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Worte wirken

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Was ich in meine ersten Meetings einbrachte, lautete ungefähr so: „Sie macht mich rasend,“ und „Seinetwegen bin ich ein Nervenbündel.“ Gott sei Dank habe ich einen Sponsor, der den Blickwinkel immer wieder auf mich selbst gelenkt hat und mich dazu ermutigt hat, zu sehen, was meine Worte in Wirklichkeit aussagten. Wenn ich andere für das verantwortlich machte, was ich fühlte, gab ich ihnen Macht über meine Gefühle, eine Macht, die von Rechts wegen nur mir gehörte. Niemand kann mich dazu bringen, etwas zu fühlen, wenn ich es nicht zulasse. Ich musste häufig meine Einstellung verändern.

Heute mache ich mir die Worte, die ich benutze, bewusst und lerne, verantwortungsvoller mit anderen zu reden. Ich bin nicht nur viel offener und direkter, sondern ich diskutiere auch auf eine gesündere Weise. Es gibt bessere Ausdrucksmöglichkeiten für mich, als zu sagen: „Du hast mir das und das angetan.“ Ich kann über mich selbst und über meine Gefühle reden. Ich kann erklären, wie ich etwas empfunden habe, statt meinem Gegenüber zu sagen, was sein Verhalten bei mir ausgelöst hat. Ich kann sagen, was ich will. Ich bin kein Opfer mehr.

Überlegung für Heute

Was vermitteln meine Worte? Drücken sie aus, was ich zu sagen versuche? Heute will ich besser auf das achten, was meine Worte zu sagen haben.

„Wir lernen mit der Zeit, dass nicht die Themen zum Streit führen, sondern die Art und Weise, wie wir darüber sprechen, und die persönliche Kritik, die wir im Streit mit einfließen lassen.“

Das Dilemma der Ehe mit einem Alkoholiker

Quelle: Mut zur Veränderung – 22. Juni – Seite 175

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
Emilienstraße 4 – D – 45128 Essen
Tel. : 0201 / 77 30 07 –  www.al-anon.de

Wir erkennen, dass ein besserer Weg möglich ist

Gestern hatte ich einige Erledigungen zu machen. Dazu gehörte auch, ein hoffentlich endlich ausgefülltes Formular in einer Arztpraxis abzuholen. Somit hatte ich dafür nicht viel Zeit eingeplant. Die Arzthelferin fand zwar das Blatt, doch war es nicht ausgefüllt. Ich war erst verärgert und in meinem Kopf formulierten sich schon unfreundliche, sogar abwertende Sätze…da erschrak ich plötzlich über mich selbst und konnte innehalten. Worum geht es hier eigentlich? Ich bin es, die weit entfernt von geistiger Gesundheit und völlig unangemessen auf eine zwar unerfreuliche, aber wirklich nicht lebensbedrohliche Situation reagieren wollte…

Alte Muster in meiner vom Alkoholismus betroffenen Familie: Alle wollen mir nur Schlechtes oder Angriff ist die beste Verteidigung. Die Dramatik hielt mich gefangen. Am Ende fühlte ich mich immer schlecht und schuldig: die Stimmung war im Keller und nichts erreicht.

Was hatte ich in meiner Zeit in Al-Anon gelernt? Slogans fielen mir ein: „Denke“ und „Wie wichtig ist das Ganze?“ und noch ein Satz aus unserer Literatur: „Wenn wir anfangen, zuzuhören, wird es weniger verführerisch, in alte Muster zu verfallen(…)“ aus: “Entdecke deine Möglichkeiten“. Das alles zog in meinem Kopf vorbei und ich konnte ganz einfach freundlich sagen: „Okay.“ Die Arzthelferin entschuldigte sich und bat mich höflich, kurz Platz zu nehmen, sie würde es jetzt ausfüllen und dann müsse noch der Arzt unterschreiben. Kurz blitzte der Gedanke auf „na, das kann ja dauern“, doch der geistig gesundende Anteil in mir übernahm weiter gelassen das Kommando.

So konnte ich in Ruhe noch etwas schreiben und die ungeplante Pause einfach annehmen. Wie ich so schrieb kam eine andere Kollegin und meinte freundlich, das könnte sie selbst unterschreiben und es müsse nicht auf den Arzt gewartet werden… Tja, am Ende war ich also schnell wieder draußen, hatte mich freundlich bedankt und wir plauderten noch kurz über das nahende Gewitter. Abbildung einer GeburtstagszahlIch war voller Dankbarkeit und fühlte mich richtig heiter. Welch friedliches und entspanntes Leben doch möglich ist! Das zeigt sich manchmal gerade in solch kleinen, alltäglichen Situationen und erfüllte gestern meinen ganzen Tag. Von diesem Leben möchte ich mehr! Deshalb gehe ich weiter in Meetings, arbeite mit meiner Sponsorin und lese unsere Literatur.
Kommt und kommt wieder, es funktioniert!
Eine Al-Anon

Vergebung

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109) Vergebung kann vielleicht nur eine Änderung meiner Einstellung sein. Als ich zu Al-Anon kam, war ich voller Bitterkeit auf den Alkoholiker in meinem Leben. Als mir klar wurde, dass meine Bitterkeit mir selbst mehr weh tat als jedem anderen, begann ich, nach einem neuen Blickwinkel für meine Situation zu suchen.

Mit der Zeit begann ich zu glauben, dass der Alkoholiker in meinem Leben der Bote sein könnte, den meine Höhere Macht einsetzte, um mir klarzumachen, dass ich Hilfe brauchte. Es ist nicht fair, Sie mit Dank oder Schuldzuweisungen dafür zu überhäufen, dass ich so lange brauchte, um auf Ihre Botschaft zu hören.

Ich entschied mich, sehr viel unannehmbares Verhalten zu akzeptieren, weil ich nicht einsehen wollte, dass ich Hilfe brauchte. Ich machte alles so gut ich konnte, mit dem Werkzeug und dem Wissen, das mir zur Verfügung stand, und ich glaube, dass sie es auch so machte. Irgendwann erreichte mich die Botschaft. Ich schaffte es, mich zu Al-Anon zu begeben, und mein Leben veränderte sich auf wunderbare Weise. Ich leugne nicht, dass auf dem Wege schmerzhafte Dinge gesagt und getan wurden, aber ich weigere mich, die Bürde der Bitterkeit noch weiter zu tragen. Stattdessen bin ich dankbar für das, was ich gelernt habe.

Überlegung für Heute

Ich will es alten Ärgernissen nicht mehr erlauben, mich hinunterzuziehen. Ich baue mir ein besseres und liebevolleres Leben auf.

„Vergeben bedeutet nicht Vergessen, es bedeutet, die Verletzungen und den Schmerz loszulassen.“

Mary McLeod Bethune

Quelle: Mut zur Veränderung – 26. Juni – Seite 178

„Mut zur Veränderung“  ODAT II (Bestell-Nr. 109)
Al-Anon Familiengruppen – Zentrales Dienstbüro
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Ich bin eine Angehörige

Abbildung einer GeburtstagszahlIch bin erst in eine Al-Anon Gruppe gegangen, als ich nicht mehr weiter wusste. Ich war verzweifelt, fühlte mich hilflos und war hoffnungslos. Meine Kräfte waren am Ende. Eine schwere chronische Krankheit nahm mir die Luft zum Atmen.

Wie konnte es nur weitergehen mit unserer Familie, in der doch auch die Kinder litten? Konnte ich mich aus dieser Beziehung lösen, um aus dem Teufelskreis herauszukommen? In der Zeitung las ich, dass es hier in Potsdam eine Gruppe für Angehörige und Freunde von Alkoholikern gibt. Mein Entschluss stand fest – ich gehe zu dieser Gruppe.

Erstmalig überliess ich meinem Partner die wirklich freie Entscheidung, ob er zu den Anonymen Alkoholikern (A.A.) gehen wollte oder nicht. So sagte ich es ihm dann auch. Sonst hatte ich ihn immer wieder gebeten, gedroht, empfohlen sich beim Therapeuten oder Ärzten u.a., die ich für ihn herausgesucht hatte, Hilfe zu holen. Diesmal überliess ich es ihm, für sich selbst eine Lösung finden. An besagtem Samstag fuhr ich zu Al-Anon und – erstaunlicherweise fuhr mein Mann mit zur parallel stattfindenden A.A. Gruppe.

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Ausstieg aus dem Gedankenkarussell

Foto Fluglinien im AbendrotDas Zusammenleben mit dem trinkenden Alkoholiker hatte mich von einer gut sortieren Frau zu einem Menschen gemacht, der wirr durch den Tag lief und abends erschöpft ins Bett fiel mit dem Gedanken und Gefühl, mal wieder nichts geschafft zu haben.

Unsortiert in den Alltag sah bei mir häufig so aus: Die Wäsche in den Keller bringen und beim Runtersteigen auf der Treppe plötzlich die Dreckflecken sehen. Dann war der Auftrag verschwunden. Keine Wäsche in die Maschine, nein, den Besen geholt, den Eimer gefüllt und es ging ans Putzen. Beim Öffnen der Putzmittelflasche fiel mein Blick in den Schrank. Was war denn da los? Alles durcheinander, also erst einmal alles raus und anfangen mit Ordentlich machen. Dann klingelt das Telefon. Treppe rauf und natürlich schnell an den Apparat, könnte ja wichtig sein. Nur ein Werbeanruf, aber die Spülmaschine ist fertig. Ausschalten, aufmachen und ach, besser gleich ausräumen, wenn ich schon mal dabei bin. So oder ähnlich lief es fast tagtäglich.
Als ich das erste Mal vom Ersten Schritt im Meeting hörte: Wir haben zugegeben, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind und unser Leben nicht mehr meistern konnten, war ich sofort mit dem ersten Teil dieses Schrittes sehr einverstanden. Klar, ich hatte den Kampf verloren. Der Alkohol war stärker gewesen als alle Aktionen, den Alkoholiker vom Trinken abzubringen.

Alkoholismus eine Familienkrankheit

Abbildung einer GeburtstagszahlAls ich in den ersten Meetings bei Al-Anon hörte, dass Alkoholismus eine Familienkrankheit ist, war ich wie vom Blitz getroffen und gleichzeitig erleichtert. Ich habe verstanden, dass meine gescheiterten Beziehungen, meine Arbeitsabbrüche und meine Ängste vor Menschen einen Zusammenhang hatten. Einerseits fühlte ich mich gefangen in Verstrickungen und damit „fremdbestimmt“. Andererseits fühlte ich mich nicht mehr komisch. Ich verstand noch nicht, wie ich in mein verrücktes Denken und Handeln verstrickt war, aber ich verstand, dass es einen Grund gab.
Je länger ich nun bei Al-Anon bin, fällt mir immer schneller mein Autopilot auf. Ich erlebe mich immer mal wieder in Situationen, in denen ich fremdbestimmt rede und handele. Mir fällt es aber früher auf und ich weiß nun, dass ich die einzige bin, die dafür verantwortlich ist.
Am Anfang fand ich es auch nicht so schön anzusehen, was ich alles mache und sage. Auch ich verletze meine Mutter mit abwertenden Worten, da ich sie dafür bewerte, dass sie sich nicht mit ihrer Krankheit auseinandersetzt.
Zum Glück stand und steht mir meine Sponsorin zur Seite und sie wird nicht müde, mir immer wieder zu sagen: “ Sei nachsichtig mit Dir. Es wird Dir irgendwann geschenkt werden, wenn Du in den Schritten arbeitest.“

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(K)ein Alkoholproblem bei Angehörigen und Freunden?

Abbildung einer GeburtstagszahlAls ich Al-Anon kennenlernte, war ich der Meinung, dass ich kein Alkoholproblem in der Familie oder bei mir wichtigen Freunden hatte.
Aber die Al-Anon Mitglieder erzählten, dass sie krank sind! Nicht, weil sie Alkoholiker sind, nein, weil sie eine ungesunde Art und Weise des Lebens praktizierten, z.B. der Kontrolle, der Überforderung, der Kommunikation usw. Für sie stellt der Besuch von Al-Anon Gruppen Erfahrung, Hoffnung und Gesundung (Genesung) dar.
Damit war bei mir das Interesse geweckt. Denn die vielen Weisheiten und wohltuenden Verhaltensweisen von diesen Menschen faszinierten mich. Wie schafften sie es, trotz dieses unruhigen Umfelds, so viel Gelassenheit und Liebe auszustrahlen?
Ich wollte auch! Aber ich hatte doch kein Alkoholproblem in der Familie oder im Freundeskreis? Ich landet mit viel Glück in Al-Anon Familienmeetings. Dort hatte ich die Möglichkeit, ganz in Ruhe zu zuhören, wie die „Kranken“ es schafften, ihrem Leben trotzdem etwas Positives abzugewinnen, voller Hoffnung die persönliche Genesung voranzutreiben.
Die Überraschung war für mich vollkommen! Denn in dieser Atmosphäre liefen bei mir so viele Filme der Vergangenheit und der Gegenwart ab. Themen,worüber ich sonst höchstens in einer Therapie geredet hatte, sprach ich hier bei „Wildfremden“ an. Und mit der Zeit erkannte ich, dass hier auch mein Leidensdruck ein Zuhause gefunden hatte. Vieles an Druck ließ ich hier! Ich veränderte mich!
Ach ja! Ich erkannte auch, dass es nicht wesentlich ist, ob ich schon von einem Alkoholproblem in meinem Umkreis weiß. Entscheidend ist, dass ich gut für mich sorge. Hier habe ich eine Heimat (Wahl-Familie?) gefunden, welche mir immer zur Verfügung steht, so dass meine Veränderung zu mehr (innerer) Ruhe und Gelassenheit unumkehrbar ist.

Norbert

PS: Habe oder hatte ich nun ein Alkoholproblem in der Familie oder bei Freunden? Eins ist zuwenig! Mein Bruder, die Ex-Ehefrau, mein Vater, ein Freund,… Was für eine Kraft hat diese Krankheit, dass ich das alles verdrängen konnte!

Weg der Genesung

Fotocollage, Treppe mit 50 Jahre Al-AnonWarum gehe ich immer noch zu Al-Anon?
Ein Ereignis der letzten Tage hat mir gezeigt, was mir in meinem Leben wichtig
geworden ist. Klarheit und Aufrichtigkeit auch in kleinen Angelegenheiten.
Meine Schwester schenkte mir einen selbstgemachten Kuchen mit dem Hinweis: „Ach ja, da ist Rumaroma drin, aber das musst du daheim nicht erzählen. Sind nur ein paar Tropfen und das schmeckt man nicht.“ Meine Reaktion war nur: „Na klar sage ich das. Ich lüge meinen Partner doch nicht an.“ Da war es, ganz selbstverständlich: – Ich bin für klare Verhältnisse, denn das ist die Basis meines heutigen Lebens, die Realität! – Nicht das alte Denken: – Ach, so schlimm ist es doch gar nicht. Oder, welche Ausrede passt jetzt am besten. –
In den Meetings höre ich oft, wie verschlagen die alten Verhaltensweisen sind. Einen Moment nicht bei der Sache und schon läuft der alte Film ab. Alkoholismus kann nicht geheilt, sondern nur zum Stillstand gebracht werden. So ist es auch bei mir als Angehörige. Die alten Muster sind nicht weg, sie sind verschorft oder vernarbt. Sobald ich nicht achtsam bin, fahre ich wieder auf der Straße der Verleugnung und des Schönredens.
Da in den Meetings häufig Teilnehmer aus den verschiedenen Stadien der Genesung sind, bekomme ich jedes Mal gezeigt, wo ich heute stehe. Manchmal ist das ganz fest auf dem Boden der Tatsachen. Manchmal bin ich ganz nah an den Geschichten der Neuen. Und ab und zu bin ich angeschlagen durch Ereignisse, die einfach zum
täglichen Leben dazugehören. Sehr oft bin ich aber friedlich und erfüllt durch die Geschenke, die das Arbeiten in unseren Schritten und Vermächtnissen mit sich bringen.
Ich komme immer noch gerne zu den Al-Anon Meetings, denn dort kann ich mich jedes Mal neu auf das reale Leben einstimmen.
Eine Al-Anon auf dem Weg der Genesung

Alkoholismus, Al-Anon hilft Angehörigen

Alkoholismus, eine Krankheit von Geist, Seele und Körper

Angeregt durch unsere Literatur, dachte ich heute über meinen Geisteszustand während der Zeit mit dem nassen Alkoholiker nach. War ich wirklich auch geistig krank? Ja, das war ich und kann es heute auch ganz klar sehen.

Beispiele fielen mir wieder ein. Ich konnte nicht lesen, nicht fernsehen, nicht mal die Wäsche bügeln, war bei der Arbeit in Gedanken bei meinem Mann und in Sorge, dass er bloß nicht betrunken anruft. Ich konnte daheim manchmal nur noch wie besessen am Fenster stehen und auf meinen Ehemann warten. Wann kommt er endlich von der Arbeit? Eigentlich war doch schon vor zwei Stunden Schichtende. Steht er wieder am Büdchen? Trifft er sich mit seinem Freund und Kollegen auf einen Absacker? Ich war so sehr von der Alkoholkrankheit beeinflusst, dass ich jeden gesunden Menschenverstand, die Vernunft verloren hatte. Ein Ereignis ist mir in bildhafter Erinnerung geblieben. Ich stand mal wieder wie gebannt am Fenster und mein kleiner Sohn rief nach mir. Ich konnte mich nicht lösen, war wie festgeklebt auf meinem Aussichtsplatz und antwortete immer wieder: „Ich bin gleich bei dir“. Das ging so lange, bis er bitterlich zu weinen anfing. „Mama, ich will dir doch nur Gute Nacht sagen!“. In dem Moment war es wie ein Aufwachen aus einer Starre. Im Innen und Außen war ich nicht in der Lage gewesen zu agieren. Ich konnte mein Leben nicht mehr meistern.

Machtlosigkeit und Klarheit

Abbildung: Mut zur Veränderung (Bestellnummer: 109)Eines schönen Tages saß ein Mann unter einem Baum. Ihm fiel gar nicht auf, dass dieser voller Tauben war. Bald taten die Tauben, was Tauben am besten können. Der Mann schimpfte auf sie, als er davon stürmte. Er ärgerte sich über die Tauben wie über ihren Dreck, aber dann erkannte er, dass die Tauben nur taten, was Tauben tun, weil sie eben Tauben sind, und nicht, weil er gerade dort war. Der Mann lernte daraus, Bäume auf Tauben zu untersuchen, bevor er sich hinsetzte.

Alkoholiker sind Menschen, die trinken. Sie trinken nicht deinet- oder meinetwegen, sondern weil sie Alkoholiker sind. Was ich auch tue, ich werde daran nichts ändern, nicht, indem ich Schuld zuweise, schreie, bettele, ablenke, Geld, Flaschen oder Schlüssel verstecke, lüge, drohe oder argumentiere. Ich habe den Alkoholismus nicht verursacht. Ich kann ihn nicht kontrollieren. Und ich kann ihn nicht heilen. Ich kann immer weiter kämpfen und weiter verlieren. Oder ich kann zugeben, dass ich Alkohol und Alkoholismus gegenüber machtlos bin.

Ich kann zulassen, dass Al-Anon mir hilft, indem ich die Energie, die ich darauf verwendet habe, diese Krankheit zu bekämpfen, wieder darauf richte, von ihren Auswirkungen zu genesen.

Überlegung für Heute
Es ist nicht leicht zuzusehen, wie jemand, den ich liebe, immer weiter trinkt, aber ich kann nichts tun, um ihn oder sie davon abzuhalten. Wenn ich mir ansehe, wie unkontrollierbar mein Leben geworden ist, kann ich zugeben, dass ich dieser Krankheit gegenüber machtlos bin. Dann kann ich wirklich anfangen, mein Leben besser zu gestalten.

„Es ist logisch, dass eine Veränderung in uns eine Kraft zum Guten ist, die der ganzen Familie helfen wird.“

 Broschüre 216: Wie kann ich meinen Kindern helfen?

Quelle: Mut zur Veränderung – 14. März – Seite 74

„Mut zur Veränderung“ ODAT II (Bestell-Nr. 109)

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