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Das Gleichgewicht in uns selbst herstellen

Abbildung einer GeburtstagszahlWieder durfte ich mich heute in einer Alltagssituation erleben, in der ich dankbar für mein neues und gesünderes Verhalten war.
Ich hatte eine kurze Besorgung zu machen und wollte sie natürlich rasch erledigen. Beim Warten in der Schlange an der Kasse fiel mir noch eine Frage an die Verkäuferin ein und ich verließ die Reihe. Nachdem ich mein Anliegen schnell klären konnte, kam kurz ein altes Verhalten aus meinem alkoholkrankem Umfeld in mir hoch: Schließlich stand ich eben schon mal an und hatte das Recht, wieder nach vorne zu gehen. Mich am besten noch ein wenig vordrängeln. Das Ganze basierend auf einem alten Gefühl des „Zu kurz Kommens“ oder des schrägen „Es sei mein Recht“.
Relativ schnell konnte ich das alte Verhalten in mir erkennen und mich für den gelasseneren Weg entscheiden -respektvoll und wertschätzend mir und den Anderen gegenüber. Ich stellte mich wieder in die Reihe und fragte noch die Frau hinter dem Regal, ob sie noch vor mir dran sei, da ich mir nicht sicher war. Sie sagte ja und ließ mich dann mit meinen wenigen Artikeln sogar vor. In diesem Moment wurde noch eine Kasse geöffnet und die Kassiererin bat mich, doch zu ihr zukommen…ich war also super schnell aus dem Geschäft draußen, fühlte mich beglückt und friedlich und so dankbar für die Möglichkeit, heute anders handeln zu können.
Dank der Arbeit in unserem Programm, dem regelmäßigen Besuch der Meetings und der Arbeit mit meiner Sponsorin komme ich mir immer besser „auf die Schliche“, erkenne ungesundes Verhalten früher und erlebe, wie es funktionieren kann, das Gleichgewicht in mir selbst herzustellen. Damit werde ich unabhängiger von dem Verhalten anderer und brauche sie nicht mehr zu „benutzen“, um meine Gefühle zu regulieren. Auch bin ich viel weniger einsam, ich habe eine wunderbare Gemeinschaft.
Eine sich weiter entdeckende Al-Anon

Um Führung bitten und kleine Schritte machen

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Ehe ich zu Al-Anon kam, hatte ich mir ein Leben voller Träume und Versprechungen zurecht gezimmert, die auf einen ganz bestimmten Zeitpunkt ausgerichtet waren, nämlich „irgendwann“. Irgendwann will ich diese oder jene Sache in Angriff nehmen – oder abschließen. Irgendwann werde ich diese Freundin anrufen, zu der ich keinen Kontakt mehr habe. Irgendwann werde ich ihnen meine Gefühle zeigen. Irgendwann werde ich glücklich sein, diese Reise unternehmen, diese Stelle antreten, sagen was ich denke… Irgendwann. Abwarten und mal sehen.

Abwarten – so wie ich auf den Alkoholiker gewartet habe, dass er von einer Sauftour nach Hause kommt. Oder auf eine Eingebung, wie ich mir interessante Freunde ins Haus hole und wie mir Aufstiegschancen im Beruf zufliegen, oder darauf, dass alle anderen sich ändern. Al-Anon hat mir jedoch gezeigt, dass heute das „Irgendwann“ sein kann, das ich mir immer gewünscht habe. 24 Stunden sind zu wenig für das, was ich alles tun wollte, aber sie bieten genug Zeit, um mit der Verwirklichung meiner Träume zu beginnen. Wenn ich meine Höhere Macht um Führung bitte und kleine Schritte in die Richtung mache, die ich für mich ausgesucht habe, bringe ich mehr zustande, als ich je für möglich gehalten habe.

Überlegung für Heute
Heute will ich nicht auf einen blauen Mond, auf einen Regentag, oder auf den 366. Tag des Jahres warten. So wenig wie auf „irgendwann“, um Gutes in meinem Leben zu vollbringen.

„Jede Unentschlossenheit hat ihren eigenen Aufschub im Gefolge, und es werden Tage damit vergeudet, über verlorene Tage zu lamentieren… Was immer du tun kannst oder denkst, tun zu können – fang´ an! Denn in Kühnheit sind Magie, Kraft und Genius vereint.“

Goethe

Quelle: Mut zur Veränderung – 3. September – Seite 247

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)

Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4 – D – 45128 Essen
Telefon: 0201 / 77 30 07 – www.al-anon.de

Aufmerksamkeit für mich

Foto Geburtstagstorte mit Erdbeeren und KerzenWie schmerzhaft ist es, das Leiden geliebter und Nahestehender in der „ersten Reihe“ zu erleben und zuschauen zu müssen? Es zerreißt mir das Herz.
Mein Bruder hatte vor Kurzem einen nicht gerade leichten Eingriff, aufgrund seiner Krankheit und der Lebensweise mit Alkohol und schickt Bilder von seinen ersten Ausflügen nach dem Krankenhausaufenthalt, aus Gaststätten, mit den dementsprechenden Getränken – und ich sehe zu … – und ich kann es nicht ändern, weil ich Alkohol gegenüber machtlos bin und an diesen Ersten Schritt muss ich mich immer und immer wieder erinnern.
Ich bin nicht nur Alkohol gegenüber machtlos, sondern auch vielen anderen Dingen, z.B. wenn Leute andere psychische und physische Krankheiten, Begleiterscheinungen des Alters, berufliche Probleme haben. Ich darf mich da überall raushalten, was ich einerseits als total entlastend empfinde, was mich andererseits total traurig werden lässt, dem Leid tatenlos zuzusehen.
Die Einzige, die ich dringend aufpäppeln muss, pflegen, über Wasser halten, lieben, umsorgen, aufheitern, „betüddeln“, zum Arzt begleiten, ihre Angelegenheiten regeln, ist meine beste Freundin, bin ich !
Ich leide an den Auswirkungen der Familienkrankheit und ich habe es dringend nötig, jeden Augenblick: Wachsamkeit und Aufmerksamkeit mir gegenüber.
Dies ist mir in Al-Anon zur täglichen Übung geworden und ich bin voll ausgelastet und beschäftigt damit, dass ich für die Probleme anderer eigentlich gar keine Zeit habe. Den ganzen Tag über frage ich mich: Bin ich müde, bin ich hungrig, bin ich traurig, habe ich meine Gedanken und Finger woanders und nicht bei mir, was in unserer Literatur könnte mir im Moment helfen, was kann ich noch tun, um mich abzugrenzen, pflege ich mich gut, mache ich auch etwas Abbildung einer Geburtstagszahlfür mich, was mir Freude macht, mache ich Pausen, was baut mich jetzt auf, auf was habe ich Bock?
Wenn ich wie besessen meine, anderen helfen zu müssen, dann vor allem, weil ich die Trauer und den Schmerz bei mir nicht aushalten kann und versuche zu lindern. Ich bin bei Al-Anon, weil Angehörige, wie es irgendwo in unserem Tagesspruchbuch steht, ganz viel Liebe brauchen. Das Meeting begleitet mich in meiner Trauer, der Annahme der Realität der Krankheit und der Bewältigung meines Alltags.
eine Al-Anon

Auf eigenen Beinen stehen

Heute las ich bei meiner Morgenmeditation in unserem Buch „Entdecke Deine Möglichkeiten“ den Satz: Wir waren eine Krankheit mit vier Beinen. Das war eine Beschreibung der Familienkrankheit, die ich so noch nie gesehen hatte. Klar, ich war immer das Stützrad für meinen trinkenden Mann. Alle alltäglichen Aufgaben wurden langsam zu meinen. Ich ging zwar nicht für ihn zur Arbeit, aber ich sorgte dafür, dass er auch wirklich das Haus verließ. Anstrengende oder herausfordernde Auseinandersetzungen mit Behörden, Vermietern oder sogar in der Familie nahm ich gerne auf mich, damit er ja nicht noch mehr Grund zum Trinken hatte. Was war aber die andere Seite? Irgendwann brauchte ich diese Aufgaben, damit ich nicht über mich nachdenken musste oder noch schlimmer, ich brauchte sie, damit ich sie ihm irgendwann vorhalten konnte. Die Familienkrankheit war komplett, seine Beine, die mich brauchten um zu stehen und meine Beine, die das Dilemma am Laufen hielt.
Ich hatte nie gelernt, wirklich auf die Standfestigkeit meiner Beine zu vertrauen. Meine Mutter bestimmte, wer zu meinen engen Schulfreunden gehören dürfte. Sie wusste, welcher Freund der richtige Mann für mich war. Sie kannte mein Innerstes so gut, dass sie entschied wo ich mich wohlfühlen würde und welcher Beruf zu mir passte. Das hatte vordergründig nichts mit der Alkoholkrankheit zu tun, aber der Mann in unserer Familie, mein Vater, war aufgewachsen mit Alkohol, Gewalt und sehr viel Unsicherheit im Leben. Er wollte für seine Familie immer nur das Beste. Auch bei meinen Eltern gab es schon die Krankheit mit vier Beinen. Mein Vater hatte die Beine der Beständigkeit und meine Mutter hielt die Familie in Bewegung.
Nachdem ich langsam im Al-Anon Programm lernen durfte, dass meine Beine tatsächlich tragfähige Entscheidungen verkraften konnten, machte ich mich auf den Weg der Genesung. Mit der Hilfe meiner Höheren Macht war es möglich, auch Fehlversuche nicht gleich als Scheitern zu bewerten. Weitermachen ist die Devise. Kleine Kinder stehen bei den Versuchen, endlich selber laufen zu können immer wieder auf. So lange ich die Werkzeuge von Al-Anon benutze, werden Steine auf meinem Weg zu Aussichtspunkten und nicht zu Stolperfallen.
eine Al-Anon in Bewegung

Meine Gottbox

Foto einer PorzelanschmuckschatulleManchmal, wenn die Geister der Vergangenheit und Gegenwart meinen Kopf bevölkern, helfen weder ein Al-Anon Spruch noch ein Gebet. Das Lesen in unserer Literatur fällt mir schwer und wen kann ich schon mitten in der Nacht anrufen? Ich habe ein wunderbares Mittel um mich von den überflüssigen und fruchtlosen Grübeleien zu befreien. Meine Gottbox.
Wie oft bin ich schon nachts aufgestanden und habe alkoholkrankes Zerdenken und ansteckende Aktionen anderer Menschen auf einen Zettel geschrieben und sie in mein Kistchen getan. Aus dem Kopf und aus dem Sinn, mit dem Ergebnis, dass ich wieder schlafen kann. Ich habe Ereignisse, die mein Herz zum Rasen gebracht haben, in Worte gefasst und sie der Box anvertraut. Manche Angstblase oder Streitpunkte landen auf dem Papier und gehen in die Zettelsammlung. Alles bringt mir auf wundersame Weise Erleichterung. Neulich musste ich mein Kästchen ausräumen, da ich es jemandem zeigen wollte. Nicht als Gottbox, nein, als das Verlobungsgeschenk meiner Eltern, das schon bald 80 Jahre alt ist und das keiner bei der Verteilung des Erbes haben wollte. Als ich die Zettel las, wunderte ich mich über manche Vermerke. Was war denn da gewesen? Warum habe ich mich über diese Person aufgeregt? Wieso hat mir der Blick auf dieses Ereignis solche Angst gemacht? Und vor allen Dingen, wieso hat mir diese Aktion den Schlaf geraubt? Offenbar hat meine Höhere Macht irgendetwas mit den aufgeschriebenen Gefühlen und Gedanken in dieser Box angestellt, sie wirklich von mir genommen, da sie mich nicht mehr beschäftigen. Wie es funktioniert, weiß ich nicht. Für mich ist nur wichtig, dass ich für dieses „Stehrumsel“ eine Verwendung gefunden habe. Es hilft mir, wenn sich alte Dämonen aus dem Leben mit der Alkoholkrankheit bei mir melden, diese in ein sicheres Gefängnis zu sperren.
Danke von einer Al-Anon 

Warum es sich für mich lohnt eine Al-Anon Gruppe zu besuchen

Abbildung einer GeburtstagszahlIch sage es ganz ehrlich, es gibt immer wieder Zeiten, in denen ich mich frage, warum ich überhaupt noch eine Al-Anon Gruppe besuche. Die meiste Zeit gehe ich in die Gruppe, weil ich es eben einfach schon so lange tue und weil ich weitergeben möchte, was ich geschenkt bekommen habe. Und weil mich die Frage trägt: „Was soll aus den Gruppen werden, wenn jeder einfach wegbleibt, sobald es ihm etwas bessergeht; wer soll den Hilfesuchenden dann von seiner Erfahrung berichten?“ All das hat mit meiner Grundhaltung zu tun.
Aber dann gibt es eben immer wieder auch diese unglaublich berührenden Momente. Momente, in denen mich eine Aussage bis ins Mark trifft, die in mir etwas anspricht, aufdeckt oder einfach erinnert. Dies sind Momente in denen ich mir selber wieder ein Stück näher komme, mich selber mehr begreife und mit mir in Verbindung komme. Oder ich erlebe, wie Freunde frei werden von Zwängen, sich selber näherkommen, sich immer besser kennenlernen, neue Dinge ausprobieren, für sich selber sorgen – sich eben einfach ent-wickeln. Das sind wirklich erfüllende Momente.
Darum lohnt es sich für mich auch nach vielen Jahren noch eine Al-Anon Gruppe zu besuchen.
Susanne

Al-Anon wird 50

Abbildung einer GeburtstagszahlMeine Al-Anon-Gruppe hat den fünfzigsten Geburtstag von Al-Anon mit einem kleinen Gartenfest gefeiert.
Kurz vor Beginn der Feier hat mir meine beste Freundin erzählt, dass sie schwanger ist – ich war so stolz, dass ich mich für sie freuen konnte!
Ich selbst bin in alkoholkranker Familie aufgewachsen – und obwohl viele meiner Al-Anon Freunde um mich herum genesen und strahlen und sich für gesunde Nähe und Liebe öffnen und lernen, sie zu leben, beobachte ich sie noch von der Seitenlinie. Jemand zu sein, der dem Leben vertraut und sich ihm wieder öffnet und sich für andere freuen kann – das ist die Person, die ich in Al-Anon werde. Jedenfalls kam ich nun prompt fast zu spät, ignorierte in der Eile meine Co-Moderatorin und hatte aus schlechtem Gewissen heraus meine Mauern hochgezogen, bereit zum Angriff, sobald jemand sauer auf mich war (in Al-Anon nennt man das auch „das Leben nicht meistern können“). Aber ich bin nicht ohne Grund in Al-Anon: Ich atmete tief, tief durch. Ich nahm mich damit an, dass das eine besondere Situation war – und andere mich durchaus auch mal doof finden dürfen. Und ich erinnerte mich daran, dass ich in Al-Anon bin, um zu lernen, gesund mit Konflikten umzugehen.

Wir erkennen, dass ein besserer Weg möglich ist

Gestern hatte ich einige Erledigungen zu machen. Dazu gehörte auch, ein hoffentlich endlich ausgefülltes Formular in einer Arztpraxis abzuholen. Somit hatte ich dafür nicht viel Zeit eingeplant. Die Arzthelferin fand zwar das Blatt, doch war es nicht ausgefüllt. Ich war erst verärgert und in meinem Kopf formulierten sich schon unfreundliche, sogar abwertende Sätze…da erschrak ich plötzlich über mich selbst und konnte innehalten. Worum geht es hier eigentlich? Ich bin es, die weit entfernt von geistiger Gesundheit und völlig unangemessen auf eine zwar unerfreuliche, aber wirklich nicht lebensbedrohliche Situation reagieren wollte…

Alte Muster in meiner vom Alkoholismus betroffenen Familie: Alle wollen mir nur Schlechtes oder Angriff ist die beste Verteidigung. Die Dramatik hielt mich gefangen. Am Ende fühlte ich mich immer schlecht und schuldig: die Stimmung war im Keller und nichts erreicht.

Was hatte ich in meiner Zeit in Al-Anon gelernt? Slogans fielen mir ein: „Denke“ und „Wie wichtig ist das Ganze?“ und noch ein Satz aus unserer Literatur: „Wenn wir anfangen, zuzuhören, wird es weniger verführerisch, in alte Muster zu verfallen(…)“ aus: “Entdecke deine Möglichkeiten“. Das alles zog in meinem Kopf vorbei und ich konnte ganz einfach freundlich sagen: „Okay.“ Die Arzthelferin entschuldigte sich und bat mich höflich, kurz Platz zu nehmen, sie würde es jetzt ausfüllen und dann müsse noch der Arzt unterschreiben. Kurz blitzte der Gedanke auf „na, das kann ja dauern“, doch der geistig gesundende Anteil in mir übernahm weiter gelassen das Kommando.

So konnte ich in Ruhe noch etwas schreiben und die ungeplante Pause einfach annehmen. Wie ich so schrieb kam eine andere Kollegin und meinte freundlich, das könnte sie selbst unterschreiben und es müsse nicht auf den Arzt gewartet werden… Tja, am Ende war ich also schnell wieder draußen, hatte mich freundlich bedankt und wir plauderten noch kurz über das nahende Gewitter. Abbildung einer GeburtstagszahlIch war voller Dankbarkeit und fühlte mich richtig heiter. Welch friedliches und entspanntes Leben doch möglich ist! Das zeigt sich manchmal gerade in solch kleinen, alltäglichen Situationen und erfüllte gestern meinen ganzen Tag. Von diesem Leben möchte ich mehr! Deshalb gehe ich weiter in Meetings, arbeite mit meiner Sponsorin und lese unsere Literatur.
Kommt und kommt wieder, es funktioniert!
Eine Al-Anon

Vergebung

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Vergebung kann vielleicht nur eine Änderung meiner Einstellung sein. Als ich zu Al-Anon kam, war ich voller Bitterkeit auf den Alkoholiker in meinem Leben. Als mir klar wurde, dass meine Bitterkeit mir selbst mehr weh tat als jedem anderen, begann ich, nach einem neuen Blickwinkel für meine Situation zu suchen.

Mit der Zeit begann ich zu glauben, dass der Alkoholiker in meinem Leben der Bote sein könnte, den meine Höhere Macht einsetzte, um mir klarzumachen, dass ich Hilfe brauchte. Es ist nicht fair, Sie mit Dank oder Schuldzuweisungen dafür zu überhäufen, dass ich so lange brauchte, um auf Ihre Botschaft zu hören.

Ich entschied mich, sehr viel unannehmbares Verhalten zu akzeptieren, weil ich nicht einsehen wollte, dass ich Hilfe brauchte. Ich machte alles so gut ich konnte, mit dem Werkzeug und dem Wissen, das mir zur Verfügung stand, und ich glaube, dass sie es auch so machte. Irgendwann erreichte mich die Botschaft. Ich schaffte es, mich zu Al-Anon zu begeben, und mein Leben veränderte sich auf wunderbare Weise. Ich leugne nicht, dass auf dem Wege schmerzhafte Dinge gesagt und getan wurden, aber ich weigere mich, die Bürde der Bitterkeit noch weiter zu tragen. Stattdessen bin ich dankbar für das, was ich gelernt habe.

Überlegung für Heute

Ich will es alten Ärgernissen nicht mehr erlauben, mich hinunterzuziehen. Ich baue mir ein besseres und liebevolleres Leben auf.

„Vergeben bedeutet nicht Vergessen, es bedeutet, die Verletzungen und den Schmerz loszulassen.“

Mary McLeod Bethune

Quelle: Mut zur Veränderung – 26. Juni – Seite 178

„Mut zur Veränderung“  ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4 – D – 45128 Essen
Tel. : 0201 / 77 30 07 –  www.al-anon.de

Ich bin eine Angehörige

Abbildung einer GeburtstagszahlIch bin erst in eine Al-Anon Gruppe gegangen, als ich nicht mehr weiter wusste. Ich war verzweifelt, fühlte mich hilflos und war hoffnungslos. Meine Kräfte waren am Ende. Eine schwere chronische Krankheit nahm mir die Luft zum Atmen.

Wie konnte es nur weitergehen mit unserer Familie, in der doch auch die Kinder litten? Konnte ich mich aus dieser Beziehung lösen, um aus dem Teufelskreis herauszukommen? In der Zeitung las ich, dass es hier in Potsdam eine Gruppe für Angehörige und Freunde von Alkoholikern gibt. Mein Entschluss stand fest – ich gehe zu dieser Gruppe.

Erstmalig überliess ich meinem Partner die wirklich freie Entscheidung, ob er zu den Anonymen Alkoholikern (A.A.) gehen wollte oder nicht. So sagte ich es ihm dann auch. Sonst hatte ich ihn immer wieder gebeten, gedroht, empfohlen sich beim Therapeuten oder Ärzten u.a., die ich für ihn herausgesucht hatte, Hilfe zu holen. Diesmal überliess ich es ihm, für sich selbst eine Lösung finden. An besagtem Samstag fuhr ich zu Al-Anon und – erstaunlicherweise fuhr mein Mann mit zur parallel stattfindenden A.A. Gruppe.

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