situation reagieren wollte…

Alte Muster in meiner vom Alkoholismus betroffenen Familie: Alle wollen mir nur Schlechtes oder Angriff ist die beste Verteidigung. Die Dramatik hielt mich gefangen. Am Ende fühlte ich mich immer schlecht und schuldig: die Stimmung war im Keller und nichts erreicht.

Was hatte ich in meiner Zeit in Al-Anon gelernt? Slogans fielen mir ein: „Denke“ und „Wie wichtig ist das Ganze?“ und noch ein Satz aus unserer Literatur: „Wenn wir anfangen, zuzuhören, wird es weniger verführerisch, in alte Muster zu verfallen(…)“ aus: “Entdecke deine Möglichkeiten“. Das alles zog in meinem Kopf vorbei und ich konnte ganz einfach freundlich sagen: „Okay.“ Die Arzthelferin entschuldigte sich und bat mich höflich, kurz Platz zu nehmen, sie würde es jetzt ausfüllen und dann müsse noch der Arzt unterschreiben. Kurz blitzte der Gedanke auf „na, das kann ja dauern“, doch der geistig gesundende Anteil in mir übernahm weiter gelassen das Kommando.

So konnte ich in Ruhe noch etwas schreiben und die ungeplante Pause einfach annehmen. Wie ich so schrieb kam eine andere Kollegin und meinte freundlich, das könnte sie selbst unterschreiben und es müsse nicht auf den Arzt gewartet werden… Tja, am Ende war ich also schnell wieder draußen, hatte mich freundlich bedankt und wir plauderten noch kurz über das nahende Gewitter. Abbildung einer GeburtstagszahlIch war voller Dankbarkeit und fühlte mich richtig heiter. Welch friedliches und entspanntes Leben doch möglich ist! Das zeigt sich manchmal gerade in solch kleinen, alltäglichen Situationen und erfüllte gestern meinen ganzen Tag. Von diesem Leben möchte ich mehr! Deshalb gehe ich weiter in Meetings, arbeite mit meiner Sponsorin und lese unsere Literatur.
Kommt und kommt wieder, es funktioniert!
Eine Al-Anon

Vergebung

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Vergebung kann vielleicht nur eine Änderung meiner Einstellung sein. Als ich zu Al-Anon kam, war ich voller Bitterkeit auf den Alkoholiker in meinem Leben. Als mir klar wurde, dass meine Bitterkeit mir selbst mehr weh tat als jedem anderen, begann ich, nach einem neuen Blickwinkel für meine Situation zu suchen.

Mit der Zeit begann ich zu glauben, dass der Alkoholiker in meinem Leben der Bote sein könnte, den meine Höhere Macht einsetzte, um mir klarzumachen, dass ich Hilfe brauchte. Es ist nicht fair, Sie mit Dank oder Schuldzuweisungen dafür zu überhäufen, dass ich so lange brauchte, um auf Ihre Botschaft zu hören.

Ich entschied mich, sehr viel unannehmbares Verhalten zu akzeptieren, weil ich nicht einsehen wollte, dass ich Hilfe brauchte. Ich machte alles so gut ich konnte, mit dem Werkzeug und dem Wissen, das mir zur Verfügung stand, und ich glaube, dass sie es auch so machte. Irgendwann erreichte mich die Botschaft. Ich schaffte es, mich zu Al-Anon zu begeben, und mein Leben veränderte sich auf wunderbare Weise. Ich leugne nicht, dass auf dem Wege schmerzhafte Dinge gesagt und getan wurden, aber ich weigere mich, die Bürde der Bitterkeit noch weiter zu tragen. Stattdessen bin ich dankbar für das, was ich gelernt habe.

Überlegung für Heute

Ich will es alten Ärgernissen nicht mehr erlauben, mich hinunterzuziehen. Ich baue mir ein besseres und liebevolleres Leben auf.

„Vergeben bedeutet nicht Vergessen, es bedeutet, die Verletzungen und den Schmerz loszulassen.“

Mary McLeod Bethune

Quelle: Mut zur Veränderung – 26. Juni – Seite 178

„Mut zur Veränderung“  ODAT II (Bestell-Nr. 109)
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Tel. : 0201 / 77 30 07 –  www.al-anon.de

Ich bin eine Angehörige

Abbildung einer GeburtstagszahlIch bin erst in eine Al-Anon Gruppe gegangen, als ich nicht mehr weiter wusste. Ich war verzweifelt, fühlte mich hilflos und war hoffnungslos. Meine Kräfte waren am Ende. Eine schwere chronische Krankheit nahm mir die Luft zum Atmen.

Wie konnte es nur weitergehen mit unserer Familie, in der doch auch die Kinder litten? Konnte ich mich aus dieser Beziehung lösen, um aus dem Teufelskreis herauszukommen? In der Zeitung las ich, dass es hier in Potsdam eine Gruppe für Angehörige und Freunde von Alkoholikern gibt. Mein Entschluss stand fest – ich gehe zu dieser Gruppe.

Erstmalig überliess ich meinem Partner die wirklich freie Entscheidung, ob er zu den Anonymen Alkoholikern (A.A.) gehen wollte oder nicht. So sagte ich es ihm dann auch. Sonst hatte ich ihn immer wieder gebeten, gedroht, empfohlen sich beim Therapeuten oder Ärzten u.a., die ich für ihn herausgesucht hatte, Hilfe zu holen. Diesmal überliess ich es ihm, für sich selbst eine Lösung finden. An besagtem Samstag fuhr ich zu Al-Anon und – erstaunlicherweise fuhr mein Mann mit zur parallel stattfindenden A.A. Gruppe.

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Ausstieg aus dem Gedankenkarussell

Foto Fluglinien im AbendrotDas Zusammenleben mit dem trinkenden Alkoholiker hatte mich von einer gut sortieren Frau zu einem Menschen gemacht, der wirr durch den Tag lief und abends erschöpft ins Bett fiel mit dem Gedanken und Gefühl, mal wieder nichts geschafft zu haben.

Unsortiert in den Alltag sah bei mir häufig so aus: Die Wäsche in den Keller bringen und beim Runtersteigen auf der Treppe plötzlich die Dreckflecken sehen. Dann war der Auftrag verschwunden. Keine Wäsche in die Maschine, nein, den Besen geholt, den Eimer gefüllt und es ging ans Putzen. Beim Öffnen der Putzmittelflasche fiel mein Blick in den Schrank. Was war denn da los? Alles durcheinander, also erst einmal alles raus und anfangen mit Ordentlich machen. Dann klingelt das Telefon. Treppe rauf und natürlich schnell an den Apparat, könnte ja wichtig sein. Nur ein Werbeanruf, aber die Spülmaschine ist fertig. Ausschalten, aufmachen und ach, besser gleich ausräumen, wenn ich schon mal dabei bin. So oder ähnlich lief es fast tagtäglich.
Als ich das erste Mal vom Ersten Schritt im Meeting hörte: Wir haben zugegeben, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind und unser Leben nicht mehr meistern konnten, war ich sofort mit dem ersten Teil dieses Schrittes sehr einverstanden. Klar, ich hatte den Kampf verloren. Der Alkohol war stärker gewesen als alle Aktionen, den Alkoholiker vom Trinken abzubringen.

Alkoholismus eine Familienkrankheit

Abbildung einer GeburtstagszahlAls ich in den ersten Meetings bei Al-Anon hörte, dass Alkoholismus eine Familienkrankheit ist, war ich wie vom Blitz getroffen und gleichzeitig erleichtert. Ich habe verstanden, dass meine gescheiterten Beziehungen, meine Arbeitsabbrüche und meine Ängste vor Menschen einen Zusammenhang hatten. Einerseits fühlte ich mich gefangen in Verstrickungen und damit „fremdbestimmt“. Andererseits fühlte ich mich nicht mehr komisch. Ich verstand noch nicht, wie ich in mein verrücktes Denken und Handeln verstrickt war, aber ich verstand, dass es einen Grund gab.
Je länger ich nun bei Al-Anon bin, fällt mir immer schneller mein Autopilot auf. Ich erlebe mich immer mal wieder in Situationen, in denen ich fremdbestimmt rede und handele. Mir fällt es aber früher auf und ich weiß nun, dass ich die einzige bin, die dafür verantwortlich ist.
Am Anfang fand ich es auch nicht so schön anzusehen, was ich alles mache und sage. Auch ich verletze meine Mutter mit abwertenden Worten, da ich sie dafür bewerte, dass sie sich nicht mit ihrer Krankheit auseinandersetzt.
Zum Glück stand und steht mir meine Sponsorin zur Seite und sie wird nicht müde, mir immer wieder zu sagen: “ Sei nachsichtig mit Dir. Es wird Dir irgendwann geschenkt werden, wenn Du in den Schritten arbeitest.“

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